Neues in der Kategorie Stationäre Behandlung

Wenn man/frau aufgrund einer psychischen Erkrankung einen stationären Aufenthalt benötigt, dann stellt sich erst einmal die Frage nach dem Wohin

Eigene Erfahrungen wurden noch nicht gemacht. Und nicht alle ambulant behandelnden Fachärzte und Therapeuten kennen sich hier gut aus. Viele lernen gemeinsam mit ihren Patienten die psychosomatischen und psychiatrischen Kliniken bzw. deren Behandlungskonzepte und Schwerpunkte erst kennen.

So kann eine Klinik z.B. einen hervorragenden Ruf bei der Behandlung von Essstörungen haben, aber gleichzeitig keine Erfahrung in Traumatherapie vorweisen. Bei den meisten psychischen Erkrakungen wiederum gibt es sehr unterschiedliche Behandlungsprogramme, über die man/frau sich vorab erkundigen sollte, um auch wirklich eine bewusste Entscheidung treffen zu können ("Was hilft mir wahrscheinlich am besten?", "Welche Therapie passt zu meiner ambulanten Therapie bzw. setzt die Arbeit dort fort?", "Was brauche ich an Eigenverantwortung?", "Wie streng sind die Regeln für mich sinnvoll?", "Gruppentherapie und/oder Einzeltherapie").

Um eine geeignete und sinnvolle Behandlung zu finden, heißt es vor einem stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen und psychiatrischen Klinik oft erst einmal:
- Mit den ambulanten Behandlern klären, welche Schritte in der stationären Therapie anstehen 
- Recherchieren
- Nachfragen bei den jeweiligen Kliniken,
- Erfahrungsaustausch z.B. in Selbsthilfegruppen, Internet-Selbsthilfeforen und
- idealerweise ein (telefonisches) Vorgespräch...

Eine neue Checkliste der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) soll Patienten nun in diesem Auswahlprozess unterstützen und dabei helfen, eine Klinik mit dem geeigneten Konzept und Schwerpunkt im Falle einer psychischen Erkrankungen zu finden.

Zu finden ist diese unter folgendem link:

Checkliste (PDF-Datei) 

 

 

Die "Weisse Liste" wurde aktualisiert.
(wir berichteten schon vor einiger Zeit davon. Siehe hierzu auch folgende Beiträge: www.klinikbewertungen.de und Weisse Liste neu im Netz ).

Das Portal der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen stellt damit weitere neue Informationen von über 2.000 Krankenhäusern in Deutschland zur Verfügung.

Basis der Informationen sind die gerade erschienenen Qualitätsberichte 2008 der Kliniken. Diese Berichte wurden für die Weissen Liste aufbereitet, um Patienten und Angehörige bei der Suche nach dem für sie passenden Krankenhaus zu unterstützen. Erfahrungsberichte von Patienten finden Sie jedoch nicht. Was Sie in der Weissen Liste ab sofort jedoch erstellen können: Eine individuelle PDF-Broschüre, in der Sie alle wichtigen Informationen Ihrer Krankenhaussuche zusammenstellen können. Klingt spannend!

Daher habe ich die Suche natürlich sofort ausprobiert. Und habe - zumindest bei meinen aktuellen Diagnosen - irgendwann entnervt aufgegeben, da es mir zum einen zu kompliziert war, all meine Diagnosen unterzubringen. Obwohl doch recht internetaffin, schaffte ich es einfach nicht. Zum anderen erschien mir die Möglichkeit der Klinikauswahl zu allgemein. Auch waren angegebene Fallzahlen bei dem Krankenhaus, in dem ich gerade vor einigen Wochen behandelt wurde, zwar auf Basis des Qualitätsberichts berechnet - wie diese Berechnung aussah, würde ich jedoch zu gern wissen. Allein während meiner zweimonatifen Behandlungszeit lag die Fallzahl auf einer einzigen Klinikstation um Einiges höher. Vielleicht ist mein Fall zu individuell, das mag sein - aber ich bevorzuge da in der Regel doch eher Patientenforen, und profitiere damit gern von den Erfahrungen ähnlich Betroffener.

Aber wer weiß, was noch nicht ist, kann ja noch werden. Und bei klareren Diagnosen bzw. OPs kann die Liste sicherlich bessere Informationen liefern...

Ausprobieren sollte es sicherlich jeder einmal, wenn eine Krankenhausbehandlung anliegt. Und ich werde die weisse Liste bestimmt wieder aufsuchen, sollte ich wegen anderer Beschwerden eine Krankenhaus-Behandlung in Erwägung ziehen müssen.

Sie finden die Weisse Liste übrigens inzwischen nicht nur unter www.weisse-liste.de, sondern auch über die Internetseiten verschiedener Krankenkassen: So haben nicht nur die BARMER, sondern auch die Siemens-Betriebskrankenkasse (SBK), die KKH-Allianz, die AOK und die DRÄGER HANSE BKK die Weisse Liste in ihrem Internetangebot.

Leider kommt es doch mal vor: Mensch ist so krank, dass er es mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln oder gar mit eigenem Pkw nicht mehr zu seinem behandelnden Arzt schafft. Bekannte oder Verwandte haben keine Zeit, also muss ein Taxi her.

Wenn Ihr Arzt Ihnen keinen Schein ausstellt, dann wird die Krankenkasse die entstandenen Kosten nicht übernehmen. Aber ähnlich wie Arzneimittel lassen sich auch diese Kosten absetzen.

Tipp: Lassen Sie sich eine Taxiquittung ausstellen, lassen Sie sich "Arztfahrt" oder "Krankenfahrt" quittieren. Dann können Sie die Quittung(en) in der nächsten Steuererklärung einreichen.  

Über die sinnvolle Patientenverfügung wurde in den letzten Tagen nicht zuletzt wegen der gesetzlichen Änderungen viel berichtet.

Wesentlich unbekannter ist die vielleicht sogar noch wichtigere Vorsorgevollmacht oder auch Vorsorgeverfügung.

Mit dieser Verfügung wird eine Person durch eine andere Person bevollmächtigt, im Falle einer Notsituation für den die Vollmacht Ausstellenden zu entscheiden. Sie wird zum rechtlichen Vertreter und entscheidet für die nicht mehr entscheidungsfähige Person.

Diese Vollmacht sollte also nicht leichtfertigt vergeben werden und nur an eine Person gegeben werden, der man absolut und uneingeschränkt vertraut.

Ein Muster für eine derartige Vollmacht findet man hier. Allerdings ist das Thema viel zu weitreichend, als das es mit einem Ankreuzformular ausreichend gewürdigt wäre.

Der Vollmachtgebende muss geschäftsfähig sein. Hierzu kann eine notarielle Beurkundung die Geschäftsfähigkeit beweiskräftig untermauern. Auch ein ärztliches Attest, das die Fähigkeit zur freien Willenbildung und somit die Geschäftsfähigkeit bescheinigt, hilft, wenn bspw. das Vormundschaftsgericht die Vollmacht anzweifelt und einen Betreuer einsetzen möchte.

Die notarielle Beurkundung ist wichtig, weil der Notar geichzeitig über die risiken und Folgen der Vollmacht aufklärt und eine inhaltliche korrekte und nicht anzugreifende Vollmacht formuliert. Im Falle von Immobiliengeschäften wäre die Vollmacht ohnehin notariell zu beurkunden.

Die Website www.klinikbewertungen.de ist interessant für diejenigen,
- die in eine Reha wollen, sollen, müssen
- die eine Behandlung, OP planen müssen
- die ein/e gewisse/s Klinik/Krankenhaus empfohlen bekamen
- und sich gern vorab informieren wollen.  

Denn oft "steht man doch im Regen". Wenn man/frau Glück hat, empfiehlt der behandelnde Arzt eine Klinik. Vielleicht gibt es sogar eine Voruntersuchung oder ein Vorgespräch - und man kann sich einen Eindruck verschaffen. Aber oft sind die einzigen Informationen in Broschüren und in hauseigenen Webauftritten der Klinik zu finden. 

Dank der Website www.klinikbewertungen.de kann man bzw. frau sich nun zusätzlich noch ein unabhängigeres Bild machen: Die Erfahrungen und eine abschließende Bewertung einzelner Patienten werden zur jeweiligen Klinik angezeigt, wenn Sie die betreffende Klinik in der Kliniksuche (Die Orte, in denen sich die einzelnen Kliniken/Krankenhäuser befinden, sind nach dem ABC geordnet) auswählen und anklicken.   

Ich finde die Idee und damit das Webangebot gut, richtig und wichtig, da es doch interessante Infos anbietet, die sonst schwierig zu bekommen sind! Letztlich wird ja auch "aus dem Nähkästchen" geplaudert.  

Was ich z.B. sehr wichtig finde: Oft hat eine Klinik einen gewissen Ruf; die Situation vor Ort kann sich jedoch z.B. durch eine/n Übernahme/Verkauf, durch den Wechsel eines Chefarztes/Therapeuten sehr schnell ändern - die Außenwelt bekommt dies jedoch erst verzögert mit. Hier spielten die Erfahrungsberichte von Patienten für mich z.B. schon eine entscheidende Rolle - und ich bin im Nachhinein sehr dankbar, dass ich dadurch eine andere Klinik auswählte, als es um eine längerfristige Behandlung ging.

Gleichzeitig möchte ich jedoch anmerken, dass all diese Berichte subjektiv sind. Z.B. ist es nicht nur, aber vor allem im psychosomatischen bzw. Therapie-Bereich möglich, dass zuweilen die einen Patienten von einer Klinik total begeistert sein können, während andere nach einigen Tagen von dort "geflüchtet" sind.

Lassen Sie sich dadurch bitte nicht durcheinander bringen.

So etwas ist möglich - denn oft spielen bei den Erfahrungsberichten Themen wie "Einzel, Doppel- oder Mehrbettzimmer", "Küche", "Sanitäranlagen" eine wichtige Rolle - und da scheiden sich ja oft die Geister. Dann gibt es gerade im Psychotherapie-Bereich sehr unterschiedliche Herangehensweisen, Methoden und Meinungen. Für die einen ist es gut, für die anderen kontraindiziert... Da ist es wichtig, sich vorher genau ein Bild zu machen, ob man/frau z.B. damit zurecht kommt, nur in Gruppentherapien zu arbeiten, da es in manchen Kliniken kaum Einzelgespräche gibt - während andere zwei Einzeltermine in der Woche anbieten, dafür jedoch wenig Gruppen. Entscheidend ist sicherlich auch, ob die betreffende Klinik für gewisse Krankheitsbilder auch wirklich ein ausgearbeitetes Therapieprogramm von Spezialisten anbietet, das passt oder ob Sie dort "einfach mitlaufen" würden etc. etc.   

In diesem Zusammenhang ein Tipp, der von Herzen kommt: Überlegen Sie sich bei einem bevorstehenden Klinikaufenthalt (egal, ob Reha oder Akut) vor einem Antrag, welche Prioritäten Sie für einen Klinikaufenthalt haben, was Sie brauchen, was Sie sich wünschen. Welche Behandlung brauchen Sie? Welche Schritte wollen Sie gehen? Welche Symptome stehen im Vordergrund? Welche Ziele haben Sie? Und dann vergleichen Sie bitte: Welche Klinik ist hier geeignet?

Ich bin mir sicher, dass es mit einem solchen Vorgehen weniger Klinik-Abbrüche, weniger unzufriedene Patienten etc. gäbe... wenn Patient, Arzt und/oder Therapeut hier vorher genau schauten, die Wunschklinik angäben - und wenn, ja, wenn die Krankenkassen oder  Rentenversicherungen die Wunschklinik akzeptierten und bewilligten.   

Zum Thema "Wunschklinik" hier ein wichtiger Beitrag für Patienten, deren Reha/Kur von der Krankenkasse getragen wird:
http://www.sozialblog.com/blog/2008/08/kurklinik-ist-grundsatzlich-fr.html

Eine andere Website, die bei der Kliniksuche hilft, ist übrigens das Internet-Portal "Weisse Liste". Wer hierzu mehr wissen möchte, hier ein Beitrag:
http://www.sozialblog.com/blog/2008/06/internetportal-weisse-liste-un.html

 

Die Bürger in Deutschland sollen ab 2010 steuerlich entlastet werden:
Demnächst ist es den Selbständigen und Arbeitnehmern dank des Bürgerentlastungsgesetz möglich, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge komplett von der Steuer abzusetzen.

Der Bundestag hat, wie auch in allen Nachrichtensendungen gemeldet, dieses Gesetz am letzten Freitag bereits gebilligt, mit der Zustimmung des Bundesrates wird gerechnet.

Eine Einschränkung gibt es: Die Beiträge sind insoweit absetzbar, soweit das Leistungsniveau dem der gesetzlichen Kranken- oder sozialen Pflege-Pflichtversicherung entspricht. Die bedeutet im Umkehrschluss, dass Beiträge für Chefarztbehandlungen oder Einzelzimmer während stationärer Behandlungen steuerlich nicht geltend gemacht werden können.

Beiträge für mitversicherte Kinder sind für privat Versicherte jedoch absetzbar. Eingetragene Lebenspartner werden mit Ehegatten gleichgestellt. Zudem sollen auch andere Beiträge, die der Vorsorge dienen, wie bisher als Sonderausgaben absetzbar bleiben. Einbezogen sind hier z.B. Haftpflicht-, Unfall- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Allerdings gibt es hier eine Deckelung: Bei Arbeitnehmern und Beihilfeberechtigten liegt diese bei 1900 EUR, bei Selbständigen bei 2800 Euro. D.h. wenn ein Arbeitnehmer mehr als 1900 EUR für seine herkömmliche Kranken- und Pflegeversicherung bezahlt, kann er die über diesem Betrag liegenden sonstigen Aufwendungen nicht mehr absetzen. Wenn er weniger bezahlt, dann hat er noch "Luft".

Quelle: U.a. www.ärztezeitung.de

 

Quo Vadis Patient

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Ich möchte Euch heute mal ein Buch vorstellen, von dem ich gestern erfahren habe. Selbst habe ich es jedoch noch nicht gelesen.

Renate Hartwig beschreibt in Ihrem Buch "Der verkaufte Patient", den Weg, den unser Gesundheitssystems aufgrund ihrer Recherchen in den nächsten 20 Jahren gehen kann/wird. Dabei erörtert sie die derzeitigen Verhältnisse für Ärzte und Patienten durch einstige Gesundheitsreformen, die bestehenden Möglichkeiten eines Arztes durch die Pharmaindustrie zusätzliche Boni zu erhalten, bis hin zum Ziel der Auflösung der staatlichen Gesundheitsfürsorge und einer Ausdünnung der niedergelassenen Kassenärtze bis zur Überführung an multinationale Großkonzerne für die nicht privatabrechnende Ärzte als Angestellte arbeiten.

Wer sich für dieses Thema interessiert, und den vielleicht vorhandenen Hang zur Polemik hinnehmen kann, kann unter den folgenden Links mehr erfahren

Buch: Der verkaufte Patient
Über die Autorin
Zum Inhalt
Leseprobe

Vor einigen Monaten beschrieb ich hier, welche Erfahrungen ich machen musste, als ich zum ersten Mal aufgrund meiner vielfältigen und chronischen Beschwerden eine stationäre Therapie in einer geeigneten Trauma-Klinik beantragte.

Siehe hier zu folgenden Beitrag:
Erfahrungen - Beantragung passende stationäre Trauma-Therapie
http://www.sozialblog.com/blog/2008/11/erfahrungen---beantragung-pass.html

Damals schon hatte ich große Angst, da ich nun - zwei Jahre später - das nächste stationäre Trauma-Intervall antreten soll, und auch beantragt habe. Und ich war mir nicht sicher, ob ich diese juristische Behördentortur noch einmal schaffen würde...

Heute die Erleichterung:
Das zweite stationäre Trauma-Intervall ist genehmigt!!!
Ein paar Wochen Wartezeit von seiten der Klinik wird es noch geben, dann geht es los.

Genehmigt wurde die stationäre Behandlung von derselben Krankenkasse, die mir damals so viele Steine in den Weg gelegt hat (ehrlich gesagt, habe ich nicht nur einmal darüber nachgedacht, die Kasse zu wechseln - aber dort war zumindest bekannt, dass ich kämpfen kann, und gute Ärzte bzw. Therapeuten hinter mir stehen). Aber vielleicht hat sich der damalige Kampf ja gelohnt, vielleicht erkennen die dortigen Fachleute nun auch endlich die Notwendigkeit an.

Ich hoffe, dass der Beitrag anderen Mut macht, die zurzeit um eine Genehmigung einer für sie individuellen und notwendigen Behandlung kämpfen müssen!  

Eine gute Nachricht: Der bundesweite Krebs-Informationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg wird demnächst ausgeweitet und zudem ab sofort vom Bundesforschungsministerium finanziert.

Krebskranke Menschen in ganz Deutschland haben damit die Möglichkeit, in Zukunft noch schneller umfassende und neueste Informationen über ihre Krankheit und Therapie zu erhalten.

Ziel des Informationsnetzes ist u.a, dass die betroffenen
Patienten als gleichberechtigte Partnern gegenüber ihren behandelnden Ärzte auftreten können - und so die Möglichkeit haben, ihre individuelle Therapie aufgrund der ihnen vorliegenden aktuellen und neutralen Informationen gemeinsam mit ihren Behandlern zu entscheiden.   

Erreichbar ist der bundesweite Krebs-Informationsdienst (KID) kostenlos über
-
Telefon (gebührenfrei): 08 00 / 420 30 40; 
- E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de oder auf
-
www.krebsinformationsdienst.de

 

 

Patienten spüren zunehmend den Druck, unter dem die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter arbeiten müssen. Dies belegt eine Umfrage der Schleswig-Holsteinischen Krankenhausgesellschaft (KGSH). In erster Linie vermissen die Patienten ärztliche Zuwendung und eingenden Aufklärung über Krankheit und Behandlung. Was erschreckt: Im Bundesdurchschnitt hat eine Pflegekraft 56,2 Patienten zu versorgen.

Quelle: kma - Das Gesundheitswirtschaftsmagazin April 2009