Manch einer wird von seinem behandelnden Art aufgefordert, den Antrag auf Schwerbehinderung zu stellen. Und fragt sich erst mal, ob sich das für ihn lohnt. Daher ist es erst einmal korrekt, sich ein Bild über die Vorteile, aber auch eventuelle Nachteile, zu machen.
Neben den Merkmalsbezogenen Nachteilsausgleichen
(siehe dazu auch die speziellen Einträge wie z.B. http://www.sozialblog.com/blog/2008/08/zu-beachten-merkzeichen-im-sch.html oder http://www.sozialblog.com/blog/2008/08/was-bedeutet-das-merkzeichen-a.html)
gibt es die Nachteilsausgleiche, die vom Grad der Behinderung (GdB) abhängen. Für Arbeitnehmer sind hier sicherlich Vorteile wie Gleichstellung, Kündigungsschutz, zstzl. Urlaub zu nennen. Den Grad der Behinderung stellt wiederum der Ärztliche Dienst des Versorgungsamt fest. Reden Sie jedoch vorab mit Ihrem Arzt, welchen Grad er bei Ihrer Krankheit als realistisch sieht. Dann können Sie sich vorab schon einmal schlau machen. Einem Freund, der aufgrund seiner Krebserkrankung nun vor der Frage steht, den Antrag zu stellen, habe ich gut zugeredet.
Aber es gibt eben auch Nachteile. Und über diese sollte man/frau sich zumindest kurz Gedanken machen. Ich für mich persönlich habe mich z.B. zurzeit noch gegen einen Antrag entschieden. Zum einen bin ich aktuell dem Stress eines weiteren Gutachterverfahrens nicht gewachsen, zum anderen bin ich zur Zeit für einige Jahre aufgrund meiner Krankheit berentet, und in keinem festen Arbeitsverhältnis. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, doch einmal wieder arbeiten können. Und da aktuell die Rechtslage so aussieht, dass in einem Bewerbungsgespräch auf den Schwerbehindertenausweis hingewiesen werden muss, habe ich hier bei privaten Arbeitgebern/Unternehmen eher Bedenken. Ich weiss, dass Arbeitgeber in Deutschland finanzielle Vorteile haben, wenn sie Behinderte einstellen. In meiner Berufspraxis bin ich jedoch auch des Öfteren Arbeitgebern begegnet, die lieber eine vorgeschriebene Abgabe bezahlen als sich mit einem behinderten Arbeitnehmer "herumzuschlagen". Und ob ich es in meinem Alter noch in den Öffentlichen Dienst schaffe, weiß ich nicht. Dort sind die Rahmenbedingungen auf jeden Fall besser für Behinderte! Daher Risikobegrenzung: Für mich persönlich wiegen die Nachteile aktuell stärker als eventuelle Vorteile (der besagte Freund wiederum arbeitet in einem Unternehmen der Öffentlichen Hand - ein Schwerbehindertenausweis ist für ihn enorm wichtig und auch von Vorteil). Ein Bild sollte sich jedoch jeder selbst machen.
Anmerkung: Einen Überblick über die GdB-abhängigen Nachteilsausgleiche (oder für Normalos besser besser verständlich: Vorteile) finden Sie hier: http://www.sozialblog.com/blog/2008/08/schwerbehindertenausweis-uberb.html )
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