Stufenweise Wiedereingliederung - "Hamburger Modell"

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Nach dem geltenden Arbeits- und Sozialrecht ist ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig, wenn er auf Grund einer Erkrankung nicht seine volle vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung erbringen kann.

Andererseits ist anerkannt, dass ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer trotz Erkrankung oft in der Lage ist, unter erleichterten Arbeitsbedingungen tätig zu sein und ihm durch eine allmähliche Steigerung der beruflichen Belastung die Rückkehr in den Beruf erleichtert wird.

Krankenkassen und sonstige Sozialversicherungsträger fördern deshalb u. a. im Interesse der Betroffenen die sog. stufenweise Wiedereingliederung, die im Hausgebrauch auch oft "Hamburger Modell" genannt wird (§ 74 SGB V, § 28 SGB IX). Oft wird diese in einer Reha- oder Krankenhausbehandlung o.ä. für die Zeit danach empfohlen, und im Entlassbericht vermerkt. So war es auch bei mir: "Die Patientin ist nach Entlassung arbeitsunfähig aufgrund xxxxx. Wir empfehlen eine berufliche Wiedereingliederung im Rahmen der nächsten sechs Monate."

Prozedere
Die Wiedereingliederung erfolgt auf der Grundlage ärztlicher Feststellungen. Die hierüber zu erstellende Bescheinigung muss den Wiedereingliederungsplan einschließlich der Prognose über den Zeitpunkt der zu erwartenden Wiedererlangung der Arbeitsfähigkeit enthalten. Arbeitsrechtlich bedarf die Wiedereingliederung regelmäßig einer gesonderten Vereinbarung des Arbeitnehmers mit dem Arbeitgeber über die vom Arbeitsvertrag abweichende Art und Weise der Beschäftigung. 

D.h. ganz konkret:
Koordiniert wird das Wiedereingliederungsprogramm vom behandelnden Arzt. Dafür gibt es separate Formulare, die in der Regel in jeder Praxis vorhanden sind. In Absprache mit dem Patienten wird der Arzt dort die Eckdaten eintragen (z.B. die ersten sechs Wochen drei Stunden pro Tag, dann weitere sechs Wochen vier Stunden pro Tag etc. etc.). 

Nachdem der Arbeitnehmer unterschrieben hat, wird dieses Formular dem Arbeitgeber bzw. der Personalabteilung oder dem Vorgesetzten zur Unterschrift vorgelegt. Wenn alle unterschrieben haben, gehen die einzelnen Durchschläge des Formulars an alle Beteiligten, einer geht an die Krankenkasse. Dieses Prozedere wird dann alle paar Wochen (je nachdem, in welchem Rhythmus der Arzt die weiteren Untersuchungen und den Rhythmus angesetzt hat) wiederholt.

Wichtig ist jedoch, ein geplantes Wiedereingliederungsprogramm vorab mit dem Arbeitgeber abzusprechen. Es gibt Fälle (leider habe ich selbst so einen erlebt), in denen der Arbeitgeber seine Zustimmung nicht gibt. Er muss dies auch nicht begründen. Selten, aber doch möglich! Und soweit ich weiß, ist ein solcher Beschäftigungsanspruch bisher leider nur im Schwerbehindertenrecht gesetzlich begründet (§ 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB IX). 

Finanzielles
Im Fall der stufenweisen Wiederaufnahme der Arbeit erhält der arbeitsunfähige Arbeitnehmer weiterhin die ihm sozialrechtlich zustehenden Leistungen.

Ganz konkret: Bezahlt wird der Arbeitnehmer während des Wiedereingliederungsprogramms weiterhin von der Krankenkasse. Manchmal bietet der Arbeitgeber an, einen Teil des Entgeltes zusätzlich zu bezahlen, hier sollten Sie sich nochmals erkundigen. Grundsätzlich haben Sie während der Wiedereingliederungszeit jedoch weiterhin den Status der Arbeitsunfähigkeit.

Dauer
Ein Wiedereingliederungsprogramm dauert in der Regel mehrere Wochen bis mehrere Monate, sollte jedoch in der Praxis nicht viel länger als ein halbes Jahr andauern. Denn sollte es länger dauern, stellt sich für die Krankenkasse die Frage, ob die Erwerbsfähigkeit nicht doch grundsätzlich gefährdet ist. Bei längerer Dauer schaltet sich daher oft der Medizinische Dienst der Krankenkassen ein, um zu überprüfen, warum das Wiedereingliederungsprogramm stockt. Sein erster Ansprechpartner ist der Hausarzt.

Komplikationen
Trotz des serh guten Konzeptes ist es gut möglich, dass Komplikationen (Krankheit, aber auch Unstimmigkeiten am Arbeitsplatz, Ärger mit Kollegen oder Vorgesetzten, fehlendes Verständnis etc.) auftreten. Ein Tipp für den Arbeitnehmer aus eigener Erfahrung: Bei Komplikationen, Unstimmigkeiten oder ähnlichem sollte vor allen Dingen zuallererst der behandelnde Arzt zu Rate gezogen werden.

Fazit aus eigener Erfahrung
Grundsätzlich ist meines Erachtens das Wiedereingliederungsprogramm eine hervorragende Lösung, um Arbeitnehmern nach langer Krankheit die Rückkehr in den Beruf zu ermöglichen. Im Idealfall ist der Arbeitnehmer nach einem gelungenen Wiedereingliederungsprogramm wieder voll einsatzfähig, und kann so seinen "Krankenstand" schrittweise beenden - und steht wieder mitten im Leben.

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Aktualisierung am 09.07.2012: Seit Kurzem gibt es aufgrund eines Urteils neue Erkenntnisse: Im Zusammenhang mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), das für alle deutschen Arbeitgeber gesetzlich verpflichtend ist, kann das stufenweise Wiedereingliederungsprogramm eingeklagt werden! Detaillierte Informationen finden Sie u.a. hier:

Betriebliches Eingliederungsmanagement: Stufenweise Wiedereingliederung jetzt einklagbar!



185 Kommentare

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Hallo Genni,

danke für diesen ausführlichen Bericht zum Thema Wiedereingliederung, das leider oft nicht genug beachtet wird und über das teilweise auch nur unzureichend Wissen bei Arbeitgebern und -nehmern vorhanden ist. Vielleicht ein Grund, warum dieses wichtige und sinnige Instrument oftmals unberücksichtigt bleibt.

Ich möchte daher noch einige kurze Anmerkungen anbringen, die aus Arbeitgebersicht relevant sein können.

1. es besteht während der Wiedereingliederung keinerlei Gehaltsanspruch, dies schließt auch Zulagen oder Zuschläge mit ein, da weiterhin eine Arbeitsunfähigkeit vorliegt

2. zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer wird ein eigenständiger Vertrag zur stufenweisen Wiedereingliederung geschlossen

3. die Wiedereingliederung kann von jeder Partei zu jeder Zeit beendet werden

4. die Wiedereingliederung muss an dem Arbeitsplatz erfolgen, an dem nach der Arbeitsunfähigkeit die Beschäftigung fortgeführt werden soll

5. die tägliche Arbeitszeit beträgt in der Anfangsphase mindestens 3 Stunden, Blockzeiten sind möglich

6. eine elektronische Zeiterfassung wird innerhalb der Wiedereingliederung nicht vorgenommen

7. (Rest-)Urlaubs- oder Gleitzeitanträge können erst nach Ablauf von mindestens 2 vollzeitig geleisteten Arbeitswochen nach der Wiedereingliederung genehmigt werden. Urlaub während der Wiedereingliederung ist aufgrund der bestehenden Arbeitsunfähigkeit nicht möglich

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Hallo Thomas,

danke für die Ergänzungen!!

Zu dem Punkt habe ich noch was:
"3. die Wiedereingliederung kann von jeder Partei zu jeder Zeit beendet werden"

Der Arzt, der hier ja auch noch eine Rolle spielt, ist hier nicht zu vergessen. Auch er kann das Wiedereingliederungsprogramm beenden, wenn der Patient wieder arbeitsunfähig wird.

Dies betone ich, da mir ein befreundeter Arzt von einem Fall berichtete:

Patient beginnt Hamburger Modell, Erkrankung wird wieder schlimmer, Arzt (also er) zieht ihn raus.

Patient bekommt daraufhin einen Anruf von seiner gesetzlichen Krankenkasse und wird "zur Sau" gemacht. Er dürfte das Programm nicht einfach so beenden, sein Arzt hätte da sowieso kein Recht (Anmerkung: Was beides nicht stimmt; das Wiedereingliederungsprogramm ist eine freiwillige Angelegenheit!).

Patient brach mehr oder weniger zusammen, Arzt klärte dann alles in einem etwas schärferen Ton mit der Krankenkasse.


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Vielleicht noch ein Nachtrag zu dem obigen Kommentar:

Das Verhalten der Krankenkasse war unangebracht. Erstens hätte sie ihr Problem mit dem behandelnden Arzt regeln können, zweitens war sie nicht im Recht.

Ich will dies nicht weiter kommentieren, jedoch wieder einmal darauf hinweisen, dass mann bzw. frau als Patient schnell zwischen die Räder kommen kann.

Daher sollte sich jede/r gut informieren über notwendige Maßnahmen, und im Streitfall seinen bzw. ihren behandelnden Arzt mit hinzuziehen. Dieser hat auch die notwendige fachliche Distanz, die einem Patienten (zu Recht) fehlt in solchen Auseinandersetzungen - betrifft es doch ihn selbst.

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Das Modell ist ja schön und gut.
Wir sind aber nur ein kleiner Betrieb mit 3 Leuten.
Die Kollegin, die das Modell machen will, hatte
vorher eine volle Stelle. Jetzt müssen wir
die Arbeit mitnehmen und schleppen uns zur Arbeit,
obwohl wir auch krank waren.
Dann kippt der nächste bald um

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Hallo Frau Hoffmann,

das ist natürlich ein Nachteil... nur sehen Sie die Ursache in dem Wiedereingliederungsprogramm. Was nicht ganz stimmt. Denn letztlich ist der Nachteil für Sie alle die Krankheit. Und diese ist nun mal Tatsache.

Denn wenn ihre Kollegin weiterhin voll krank geschrieben wäre, und nicht an dem Wiedereingliederungsprogramm teilnehmen würde, hätten Sie ja noch mehr zu tun, oder?

Ganz gesund geschrieben kann sie ja noch nicht werden, da sie noch krank ist.

So haben Sie Ihre Kollegin zumindest für 20, 30, 40 bis hin zu 80 Prozent, bis sie wieder voll arbeiten kann.
Können Sie dies auch aus dem Blickwinkel sehen?

Ein Tipp:
Gibt es denn die Möglichkeit, mit Ihrem Chef gemeinsam zu sprechen?

Bei drei Mitarbeitern/-innen dürfte es da ja eventuell eine Gelegenheit ergeben, um dann gemeinsam zu schauen, ob man vielleicht über Zeitarbeit jemand hinzuholt.

Kosten dürften von Ihrem Chef aus kein Argument sein, denn: Ihre Kollegin bekommt während des Wiedereingliederungsprogramms kein Gehalt, sondern Krankengeld von der Krankenkasse.
D.h. Ihr Chef spart zurzeit ein Gehalt, obwohl Ihre Kollegin aktuell für eine gewisse Zeit arbeitet, wenn auch (noch) nicht voll....

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Hallo Frau Hoffmann,

das ist natürlich ein Nachteil... nur sehen Sie die Ursache in dem Wiedereingliederungsprogramm. Was nicht ganz stimmt. Denn letztlich ist der Nachteil für Sie alle die Krankheit. Und diese ist nun mal Tatsache.

Denn wenn ihre Kollegin weiterhin voll krank geschrieben wäre, und nicht an dem Wiedereingliederungsprogramm teilnehmen würde, hätten Sie ja noch mehr zu tun, oder?

Ganz gesund geschrieben kann sie ja noch nicht werden, da sie noch krank ist.

So haben Sie Ihre Kollegin zumindest für 20, 30, 40 bis hin zu 80 Prozent, bis sie wieder voll arbeiten kann.
Können Sie dies auch aus dem Blickwinkel sehen?

Ein Tipp:
Gibt es denn die Möglichkeit, mit Ihrem Chef gemeinsam zu sprechen?

Bei drei Mitarbeitern/-innen dürfte es da ja eventuell eine Gelegenheit ergeben, um dann gemeinsam zu schauen, ob man vielleicht über Zeitarbeit jemand hinzuholt.

Kosten dürften von Ihrem Chef aus kein Argument sein, denn: Ihre Kollegin bekommt während des Wiedereingliederungsprogramms kein Gehalt, sondern Krankengeld von der Krankenkasse.
D.h. Ihr Chef spart zurzeit ein Gehalt, obwohl Ihre Kollegin aktuell für eine gewisse Zeit arbeitet, wenn auch (noch) nicht voll....

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Ich habe eine Frage, und zwar ist mein Mann seit ca. 6 Monaten krankgeschrieben und hat in dieser Zeit von der Krankenkasse Geld erhalten. Jetzt ist er zu einer dreiwöchigen Reha-Kur. In dieser Zeit zahlt die Rentenversicherung, bedeutend weniger als Krankengeld.
Jetzt meine Frage: Anschließend an die Reha-Kur soll er eine Wiedereingliederungsmaßnahme erhalten und nur stundenweise anfangen zu arbeiten. Wer zahlt in dieser Wiedereingliederung das Geld, Krankenkasse oder Rentenversicherer? Muss der Betrieb einen Teil zuzahlen?
Danke für Ihre Antwort.
LG Jasmin

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Hallo Jasmin,

sobald das Reha-Programm zu Ende ist (und dies wäre der Fall, wenn die dreiwöchige Reha die einzige Maßnahme ist, die von der Rentenversicherung bezahlt wird), müsste Dein Mann ja wieder zu seinem Arzt gehen, um sich krankschreiben zu lassen und das Wiedereingliederungsprogramm zu besprechen.
Denn grundsätzlich hat Dein Mann während der Wiedereingliederungszeit weiterhin den Status der Arbeitsunfähigkeit.

In der Regel wird die Wiedereingliederungsmaßnahme daher auch von der Krankenkasse getragen, d.h. Dein Mann würde während des Wiedereingliederungsprogramms weiterhin von der Krankenkasse bezahlt werden mit dem Euch bereits bekannten Krankengeldsatz.

Wegen des Arbeitgebers:
Manchmal bietet der Arbeitgeber von sich aus an, während eines Wiedereingliederungsprogramms einen Teil des Entgeltes zusätzlich zu bezahlen -dies ist jedoch wirklich individuell zu sehen und nach meinen bisherigen Erfahrungen eher sehr selten.

Ich hoffe, ein wenig weiterhelfen zu können - aber am wichtigsten ist erst einmal, dass Dein Mann gut aus der Reha entlassen werden kann, um die nächsten Schritte auch gesundheitlich "wuppen" zu können...

Gute Besserung wünscht Susanne

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Hallo Susanne, danke für deine schnelle Antwort.

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Hallo Susanne, ich habe noch ein Anliegen. Also so wie es jetzt aussieht, wird mein Mann gleich nach der Reha-Maßnahme (Ende am 15.04) in die Wiedereingliederung geschickt. Er müßte also bereits am 16.04. anfangen. Der Arzt in der Reha wollte schon die Fax-Nummer seiner Firma und mein Mann soll einen Bogen unterschreiben für die Wiedereingliederung. Also wird das alles bereits von der Klinik veranlaßt. Er würde dann direkt von der Reha-Maßnahme in die Wiedereingliederung wechseln.
Er war sechs Monate krank, ist aus der Krankschreibung heraus drei Wochen in die Reha-Kur und wird von der Reha-Kur sofort die Wiedereingliederung machen.
Wer zahlt dann? Rentenversicherung oder Krankenkasse? Das ist so konfus alles und macht einen total irre, weil es ja im Monat um viel Geld geht. Und bei der Wiedereingliederung kommen ja auch noch die Fahrtkosten zur Firma und dann bekommt man womöglich noch weniger als Krankengeld.
Gruß Jasmin

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Liebe Jasmin,

erst einmal finde ich es klasse, dass die Reha-Klinik das mit dem Wiedereingliederungsprogramm mit der Firma Deines Mannes regelt.

Ist nicht immer so, und ich kenne auch Fälle, in denen Arbeitnehmer mit ihrem Arbeitgeber stundenlang kämpfen mussten, um das Wiedereingliederungsprogram überhaupt beginnen zu dürfen.

Ich gehe davon aus, dass die Reha-Klinik dann auch gleich mit dem ambulanten Arzt Deines Mannes klärt, wie das Wiedereingliederungsprogramm laufen soll?!? Frag' ihn mal. Wäre m.E. wichtig, damit alle Beteiligten im Boot sitzen.

Da die Reha-Klinik ja so klasse vorsorgt, wäre es m.E. das Allerbeste und sehr wichtig, wenn Dein Mann noch vor Ort mit dem zuständigen Arzt oder der Sozialberatung spricht über das Geldthema, ganz individuell in seinem Fall. Denn dann ist er und bist Du vielleicht auch beruhigter.

Hier kann ich nur allgemeine Infos geben.
Und die sehen so aus: Grundsätzlich wird ein Wiedereingliederungsprogramm von der jeweiligen Krankenkasse getragen, d.h. Dein Mann würde wie oben schon erwähnt sein bisheriges Krankengeld erhalten (also das vor der Reha; während der Reha wird ja das Übergangsgeld bezahlt). Wegen der Fahrtkosten: Die werden in der Regel vom Patienten selbst bezahlt, ähnlich wie alle anderen Ausgaben. Aber vielleicht gibt es hier ja eine Möglichkeit, den Arbeitgeber anzusprechen - dies weiß Dein Mann sicherlich am besten, wie er diesen einzuschätzen hat!

Viele Gruesse, Susanne

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Nachtrag:

Hier habe ich etwas gefunden, was für Euch sehr wichtig wäre!!!!

"Findet eine Stufenweise Wiedereingliederung im unmittelbaren Anschluss (maximal 14 Tage) an Leistungen zur medizinischen Rehabilitation statt, dann wird das Übergangsgeld bis zu deren Ende gezahlt (§ 51 Abs. 5 SGB IX)."

http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/UEbergangsgeld-488.html

Wenn dem so ist, dann ist es für Deinen Mann wirklich entscheidend, ob sein - ihn nach der Reha behandelnder Arzt - ihn zuerst krank schreibt oder ihn gleich am nächsten Tag in die Wiedereingliederung schickt (ich kenne bisher zwei Fälle, die erst noch krank geschrieben waren, und dann erst in die Wiedereingliederung kamen, hier kam dann das Krankengeld in Frage - beide waren jedoch auch viel länger in der Reha).

Also ist es m.E. noch wichtiger, dass Dein Mann vor Ort mit der Klinik noch alles regelt - auch das mit dem ambulant behandelnden Arzt.

Bei allem: Bitte seht nicht nur das Geldthema - sondern die Gesundheit! Und wenn Dein Mann so schnell in die Wiedereingliederung starten kann, dann wird das Programm sicherlich nicht so lange dauern.

Hat Dein Mann da schon eine Einschätzung bekommen bzw. hat er bereits nachgefragt?

Übrigens: In Hinblick auf die Berechnung des Übergangsgeldes findest Du in dem oben genannten link weitere wichtige Infos! Was mich anhand der dortigen Berechnung verwundert, dass das Übergangsgeld Deines Mannes so viel niedriger sein soll als das Krankengeld. Wie viel Prozent des Einkommens bezahlt denn die Krankenkasse?

Nochmals alles Gute, Susanne

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Hallo, ich habe da auch mal ne Frage. Mache zur Zeit auch "Hamburger Modell" Habe mit 2 h angefangen. Der Sozialdienst in der REHA hat mir gesagt, dass ich mir die Arbeitszeit ausuchen kann. Mein Arbeitgeber will natürlich dies nicht. Ich soll auch wieder diese Tätigkeit ausüben, die mich krank gemacht hat. Ist das rechtens? Gruß Gudrun

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Hallo, ich habe mal eine Frage zum Hamburger Modell. Wenn ich mit 2 h anfange, darf mein Arbeitgeber diese Zeit vorgeben oder kann ich es mir aussuchen? Darf er mich an den Arbeitsplatz zurückschicken, wo ich krank geworden bin? Und darf er während dieser Zeit mir eine andere Tätigkeit zuweisen? Gruß Gudrun

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Ich probiere hier schon zum 3x entwas zum Besten zu geben. Es klappt leider nicht warum?

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Hallo Gudrun,

erst einmal: Alle drei Beiträge von Dir sind hier zu lesen!

Wegen Deiner Fragen: Puh, das ist schwierig zu beantworten. Denn es ist schon sehr individuell, das Ganze.

Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, mit welchem Ziel Dir Dein behandelnder Arzt/Klinik das Wiedereingliederungsprogramm empfohlen hat? Was habt Ihr denn konkret besprochen?
Und wer hat mit Deinem Arbeitgeber den Wiedereingliederungsvertrag abgesprochen?
Der Behandler oder Du selbst? Vielleicht kannst Du von der behandelnden Seite ja noch ein wenig Rückendeckung bzgl. der Zeit bekommen.

Ich selbst bin ja kein Jurist, kann nur Rat geben, meine eigene Meinung hier abgeben - und die Praxis ein wenig aufzeigen:

Wegen der Arbeitszeit ein Tipp:
Theoretisch kannst Du Deinen Arzt bitten, dass er bei dem Wiedereingliederungsprogramm noch einmal separat hinschreibt, wann diese zwei Stunden zu leisten sind - dann hat der Arbeitgeber das Recht, zuzustimmen und sich daran zu halten, oder eben zu sagen, dass dies nicht geht und somit dem Wiedereingliederungsprogramm nicht zuzustimmen.

Dein Arzt kann auch Empfehlungen bzw. Regelungen bzgl. der Tätigkeit in dem Wiedereingliederungsprogramm vermerken.

Wenn er dies jedoch nicht macht, dann kann ich auch Deinen Arbeitgeber verstehen, der hier die optimale Zeit für den Betrieb sucht.

Hier meine Frage: Warum ist es denn für Dich so wichtig, zu einer ganz bestimmten Zeit zu arbeiten?

Wegen der Arbeit, die Dein Arbeitgeber Dir in dem Wiedereingliederungsprogramm gibt:
Erst einmal ist es m.E. sein gutes Recht, Dir Deine alte Arbeit zuzuweisen - denn das Wiedereingliederungsprogramm ist ja erst einmal der Versuch, in Zukunft wieder voll arbeitsfähig zu sein - dort, wo frau irgendwann mal war.

Dass diese Arbeit Dich krank gemacht hat, hat nämlich erst einmal nichts mit dem Wiedereingliederungsprogramm zu tun. Wenn Du eine andere Tätigkeit benötigst etc., dann ist allein das Wiedereingleiderungsprogramm sicherlich nicht der richtige Weg - hier müsstest Du dann wirklich noch einmal mit Deinem Arbeitgeber selbst sprechen. Gibt es bei Euch denn einen Betriebsrat oder jemanden in der Personalabteilung, mit dem Du sprechen könntest?

Bzgl. der Frage, ob auch andere Aufgabenstellungen möglich sind:
Hier stellt sich die Frage, inwieweit Du in zwei Stunden überhaupt Deine alte und bisherige Tätigkeit sinnvoll ausüben kannst - oder ob es nicht besser ist, erst einmal woanders anzufangen - und dann z.B. bei x Stunden/Tag irgendetwas anderes zu machen.

Die grundsätzlich Frage stellt sich für mich jedoch immer wieder: Was willst Du?

Viele Gruesse, Agnes


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Hi,

noch einmal zur Betonung: Ich bin überzeugt, dass der behandelnde Arzt/Klinik eine wichtige Schlüsselposition besitzt, um für Dich im Wiedereingliederungsprogramm die auf Dich und Deine Gesundung zugeschnittene Wiedereingliederung mit dem Arbeitgeber abzustimmen.

Dein Arbeitgeber wird nämlich eventuell nicht auf Deine Wünsche eingehen, wenn Dein Behandler im Vertrag oder im Gespräch dies nicht als medizinisch sinnvoll und notwendig formulierte. Daher sprich' bitte mit diesem über all die Themen, informiere dann Betriebsrat und/oder Personalbteilung.

Denn allein auf Dein Recht zu pochen, hilft Dir wenig - vor allem, da Du wahrscheinlich Deinen Arbeitsplatz langfristig erhalten möchtest.

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Hall,
auch ich habe eine dringende Frage u hoffe,dass mir hier jemand helfen kann.
Ich war 3Monate stationär in Behandlung u habe während dieser Zeit meinen Arbeitsplatz verloren (befristeter Vertrag,der dann auslief).
Derzeit bin ich noch krank geschrieben u erhalte seit 4Monaten Krankengeld.Mitlerweile gelte ich als schwerwiegend chronisch krank,habe jedoch keinen Behinderungsgrad. Ich bin also von der Berufstätigkeit in die Arbeitsunfähigkeit übergegangen u würde nun mit Ende meiner Krankschrift arbeitslos werden. Nun war meine Idee mittels des Hamburger Modells ein Praktikum zu beginnen,das auch gleichzeitig notwendig ist,um mich für einen Studienplatz zu bewerben.Denn ich möchte nicht mehr in meinem erlernten Beruf tätig sein.Des Weiteren denke ich,wird mich wohl kein Arbeitgeber einstellen,wenn ich den Einstieg mittels des Hamburger Modells machen will.
Meine Frage: Genehmigt die Krankenkasse ein Praktikum mittels Hamburger Modell,als Voraussetzung für ein angestrebtes Studium,ohne das mich der Arbeitgeber des Praktikums einstellen wird???
Sorry,ich weiß,das mein Fall hier sehr kompliziert ist, umsomehr hoffe ich auf Hilfe zur Lösung meines Problems...

LG die verzweifelte Stephy

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Hallo,

auch ich habe eine dringende Frage u hoffe,dass mir hier jemand helfen kann.

Ich war 3Monate stationär in Behandlung u habe während dieser Zeit meinen Arbeitsplatz verloren (befristeter Vertrag,der dann auslief).
Derzeit bin ich noch krank geschrieben u erhalte seit 4Monaten Krankengeld.Mitlerweile gelte ich als schwerwiegend chronisch krank,habe jedoch keinen Behinderungsgrad.

Ich bin also von der Berufstätigkeit in die Arbeitsunfähigkeit übergegangen u würde nun mit Ende meiner Krankschrift arbeitslos werden.

Nun war meine Idee mittels des Hamburger Modells ein Praktikum zu beginnen,das auch gleichzeitig notwendig ist,um mich für einen Studienplatz zu bewerben.Denn ich möchte nicht mehr in meinem erlernten Beruf tätig sein.Des Weiteren denke ich,wird mich wohl kein Arbeitgeber einstellen,wenn ich den Einstieg mittels des Hamburger Modells machen will.

Meine Frage: Genehmigt die Krankenkasse ein Praktikum mittels Hamburger Modell,als Voraussetzung für ein angestrebtes Studium,ohne das mich der Arbeitgeber des Praktikums einstellen wird???

Sorry,ich weiß,das mein Fall hier sehr kompliziert ist, umsomehr hoffe ich auf Hilfe zur Lösung meines Problems...

LG Stephy

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Hallo Stephy,

danke für Deinen Eintrag. Es tut mir Leid, dass es Dich "erwischt" hat, drücke Dir jedoch erst einmal alle Daumen, damit Du mit der neuen Situation gut ungehen kannst.

Das Hamburger Modell ist - soweit ich weiß - jedoch leider nur für den bisherigen Arbeitsplatz bzw. für die bisherige Tätigkeit gedacht.

Ich bin jedoch selbst weder Sozialarbeiter noch Jurist, aber in Deiner Situation finde ich einige Fragen entscheidend:

a) Inwieweit ist Dein alter Beruf noch mit der neuen Tätigkeit/Praktikum vereinbar? Möchtest Du etwas völlig Neues machen oder gibt es noch "verwandte Seiten"?

b) Wann kannst Du gesund geschrieben werden, um eventuell ein Praktikum zu beginnen bzw. Dich dafür zu bewerben? Wie sieht Dein behandelnder Arzt die Sache?

Da es bei Dir anscheinend um eine eher langfristige Neuorientierung gehen wird, denke ich, dass nicht die Krankenkasse, sondern drei andere Ansprechpartner wichtig für Dich sind:

a) Dein behandelnder Arzt: Denn er wird entscheiden, wann Du wieder arbeitsfähig sein wirst.

b) Wenn Du gesund geschrieben werden kannst, um ein Praktikum und später ein Studium zu beginnen, dann wird das Arbeitsamt für Dich als relevanter Ansprechpartner wichtig sein. Hier stellt sich natürlich die Frage, ob Du Anspruch auf Arbeitslosengeld hast.

c) Wenn Du weiterhin krank geschrieben wirst, und Du trotzdem schauen möchtest, wohin es beruflich gehen kann bzw. ob eine berufliche Neuorientierung aktuell bzw. schon sinnvoll ist, dann wird die Rentenversicherung ein entscheidender Ansprechpartner sein.

Sorry, dass ich nur allgemeine Angaben machen konnte. Dafür sind Deine Fragen doch zu individuell. Sinnvoll ist es sicherlich, vor allem erst einmal mit Deinen behandelnden Ärzten zu sprechen - um dann die nächsten Schritte planen und angehen zu können.

Ich hoffe, dass ich ein wenig weiterhelfen konnte.

Herzliche Gruesse, Fee

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Hallo, habe auch mal eine Frage. Arbeiteim Hambuger Model, hatte angefangen mit 4 Std. an 3 Tagen pro Woche und bin jetzt bei 6 Std. an 3 Tagen pro Woche. Mache 1 oder 2 x 20 - 30 Minuten Pause. Muß ich diese Pausenzeit an die 6 Std. ran hängen?
Danke und viele Grüße, Marlies.

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Hallo,
habe auch eine Frage.
Arbeite im Hambuger Model,
mein Betrieb wird ein Ruhetag machen.
Muß ich
(meint mein Arbeitsgeber,nach abschluss Hamburger Model)
Gleitzeit(minus Stunden)abgeben...
Ich arbeite jetzt 5 Stunden pro Woche
und mache 1 - 15 Minuten Pause.
Muß ich diese Pausenzeit:
1 -15 Min.
und 2 -30Min
an die 6 Std. ran hängen?
Danke und viele Grüße, Regina.

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Hallo Regina,

werde versuchen deine Fragen verständlich zu beantworten:
1. Du mußt keine erarbeiteten Stunden abgeben, auch wenn dein Arbeitgeber einen Ruhetag einlegt. DU bist für die zeit der Wiedereingliederung krankgeschrieben. Anders verhält es sich im Beamtenbereich, da sind die kolleginnen und Kollegen nicht krankgeschrieben.
2. Da du also krankgeschrieben bist, mußt du auch keine Pause einarbeiten.
3. Wenn ich es richtig verstanden habe, beträgt deine Wiedereingliederung 5 Wochenstunden zur Zeit?
Also täglich eine Stunde? Unter diesen Umständen finde ich es toll das dein Arbeitgeber einem solchen Wiedereingliederungsplan zugestimmt hat.
Uwe

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Hallo,
habe mal eine Frage. Wollte mit meinem Mann mal 2 Tage weg fahren, da er Urlaub bekommen hat. Wie ist das jetzt mit mir? Bin zur Zeit im Hamburger Modell integriert, mit 4h taeglich. Kann ich jetzt einfach frei machen, denn da ich noch krank geschrieben bin kann ich ja keinen Urlaub beantragen? Waere nett, wenn mir einer schnell antworten koennte.
Gruß Ines

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Zu Ines vom 02.09.09
Bin ein halbes Jahr im Hamburger Modell gewesen und habe auf eigenen Wunsch wieder angefangen zu arbeiten (lange Geschichte).
Auch jetzt kommt mein Chef, ich hätte keinen Urlaubsanspruch während der Zeit des Hamburger Modells. Kann weder bei meiner Krankenkasse eine Antwort bekommen, noch habe ich so richtig etwas im Netz gefunden. Verfällt mein Urlaubsanspruch oder habe ich gar keinen in der Zeit? Was ist, wenn ich wie du in Absprache mit meinem Chef während des Hamburger Modells "freimachen" darf. Gutstunden abgleiten oder doch das Urlaubskonto reduzieren?

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Hallo Ines, diese Frage stell ich mir heute noch, da mein Chef nach einem halben Jahr "Hamburger Modell" meint, ich hätte in dieser Zeit keinen Urlaubsanspruch, der alte Resturlaub würde verfallen. Was passiert mit den "frei genommenen Tagen" während des Hamburger Modells?
Im Netz konnte ich nichts finden und meine Krankenkasse ist ratlos und weiß nicht wohin sie mich verweisen soll, um diese Frage beantwortet zu bekommen.

Gruß
Dorrit

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Hallo,
ich benötige auch einmal einen Ratschlag. Ich war nach einer nicht allzu gravierenden Brustkrebs OP 6 1/2 Wochen krank geschrieben und habe dann vier Tage gearbeitet auf Wunsch meines Arbeitgebers. Danach war ich wieder 4 1 /2 Wochen krank geschrieben. Nun arbeite ich auf Drängen meines Arbeitgebers 2 1/2 Wochen und gehe dann 3 Wochen in eine ambulante REHA. Ich fühle mich (50 % Schwerbehindert)noch nicht absolut fit nach der REHA voll zu arbeiten, da ich in der Zeit der Arbeitsunfähigkeit bemerkte, vorher vollkommen erschöpft gewesen zu sein, man könnte es auch Burn-Out nennen. Die Tatsache, dass ich mich dem Berufsleben noch nicht voll stellen möchte hat nicht mit der Krebserkrankung zu tun sondern damit, dass ich bemerkte, dass die mit Privatem überlappende berufliche Situation mich emotional enorm aufreibt. Ich würde mir wünschen, drei Tage zu arbeiten und zwei Tage noch frei zu haben. Geht das? Kann ich grundsätzlich eine Lösung mit meinem Arbeitgeber (der mein ehem. Mann ist) anstreben, dass ich den Lohn für die Arbeitstage bekomme und den Rest als Krankengeld? Ich bin 53 Jahre alt und war vor der OP im Juni das letze Mal 2001 kurz krank geschrieben.
Herzlichen Dank für eine Info und liebe Grüße
Lore

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Hi,

das sind schon recht individuelle Themen. Ich habe die Fragen mal an einen Personaler weitergeleitet, vielleicht weiß der mehr Bescheid.

Zu
a) Wegen Urlaub: Soweit ich aus Erfahrung weiß, gibt es keine Möglichkeit, Urlaub zu nehmen während des Hamburger Modells. Denn letztlich ist man/frau ja krank geschrieben. Und während einer Krankschreibung gibt es keinen Urlaub. Die Urlaubstage selbst sind jedoch Fakt - denn die fallen ja pro Beschäftigtenmonat - und nach meiner Logik darf der Resturlaub daher nicht verfallen. Es sei denn, in Eurem Unternehmen besteht eine Frist, bis zu der der Resturlaub genommen werden muss - dann sind es Ausnahmeentscheidungen, die dann natürlich vom Chef abhängen. Aber wie gesagt: Dies sagt meine Logik, bitte warte da noch ein anderes Statement ab. Ein Arbeitsrechtler wäre wahrscheinlich der richtige Ansprechpartner.

b) Individuelles "Hamburger Modell": Mein Arzt lehnte damals ab, dass ich nur an "ein paar Tagen" arbeite und ein bis zwei Tage ganz frei habe. Dies würde gegen den Ansatz der Integration sprechen. Wie die Rechtslage da jedoch genau aussieht, kann ich wiederum nicht sagen. Bzgl. Lohn für die Arbeitstage und sonst Krankengeld kann ich nur sagen, dass dies bei dem Hamburger Modell nicht vorgesehen ist. Während Du im Hamburger Modell arbeiten würdest, würdest Du grundsätzlich Krankengeld bekommen, Dein Arbeitgeber bezahlt in der Zeit nichts für Dich. Denn Du bist ja noch krank geschrieben, auch wenn Du zeiweise - mit Billigung der Krankenkasse und des Arztes - arbeitest, um Dich wieder an Dein normales Arbeitspensum zu gewöhnen.

Bei Deiner angestrebten Lösung würde ich als Krankenkassen-Mitarbeiter schnell auf der Matte stehen und nachfragen - ich glaube auch nicht, dass Dein Arzt mitmachen würde. Aber wie gesagt, dies ist meine persönliche Meinung und Erfahrung.

Ansonsten bleibt mir jedoch noch eines, was ganz wwichtig ist: Gute Besserung für alle!!!!! Passt gut auf Euch auf!

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Hallo Lore,
Hallo Agnes,

zunächst mal etwas Grundsätzliches zum Thema Urlaub und Krankheit. Neueste Europäische Rechtsprechung verbietet die in Deutschland bisher übliche Praxis, dass Urlaub, der wegen Krankheit nicht genommen werden konnte ab einem bestimmten Termin verfällt. Konkret heisst das wenn ein Arbeitnehmer wegen einer lang anhaltenden Krankheit nicht fähig ist, innerhalb der gesetzlichen Fristen seinen Jahresurlaub zu nehmen, besteht der Urlaubsanspruch weiterhin. Unter Umständen über Jahre. Und zwar selbst dann, wenn der Arbeitnehmer krankheitsbedingt das Unternehmen verlässt, und den Urlaub nicht mehr nehmen kann. In diesem Fall muss der Urlaub ausbezahlt werden.

Nun Lore zu den Fragen, die bereits von Agnes aufgegriffen wurden. Du schreibst, dass Du Dir wünschen würdest ", drei Tage zu arbeiten und zwei Tage noch frei zu haben. ... Kann ich grundsätzlich eine Lösung mit meinem Arbeitgeber (der mein ehem. Mann ist) anstreben, dass ich den Lohn für die Arbeitstage bekomme und den Rest als Krankengeld?"

Nein, so geht das leider nicht. Das Hamburger Modell, wie Agnes schon geschrieben hat, sieht eine stufenweise Wiedereingliederung vor. D. h. es muß aus medizinischer Sicht eine ausreichende Belastbarkeit
des Betroffenen und eine günstige Aussicht auf berufliche Wiedereingliederung
gegeben sein. In dieser Zeit bist Du aber ständig (also ohne Unterbrechung) arbeitsunfähig und beziehst Krankengeld. Dein Arbeitgeber zahlt nichts. In Deiner Variante würden sich das Entgelt Arbeitgeber und Krankenkasse teilen. Aber das funktioniert nicht. Allerdings kann beim Hamburger Modell die tägliche Arbeitszeit bereits bei einer Stunde liegen. Die Frage ist nur, ob sich der Arbeitgeber darauf einlassen kann.

Noch mal zur Klarheit, Du hast während des Hamburger Modells keinen Anspruch auf Urlaub, Dein Arbeitgeber hat aber auch keinen Anspruch auf eine Arbeitsleistung. Kannst Du mal einen Tag nicht, meldest Du Dich (mit ärztlicher bescheinigung) krank. Achtung: Bleibst Du mindestens 7 Tage während der Eingliederung zu Hause, gilt sie als gescheitert. Ausnahme: Du bleibst bspw. wegen einer Erkältung der Arbeit fern, dann kann der Arbeitgeber einen Fortbestand beim Träger anregen.

Eine Alternative wäre für Dich wahrscheinlich auch keine Teilzeitarbeit - oder? Der Arbeitgeber kann nur bei sehr wenigen Situationen Dir Deinen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit verweigern. Allerdings würde das für Dich natürlich eine finanzielle Einbuße bedeuten. Denn das Krankengeld fällt in dieser Variante weg, da Du ja arbeitsfähig bist. Und Du erhälst nur noch ein Entgelt für bspw. 3 Tage pro Woche.

Gruß Stefan

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Hello,
Ich habe ein kleines problem - ich bin zeit Januar Krank geschrieben, und mache seit August ein Arbeitswiedereingliederung mit.
Am angang dachte ich das es ziemlich schnell gehen wurde, und habe mit mein Arbeitgeber vereinbart das ich in November eine Woche Urlaub nehmen kann - ich stamme aus ein andere EU land, und muß mich dringend um ein paar Private sachen kummern.
Jetzt ist es so - der Wiedereingliederung dauert doch etwas länger, und ich habe schon ein flug gebucht - was soll ich tun?
MFG
M

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Hallo M.

Du hast da ein sehr schwieriges Problem. Einerseits bist Du arbeitsunfähig, somit stehst Du Deinem Arbeitgeber nicht (im Sinne des Arbeitsrechts) voll zur Verfügung und hast damit auch keinen Urlaubsanspruch. Andererseits bist Du zwar arbeitsunfähig aber eben halt in der Wiedereingliederung. Wärst Du "nur" arbeitsunfähig, würde es ausreichen, wenn Dein Arzt bestätigt, dass die Reise Deiner Genesung nicht im Wege steht und Du könntest fliegen. Du kannst in Deinem Fall auch nicht "einfach" der Arbeit fern bleiben und von Deinem Arzt bescheinigen lassen, dass Du zurzeit nicht zur Arbeit kommen kannst. Eine Unterbrechung von 7 Tagen würde die Wiedereingliederung sehr stark gefährden und unter Umständen aufheben.

Das was für Dich wohl einzig möglich wäre, ist
1. mit Deinem Arzt ganz offen zu reden, dass Du verreisen musst und Du inerhalb von 6 Tagen wieder die Arbeit aufnehmen kannst. Wenn Dein Arzt sein OK gibt, dass die Reise medizinisch zu vertreten ist, musst Du
2. Deinen Arbeitgeber informieren und auch ihn überzeugen, dass er damit einverstanden ist.

Eine andere Möglichkeit sehe ich nicht, außer die Reise zu verschieben.

Ich weiß allerdings nicht ob und wie die Krankenkasse hier informiert wird / werden muß. Das kann Dir Dein Arzt aber sicher sagen.

Gruß Stefan

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Hallo,
auch ich habe eine Frage. Mein Mann ( Privat krankenversichert ) soll ab Mittwoch, laut seinem Arzt und der Krankenkasse, an der Wiedereingliederung mit 4 Std. täglich teilnehmen.
Der Arbeitgeber hat bis heute seine Zustimmung verweigert und möchte erst ein persönliches Gespräch. Was kann jetzt passieren wenn der Arbeitgeber die Zustimmung verweigert. Hat hier jemand Informationen für mich.
Vielen Dank
Angelika

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Hallo Angelika,

es ist schwierig hier auf Einzelfälle direkt und umfassend einzugehen. Dies kommt immer sehr einer Rechtsberatung nahe, die wir hier nicht vornehmen können.

Ganz allgemein gesagt, ist es durchaus nachvollziehbar, wenn der Arbeitgeber zunächst in einem persönlichen Gespräch nähere Informationen möchte. Dies ist legitim und durchaus im Interesse aller, zumal viele Arbeitgeber wenig über das Hamburger Modell wissen und oftmals nicht über eine gut besetzte Personalabteilung verfügen. Sicherlich ist man als Arbeitgeber zunächst etwas irritiert, wenn man lediglich die Mitteilung erhält "ab Mittwoch Hamburger Modell", ohne sich über seine Möglichkeiten informiert zu fühlen.

Der Arbeitgeber muss dem Hamburger Modell zustimmen und kann es ohne Begründung auch ablehnen.

Aber: Seit 2004 gibt es das betriebliche Eingliederungsmanagement (BE), hierunter fällt u.a. auch das Hamburger Modell. Das BE ist Aufgabe des Arbeitgebers. Das Ziel des BE ist die Arbeitsunfähigkeit zu beseitigen, die Möglichkeit neuer Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz des Arbeitnehmers zu erhalten. Es ist verpflichtend für alle Arbeitgeber, sobald ein Arbeitnehmer mindestens sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig innerhalb eines Jahres ist. Grundlage ist der § 84 Abs. 2 SGB IX.

Der Arbeitgeber muß bei einer Ablehnung detailliert beweisen, dass eine Änderung des Arbeitsplatzes mit der Folge der Reduzierung der krankheitsbedingten Fehlzeiten nicht möglich ist. Dies kann er aber nur, wenn er ein betriebliches Eingliederungsmanagement hat und dieses auch Anwendung findet.

Gruß Stefan

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Ist die Wiedereingliederung nur beim altenArbeitgeber möglich?
WAs machen dann Leute die Selbstänidi sind- krank werden
oder Leute die arbeitslos sind undkrank werden?
Bei mir wird von der KK abgelehnt, weil ichkeinen alten Arbeitgeber habe- was nun?

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Hallo SE,

hier eine Info, die ich zur Krankenkasse gefunden habe:

------------------------------------------
Soll die Krankenversicherung der Kostenträger sein, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Es besteht noch Anspruch auf Krankengeld bzw. es liegt noch Arbeitsunfähigkeit vor für die Dauer der Wiedereingliederungsmaßnahme.
Der Versicherte ist mit der Maßnahme einverstanden.
Der Arzt stellt einen Wiedereingliederungsplan auf.
Der Arbeitgeber erklärt sich mit der Maßnahme einverstanden.
Der Versicherte wird am bisherigen Arbeitsplatz eingesetzt.

2.2. Andere Kostenträger
Bei allen anderen Kostenträgern müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Arbeitsunfähigkeit.
Ärztliche Feststellung, dass die bisherige Tätigkeit wenigstens teilweise wieder verrichtet werden kann.
Medizinische Rehamaßnahme, bei der festgestellt wurde, dass eine Stufenweise Wiedereingliederung notwendig ist.

Quelle:
http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Stufenweise-Wiedereingliederung-465.html
------------------------------------------------

Ich kann mir praktisch auch keinen neuen Arbeitgeber vorstellen, der bereit wäre, einen neuen Arbeitnehmer einzustellen mit der Voraussetzung, für einige Wochen im Wiedereingliederungsprogramm krank geschrieben zu sein.

Ich poste Dir auch noch einmal eine Passage rein, die ich auf der Seite der Deutschen Rentenversicherung gefunden habe:
------------------------------------------------
Frage: 6. Wer kann eine stufenweise Wiedereingliederung erhalten? Antwort: Grundsätzlich berechtigt sind arbeitsunfähige Versicherte, die eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation (auch AHB bzw. AGM) der Deutschen Rentenversicherung Bund durchführen und ein Leistungsvermögen besitzen, das es ihnen ermöglicht, die bisherige Tätigkeit am bisherigen Arbeitsplatz teilweise auszuüben, z.B. Arbeitnehmer (auch Teilzeitbeschäftigte), Auszubildende und Selbständige sowie Antragsteller auf Rente wegen Erwerbsminderung bzw. Empfänger einer solchen Rente; hier ist vor Einleitung einer stufenweisen Wiedereingliederung die Zustimmung der Deutschen Rentenversicherung Bund einzuholen.

Quelle: http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

b) Bzgl. Selbständigkeit: Hier gibt es - so sehe ich die Info der Rentenbehörde - zumindest wenn die Rentenversicherung die Wiedereingliederungsmaßnahme trägt, grundsätzlich die Möglichkeit einer Wiedereingliederung. Kenne auch persönlich ein Beispiel, in dem dann die Krankenkasse in der Zeit das Krankengeld bezahlte, bis die Person wieder voll arbeitsfähig war. Wie dies jedoch konkret dann abläuft, kann ich Dir jedoch leider nicht sagen. Aber ein Hausarzt bzw. die Krankenversicherung weiß hier bestimmt Bescheid. Aber auch hier: Die Selbständigkeit müsste wahrscheinlich vorher schon gegeben sein, denke ich. Denn es geht ja um eine "Wieder-"eingliederung in Deine alte Tätigkeit, oder?

c) Es scheint ein komplizierter Fall bei Dir zu sein. Aufgrund Deiner Beschreibung kann ich Dir jedoch auch keine zufriedenstellende Antwort geben, sondern nur noch mehr fragen: - Welchen "Status" hast Du zurzeit? - Bist Du arbeitslos? ALG 1 oder Hartz 4? - Bist Du aktuell noch krank geschrieben? Und ja, wie lange? - Warst Du bereits in einer Reha-Maßnahme? - Und was sagt Dein Arzt? -Wer brachte das Wiedereingliederungsprogramm in die Diskussion? Auf Basis der Antworten sollte dann nämlich klar sein, welches Amt/welche Behörde für Dich zuständig ist, und mit wem Du das weitere Vorgehen besprechen solltest. Ich hoffe, dass all das ein wenig weiterhilft. Leider ist alles komplizierter... Viele Gruesse, Susanne

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Hallo Leute,
ich bin seit Anfang des Jahres wg. Depression und Burn-Out krank(geschrieben). Habe eine Reha hintermir und seit Oktober nehme ich an der Wiedereingliederung teil. Es ist ätzend!
Die Zahlung von Oktober habe ich bis jetzt nicht bekommen (der Kostenträger wartet auf den Entlassungsbericht von der Klinik), mittlerweile auch finanzielle Probleme und Sorgen. Auf der Arbeit werde ich von einigen KollegInnen einfach ignoriert. Der psychische Druck ist für mich also enorm. Da kommt schon häufig vor, dass ich nachts nicht schlafen kann und morgens mich mit Migräne und starken Bauchschmerzen quälen muss.
Meine Frage ist, ob ich jedes mal dann zum Arzt gehen muss um mir eine AU zu holen? Ab wieviele Tage Abwesenheit ist die Wiedereingliederung als gescheitert zu betrachten?
In normalem Falle ist es so, dass ich erst ab dem 3. Krankheitstage eine AU einreichen müsste.
Vielen Dank für eure Infos im Voraus!

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Hallo,

das hört sich nicht gut an. Gleichzeitig wissen wir natürlich zu wenig, um konkret weitere Infos geben zu können.

Wegen

a) Wer ist denn der Kostenträger?
Krankenkasse oder Rentenversicherung?

Wegen des Geldes würde ich hier etwas "freundlich" Druck und deutlich machen, dass es für Dich mehr als kontraproduktiv ist, wenn zu dem Wiedereingliederungsprogramm noch finanzielle Sorgen kommen. Hier kannst Du Dich zur Not auch an Deinen Arzt wenden, und ihn vielleicht bitten, bei dem Kostenträgerund der Reha-Klinik mal anzurufen - denn der Zustand ist natürlich unhaltbar.

b) Wegen des Betriebsklimas: Hier kann ich Dir nur Mut machen, mit Deinem Arbeitgeber/Vorgesetzten bzw. dem Zuständigen für das Wiedereingliederungsprogramm, und auch mit Deinem Arzt zu sprechen. Denn es geht ja auch darum, die Probleme anzusprechen, um auch wieder längerfristig gut und gern dort zu arbeiten, oder? Dafür ist ein Wiedereingliederungsprogramm ja auch da, oder?

c) Alle anderen Fragen sind wiederum recht individuell. Sicherlich gibt es auch hier Gesetzestexte, aber immer wieder hängt es von dem individuellen Fall ab. Wenn Du eine Grippe hast und für eine Woche zuhause bleiben musst, ist dies sicherlich etwas anderes, als wenn Du aufgrund der Symptome des Burnouts, wegen dem Du ja wahrscheinlich das Wiedereingliederungsprogramm machst, zuhause bleiben musst. Und die herkömmlichen AU-Regeln (3. Tag) können ja letztlich nicht mehr greifen, da Du während des Wiedereingliederungsprogramms ja sowieso schon in einem Sonderstatus bist, oder?

Meine ganz persönliche Meinung? Grundsätzlich musst Du das Wiedereingliederungsprogramm erfüllen, d.h. die zu erbringenden Leistungen erfüllen. Diese sollen dann ja auch wieder kontinuierlich gesteigert werden. Wenn dies aus irgendeinem Grund, selbst an einem Tag, nicht möglich ist, würde ich an Deiner Stelle sofort zum Arzt gehen und mit ihm darüber sprechen. Und wenn dies öfter vorkommt (solange dauert ein Wiedereingliederungsprogramm ja nicht...), greift für mich (b) - Gespräch mit dem Arbeitgeber.
Denn der Arbeitgeber hat ja das Formular zur Wiedereingliederung mit unterschrieben, oder?

Viel Glück, Agnes

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Hi,

Stefan schrieb weiter oben noch etwas zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen:

"Achtung: Bleibst Du mindestens 7 Tage während der Eingliederung zu Hause, gilt sie als gescheitert. Ausnahme: Du bleibst bspw. wegen einer Erkältung der Arbeit fern, dann kann der Arbeitgeber einen Fortbestand beim Träger anregen."

Das deckt sich mit dem, was ich persönlich oben Dir schon schrieb. Und ehrlich? Je länger ich darüber nachdenke, würde ich Dir stark zu zwei Gesprächen raten, a) Arzt, b) Arbeitgeber/Chef.

Noch einmal einen herzlichen Gruss, Agnes

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Moin Moin Zusammen,

hatte Ende April eine NotOp (Bauchaortenaneyrysma)mit anschliessender REHA. Habe mich danach wieder fit gefühlt und im August wieder angefangen zu arbeiten. Letztlich wird mir jetzt klar, dass das viel zu früh war. Ich bin nicht 100% einsatzfähig. Mein Chef/kollegen haben das Nachsehen, weil sie einen Teil meiner Arbeit übernehmen müssen. Zudem habe ich seit ein paar Wochen eine Harnleiterschiene aufgrund eines Nierenstaus - wobei man nicht weiss ob dies mit der damaligen OP zusammenhängt - die mir, unter anderem wegen der Marcumar Einnahme, ziemlich Probleme verursacht. D.h. ich muss ziemlich viele Arzttermine wahrnehmen und musste auch schon des öfteren früher gehen, da es mir nicht gut ging. Mittlerweile gab es schon ein Mitarbeitergespräch, in dem klar gemacht wurde, dass dies auf Dauer - natürlich - nicht möglich sei. Am besten wäre für mich und den Arbeitgeber ein Modell, das mir eine langsame Wiedereingliederung ermöglicht und dem Arbeitgeber die Möglichkeit gibt für mich eine Vertretung einzustellen. Was mach ich nun? Gibt es die Möglichkeit einer späteren Wiedereingliederung? Muss ich erst wieder krank geschrieben werden? Mein Arbeitgeber steht hinter mir, möchte mich behalten, aber es muss eine Lösung her! Was für Möglichkeiten habe ich?
Vielen Dank für Infos vorab + Gruss,
Anja

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Hi,

wegen des Arbeitgebers: Dringende und wichtige Arzttermine dürfen auch während der Arbeitszeit wahrgenommen werden. Jedoch schreibst Du nicht, um wie viel Zeit es sich in der Woche handelt, darum ist es schwer, dies von außerhalb zu beurteilen, ob wirklich eine andere Lösung notwendig ist. Wenn es Dir jedoch so schlecht geht, dass Du öfters früher gehen musst, solltest Du sowieso darüber nachdenken, ob eine Krankschreibung und "Zuhause bleiben" erst einmal nicht doch gut wäre. Aber das weißt Du sicherlich. Und es ist ja auch gut, wenn Ihr gemeinsam nach einer anderen, besseren Lösung für beide Seiten sucht.

Grundsätzlich bist Du während einer Wiedereingliederung krank geschrieben. Und grundsätzlich steht eine Wiedereingliederung "nur" an nach längerer Krankschreibung bzw. Reha an, d.h. sinnvoll wäre es wahrscheinlich im August gewesen. Aber das hilft Dir nun sicherlich auch nicht weiter.

Mein dringender Rat: Rede mit Deinem Arzt, vielleicht kann er auch mit der Krankenkasse reden - denn letztlich wird diese ansonsten nachfragen.

Denn sicherlich gibt es in Ausnahmefällen und bei Komplikationen (die bei Dir ja eindeutig aufgekommen sind) die Möglichkeit, Dich erst einmal krank zu schreiben, bis es Dir wieder ein wenig besser geht, und dann eine Art Wiedereingliederungsprogramm anzuschließen. Aber wie gesagt: Der behandelnde Arzt wird hier eine wichtige Rolle spielen. Gut ist jedoch, dass Dein Arbeitgeber - soweit Du schreibst - Dich unterstützt.

Gute Besserung wünscht Dir Fee

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Hallo zusammen,

ich bin seit 4 Wochen krank geschrieben – es geht mir schon viel besser, allerdings bin ich gesundheitlich nicht ganz weit genug um meine Arbeit wieder aufzunehmen. Aus diesem Grund hat der Arzt mich eine weitere Woche krank geschrieben (die 5. Woche) und möchte beim nächsten Termin mit mir über eine Wiedereingliederung sprechen.

Ich habe hier gelesen, dass die Krankenkasse während der Wiedereingliederung Krankengeld bezahlt. Aber gesetzlich bekommt man während der ersten 6 Wochen einer Krankschreibung weiterhin sein volles Gehalt vom Arbeitgeber. Meine Frage ist folgende: Sollte ich innerhalb diesen 6 Wochen (sprich ab Anfang der 6. Woche) mit einer Wiedereingliederung anfangen, ist mein Arbeitgeber nicht verpflichtet mir das volle Gehalt für diese erste Woche der Wiedereingliederung zu bezahlen?
Mir geht es hier nicht um das Geld (ich will nur erfolgreich wieder in die Arbeit einsteigen) – es scheint mir nur unlogisch, wenn dies nicht der Fall ist – nach dem Motto: Sollte ich die 6. Woche voll krankgeschrieben bleiben, bekomme ich das volle Gehalt vom Arbeitgeber, sollte ich aber in der 6. Woche teilzeit arbeiten (Wiedereingliederung) zahlt der Arbeiter nichts, dafür aber die Krankenkasse.

Könnte jemand mir aufklären?
Vielen Dank,
Sandra

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Hallo zusammen,

ich bin seit 4 Wochen krank geschrieben – es geht mir schon viel besser, allerdings bin ich gesundheitlich nicht ganz weit genug um meine Arbeit wieder aufzunehmen. Aus diesem Grund hat der Arzt mich eine weitere Woche krank geschrieben (die 5. Woche) und möchte beim nächsten Termin mit mir über eine Wiedereingliederung sprechen.

Ich habe hier gelesen, dass die Krankenkasse während der Wiedereingliederung Krankengeld bezahlt. Aber gesetzlich bekommt man während der ersten 6 Wochen einer Krankschreibung weiterhin sein volles Gehalt vom Arbeitgeber. Meine Frage ist folgende: Sollte ich innerhalb diesen 6 Wochen (sprich ab Anfang der 6. Woche) mit einer Wiedereingliederung anfangen, ist mein Arbeitgeber nicht verpflichtet mir das volle Gehalt für diese erste Woche der Wiedereingliederung zu bezahlen?
Mir geht es hier nicht um das Geld (ich will nur erfolgreich wieder in die Arbeit einsteigen) – es scheint mir nur unlogisch, wenn dies nicht der Fall ist – nach dem Motto: Sollte ich die 6. Woche voll krankgeschrieben bleiben, bekomme ich das volle Gehalt vom Arbeitgeber, sollte ich aber in der 6. Woche teilzeit arbeiten (nach dem Hamburger Modell) zahlt der Arbeiter nichts, dafür aber die Krankenkasse.

Könnte jemand mir aufklären?
Vielen Dank

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Hallo,

Sie sind in der Wiedereingliederung auch offiziell krank geschrieben. D.h. in der 6. Woche bekämen sie noch Gehalt vom Arbeitgebe, danach kommt die Krankenkasse ins Spiel.

Herzliche Gruesse und gute Besserung!

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Hallo

ich habe auch ein problem ich bin seit 7 monaten krankgeschrieben. und wollte eine eingliederung machen das mein arbeitgeber nicht genehmigt hat.aber einem anderen kollegen hatt er das vor 1jahr genehmigt.ist sein verhalten korrekt? ich empfinde es als diskrieminierend und mobbing
was kann ich nun tun ich bin seit 9 jahren dort tätig.
wer kann mir helfen?

danke
lg

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Hallo,

nach meinen Informationen besteht ein Rechtsanspruch auf die Wiedereingliederung nur bei Schwerbehinderung, ansonsten leider nicht.

Siehe hier auch: http://www.integrationsaemter.de/webcom/show_lexikon.php/_c-578/_nr-247/i.html.

Dort steht:

Auf die stufenweise Wiedereingliederung hat der nicht schwerbehinderte Arbeitnehmer keinen Rechtsanspruch gegen seinen Arbeitgeber. Schwerbehinderte Beschäftigte haben demgegenüber nach § 81 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 SGB IX grundsätzlich einen Rechtsanspruch auf stufenweise Wiedereingliederung (vgl. BAG vom 13.06.2006 – 9 AZR 229/05).

Im Übrigen ist der Arbeitgeber aufgrund von § 84 Abs. 2 SGB IX bei allen Beschäftigten – also auch nicht schwerbehinderten Arbeitnehmern – gehalten, im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements die Möglichkeit einer stufenweisen Wiedereingliederung sorgfältig zu prüfen und in seine Überlegungen zur Vermeidung weiterer Arbeitsunfähigkeit des Beschäftigten einzubeziehen. Sie ist nicht durchführbar, wenn der Arbeitgeber glaubhaft macht, den Arbeitnehmer unter den vom behandelnden Arzt genannten Vorgaben nicht beschäftigen zu können oder es an einer ärztlichen Bescheinigung mit einem konkreten Wiedereingliederungsplan mit den aus ärztlicher Sicht zulässigen Arbeitstätigkeiten fehlt.

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Hallo,

ich hab da ein Problem bei dem ich mal Eure Hilfe brauche. Ich mache nach 6-monatiger Krankheit eine stufenweise Wiedereingliederung von momentan 4h. Das heist ich arbeite von 8-12 Uhr. Ich habe allerdings letztens bei einem Außendiensteinsatz mal von 8-20.30 Uhr gearbeitet. Diese zu viel gearbeitete Zeit wollte ich jetzt absetzen. Da fällt meinem Chef auf einmal ein das ich doch bei 4h Wiedereingliederungszeit eigentlich noch eine halbe Stunde Pause mit rausarbeiten müsste, sprich ich soll bis 12.30Uhr arbeiten. Das fällt ihm allerdings jetzt erst ein, nachdem ich bereits seit 5!!! Wochen jeden Tag von 8-12Uhr gearbeitet habe. Kann mein Chef jetzt von mir verlangen die "entgangene" Zeit nach zu arbeiten? Muss ich überhaupt die 30min. Pause an meine 4h Wiedereingliederungszeit anhängen?

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Hallo,

bzgl. Ihrer Fragen wäre es vor allem wichtig, auch mit Ihrem Arzt zu sprechen.

Grundsaetzlich ist es so,

a) dass 4 h Arbeit auch wirklich 4 h Arbeit bedeuten. Wenn Ihr Chef verlangt, eine halbe Stunde Pause "rauszuarbeiten", dann bedeutet dies auch, dass Sie in der Zeit von 8 h bis 12.30 h eine halbe Stunde Pause machen. Das sollten Sie mit Ihrem Arzt und Ihrem Chef besprechen.
Aufgrund Ihrer Schilderungen gehe ich davon aus, dass Ihre Stundenzahl demnaechst eventuell wieder gesteigert wird (ist oft nach 4 bis 6 Wochen so ueblich). Lassen Sie dann Ihren Arzt dann am besten in dem dafuer vorgesehenen Formular eintragen, wie viel Arbeitszeit am Stueck, wie viel Pause am Tag sinnvoll ist. Damit haben Sie die Formalitaeten erfuellt.

b) Was in dem Wiedereingliederungsprogramm nicht vorgesehen ist, und fuer Schwierigkeiten sorgen koennte, sind Ganztagsarbeitstage (Aussendiensteinsatz). Ihr Arzt hat nicht zu Unrecht zu einem Wiedereingliederungsprogramm von aktuell 4 Stunden geraten - da sind solche Tage Gift - fuer Ihre Gesundheit, aber natuerlich auch fuer Ihre Wahrnehmung im Betrieb. Denn fraglich ist fuer Ihren Chef damit ja vielleicht auch: Sind Sie krank? Oder packen Sie das gerade schon ganz "easy", und brauchen das Wiedereingliederungsprogramm "eigentlich" nicht? Ich rate Ihnen daher eher davon ab, die zuviel gearbeitete Zeit absetzen zu wollen; und parallel klarer das Wiedereingliederungsprogramm inkl. die vorgegebenen Stunden und Pausen (diese kann Ihr Arzt auch in das Formular immer wieder eintragen) auch einzuhalten.

Ich hoffe, wir konnten Ihnen ein wenig weiterhelfen. Auf jeden Fall von dieser Seite schon einmal GUTE BESSERUNG!

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Hallo,

hoffe Ihr könnt mir helfen. Also bin seit ca. einem Jahr krank (Depri, Borderl., bipo). Habe vor sechs Wo. Ham. Mod. angefangen und bin jetzt bei 4 Std., wenn ich zwei Arzttermine an einem Tag habe und ich meine 4 Std. nicht erfüllen kann, ist das ein Problem gegenüber dem Arbeitgeber? Ging nicht anders mit den Terminen! Hab jetzt schon wieder ein mega schlechtes Gewissen, weil der Personaler sehr unfreundliche war und ich schon wieder die Schuld bei mir suche!

Über eine rasche Antwort würde ich mich freuen!

LG
Schnuppel

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Hi,

ich würde schon schauen, dass es eine Ausnahme bleibt mit dem Weniger Arbeiten als 4 Stunden, d.h. im Notfall die Arzttermine verschieben. Denn letztlich muss Ihr Arbeitgeber ja bzgl. der Stundenanzahl ja auch planen können.

Aber wenn es gerade nicht anders geht und die Arzttermine wirklich dringend notwendig sind, würde ich dem Personaler das eben auch genauso sagen à la "Es ist eine Ausnahme aufgrund meiner gesundheitlichen Situation, normalerweise schaue ich ja, dass ich die Arzttermine anders legen kann..."

Und evtl. die Zeit, die fehlt (wie viel ist es denn?) an den nächsten Tagen verteilt nacharbeiten, so dass Sie zum einen an Ihrer Heilung weiter arbeiten können, zum anderen aber auch zeigen können, das Sie das Interesse Ihres Arbeitgebers wahrnehmen.

Damit sollte die Situation aber auch geklärt sein.

Auf jeden Fall alles Gute!!!

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Hi,
erst mal ein dickes Lob an diese Seite - sehr informativ.

Ich habe beim Lesen einige Verständnisprobleme:

Wiedereingliederung - stufenweise Stundenerhöhung nach Plan.
In dieser Zeit sollen Arztbesuche durchgeführt werden, um abzuklären, ob alles in der gewünschten Richtung verläuft. Die Arztpraxis zu der ich muss, hat nur Vormittags geöffnet. Ich habe einen sehr langen Anfahrtsweg von 1 h zur Arbeit. Bei einem Arzttermin müssten dann etwa 3 h raus gearbeitet werden, da Freitags aber nur bis 14Uhr gearbeitet wird, würde ich also nur 3 h arbeiten, was bei der Anfahrt wenig Sinn macht. Bleibe ich den ganzen Tag (Zustimmung des Arbeitgebers vorausgesetzt) zu Hause, müssen 6 h raus gearbeitet werden. Hier verstehe ich es nicht: Es müssen dann also 7-8 h gearbeitet, es kommen Pausenzeiten dazu und schon wäre ich bei einer vollen Arbeitswoche, was dem Plan widerspricht.
Bin dankbar für Hilfe bei meiner verqueren Überlegung
Gruß Sabrina

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Hi Sabrina,

ich überprüfe mal, ob ich alles richtig verstanden habe. Wenn etwas falsch wiedergegeben ist, bitte verbessern:

a) Du bist in einem Wiedereingliederungsprogramm
b) Dein Arzt, der dieses Programm mit befürwortet, also auch die notwendigen Formulare etc. ausfüllt, und schaut, wie es Dir geht, hat nur vormittags geöffnet
c) Du fährst eine Stunde zur Arbeit.
d) Du fängst mit ca. ? h an?!?

Nach meiner Einschätzung dürfte es nicht so große Probleme geben.

Denn

a) musst Du während des Wiedereingliederungsprogramms ja nicht täglich zum Arzt, sondern in der Regel nur alle ein, zwei oder drei Wochen (war bei mir zumindest so; mein Arzt wollte mich anfangs jede Woche, später alle zwei Wochen sehen)

b) kannst Du Deinen Arzt auch fragen, ob er nachmittags eventuell Bestellpraxis hat, und einen separaten Termin vereinbaren

c) Wenn Du bei Deinem Arzt frühmorgens schon einen Termin hast, kannst Du auf jeden Fall Montag bis Donnerstag danach zu Deinem Arbeitgeber fahren, und trotzdem zumindest Deine vereinbarte Zeit abarbeiten(meist wird beim Wiedereingliederungsprogramm ja mit ca. 3 oder 4 Stunden täglich angefangen, danach erhöht auf 5-6 Stunden, dann 8 Stunden täglich, also wieder Vollzeit). Da sehe ich das Problem nicht wirklich.

d) Du musst einfach nur darauf Acht geben, dass Du Freitags (!) keinen Arzttermin hast. Aber das müsste ja möglich sein, oder?

e) Und wenn Du wieder Vollzeit arbeitest, also wieder gesund bist, wirst Du wie früher verfahren müssen: Arzttermin, später zu Arbeit kommen, und dafür die Zeit wieder nachholen...

Sind Deine Sorgen damit etwas kleiner geworden?

Gute Besserung auf jeden Fall!

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Hallo,
ich habe auch eine komplizierte Frage:
Mein Mann ist seit einem Jahr krank geschrieben - Burn out. War bisher in 3 Krankenhäusern und einer 6wöchigen Reha. Er ist noch nicht arbeitsfähig, nun drängt ein wenig die Zeit und die Krankenkasse. Er "plant" ab November über das Hamburger Modell wieder in seinen Beruf zurück zu kehren. Wie ist das mit der Kostenübernahme? Läuft das Krankengeld nach 1½ Jahr aus, wird es weiterhin bezahlt oder übernimmt dann die Rentenversicherung die Zahlung mit Übergangsgeld?
Ich bin sehr dankbar für eine Info!
Liebe Grüße

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Hallo,

das ist wirklich eine ziemlich komplizierte Frage, bei der ich an Ihrer Stelle auf jeden Fall die Krankenkasse direkt kontaktieren würde.

Normalerweise ist es so, dass nach 1,5 Jahren (78 Wochen) Jahren Krankschreibung eine Aussteuerung aus der Krankenkasse ansteht - wenn der MDK diese 78 Wochen weiterhin gut heißt.

D.h. es gäbe danach kein Krankengeld mehr. Bei weiterer Arbeitsunfähigkeit und der Nahtlosregelung steht dann der Gang zur Agentur für Arbeit an, wo bei bestehendem Anspruch ALG 1 bezahlt wird, auch wenn man weiterhin als arbeitsunfähig gilt. Eine Untersuchung durch einen Arzt der Agentur für Arbeit wird in der Regel dann jedoch zusätzlich stattfinden.

Das ist der Normalfall!

Übergangsgeld durch die Rentenversicherung gibt es in der Regel nur während einer Reha-Maßnahme bzw. wenn sich das Wiedereingliederungsprogramm direkt an eine Reha-Maßnahme anschließt.Und ich gehe davon aus, dass das Wiedereingliederungsprogramm nicht als solche gilt bzw. dass dies hier nicht der Fall ist? Oder doch?

Da Teilnehmer eines Wiedereingliederungsprogramms ja als "krank geschrieben" gelten, würde ich erst einmal davon ausgehen, dass der Fall ähnlich gelagert ist wie oben (also nach 78 Wochen Ausgliederung, Melden bei Agentur der Arbeit und bei Anspruch ALG 1). Aber ich kann nicht genau sagen, ob es hier nicht doch eine Ausnahmeregelung ist. Sorry!!

Daher mein Tipp: Fragen!

Bei der Krankenkasse, bei dem behandelnden Arzt/Therapeut, in den bisherigen Kliniken (gab es dort keine Sozialberatung?)... und überprüfen, inwieweit es nicht doch hilfreich wäre, das Wiedereingliederungsprogramm nach vorn zu schieben.

Alles Gute auf jeden Fall!!!

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Hallo fee,
vielen Dank für die schnelle Info, wir werden uns auf jeden Fall kundig machen.
Liebe Grüße

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Hallo mal wieder,

dringend Hilfe. Habe ja schon vor einiger Zeit mitgeteilt, dass ich im Ham. Mo. arbeite. Es gab ein Gespr. mit der Pers.-Abtl. in der man mir nahe legte einen Antrag einzureichen, dass ich zukünftig nur noch sechs Std. arbeiten soll, weil sie der Meinung sind, dass ich in Vollzeit mich wieder überlasten würde. Gesagt getan, war mir recht. Gestern Donnerst. wurde mir dann gesagt, dass man erstaunt über meinen Antrag mit den sechs Std. wäre und man mir raten würde, weil sie sehen würden, dass ich mit der Gesamtbelastung noch nicht klar käme, dass Ham-Mo. zu verlängern, aber auf vier Std. runter zu gehen. Hm, sehe ich im prinzip ja genauso, vieles schmeißt mich schnell aus der Bahn und bin gleich wieder Depri u. meine Borderlinekiste kommt wieder mächtig zum tragen. Kostet unheimlich Kraft dagegen anzukämpfen. Mit Hinblick aber auf einer vollen Eingliederung hat mein Arbeitgeber mir aber im Sept. Urlaub genehmigt und ich habe gebucht, was nun. Achja, er hat auch gesagt er kann mir z. Zt. nur vier Stunden anbieten, habe aber eigentlich einen Vertrag für 7 Std. bin 50% Schwerbeh. Was soll ich jetzt machen, bin total verzweifelt, habe heute Termin bei Psychiater.
LG

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Hi,

eine verworrene Situation. Ich würde wahrscheinlich mit der Krankenkasse sprechen, und dies klären, eventuell gibt es ja auch eine Sonderlösung? Ein Urlaub lässt sich ja auch für die Gesundung rechtfertigen - es sei denn, Du hast vor, einen Abenteuerurlaub oder ähnliches zu machen, der Deiner Genesung eher im Wege steht.

Übrigens: Habe selbst einmal während einer Krankschreibung in den Urlaub fahren dürfen - mit einem ärztlichen Attest und dem OK der Krankenkasse. Denn letztlich darfst Du während einer Krankschreibung (und das ist das Hamburger Modell ja auch) auch nicht ins Ausland - es sei denn, die Krankenkasse gibt ihr OK.

War damals jedoch nicht beschäftigt, daher spielte die Meinung des Arbeitgebers keine Rolle.

Wie sieht denn Dein Arbeitgeber das denn? Und was hat der Psychiater gesagt?

Herzliche Gruesse!

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Hallo ! Zunächst einmal vielen Dank an die bisherigen Leute, die kommentiert haben. Das ist schon klasse.
Nun zu meinem Problem: Ich bin 51 Jahre alt und arbeite nun seit 33 Jahren in einem großen Unternehmen in Frankfurt mit rd.8000 MA. Seit 2002 versucht man mich herauszuekeln, war in Führungsfunktion, verdiene dementsprechend gut. Mehrfache Trennungsgespräche, Abfindungsangebote etc. folgten. Nun muss man wissen, dass ich seit 2000 einen 70 % GDB habe (Leberprobleme, Diabetes,etc.). Sicherlich ist das der Hauptgrund. Angesichts der Arbeitsmarktlage habe ich mich jedoch angeklammert und konnte so einigen "Schüssen" ausweichen. So durchlief ich seit dieser zeit einige Abteilungen im Unternehmen und bin seit gut 18 Monaten gänzlich ohne Beschäftigung. Komme also morgens und gehe im Nachmittag.
Im Jahr 2008 traf mich der Tod meiner Eltern sehr und es folgten 5 Monate einer AU aufgrund Depression. Im Oktober 2009 erlitt ich eine schwere Thrombose und bin seit dieser Zeit krankgeschrieben. Meine priv. Krankenversicherung schickte mich mehrfach zum Gutachter, aber meine Hausärztin ist eine richtig gute, die lässt sich nicht die Butter vom Brot nehmen.

Zwischenzeitlich hat mein AG beim zuständigen Integrationsamt um Zustimmung zur ordentlichen Kündigung gebeten, wegen für ihn unzumutbarer Krankheiten. Die drucksen herum und gehen lieber auf Tauchstation.Mein Anwalt ist aber diesbezüglich auf der Hut. Jetzt läuft das Hamburger Modell mit 4 Std.für 1 Monat und 6 Stunden für den 2.Monat. Lt.Arzt ist der Zeitpunkt zur vollen Arbeitsfähigkeit im Formular Hamburger Modell derzeit nicht absehbar.

Nun will mich mein AG in ein völlig neue Position schieben, von der ich vermutlich fachlich scheitern könnte. Vorher- wie gesagt - hatte ich lange keine Stelle. Man könnte vermuten, wenn man an das böse im Menschen glaubt, dass der AG hierauf auch setzt und mich weiterhin mobt.


Nun zu meiner Frage: wer kennt so eine Situation bzw. wie sollte ich mich verhalten ? Wenn ich das merken sollte, dass das fachliche bzw. krankheitsfördernde hier auf mich zukommt, was passiert dann ? Die KÜ-Androhung ist vom AG mit dem Hinweis auf erfolgreiche Re-Integration zunächst zurückgezogen (auf Eis gelegt worden)worden, und die Krankenkasse sitzt mir auch im Nacken (wollen halt schnell aus der Leistungspflicht über Krankengeldzahlungen rutschen).

Vielen Dank für die Kommentare vorab -

Gruß

Klaus-Peter

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Hallo Klaus-Peter,

ganz ehrlich?

Auf Dich gut achten, das Wiedereingliederungsprogramm etwas länger laufen lassen (also z.B. nicht nur für einen Monat 4 Stunden), falls es Dir zuviel wird - und Dich aber im Zweifelsfall wieder voll krank schreiben lassen, wenn das Wiedereingliederungsprogramm zur Mobbing-Veranstaltung wird.

Ansonsten falls die Stelle für ein Wiedereingliederungsprogramm niht passt, kannst Du natürlich da auch Widerspruch einlegen - aber ich bin mir nicht sicher, ob Du Deinem Arbeitgeber zwecks seiner Bestrebungen, Dich loszuwerden, nicht noch einen Gefallen tun würdest.

Wichtig ist auf jeden Fall: Jeden Schritt mit Ärztin und Anwalt absprechen, gleichzeitig für Dich schauen, ob es nicht doch berufliche Alternativen geben könnte...

Ich weiß, dass das sicherlich nicht motiviert, gleichzeitig kann ich nur ahnen, wie viel an Versuchen in Deinem Unternehmen schon gestartet wurden, Dich rauszubekommen. Und dann würde ich an Deiner Stelle erst einmal darauf achten, dass Du nicht noch kränker wirst - auch wenn es irgendwann ein Aus bedeuten würde.

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Hallo,

ich finde die Seite richtig gut und mir wurden schon einige Fragen beantwortet, allerdings ist bei mir die Situation ein wenig anders als bei den meisten anderen.

Ich bin seit Juni krankgeschrieben, ich hatte einen Unfall.
Ich habe Krankengymnastik bekommen und mein Arzt hat einen Antrag auf eine ambulante Reha beantragt. Die Reha wurde nun auch bewilligt, allerdings bin ich auch grade in einer Wiedereingliederungsmaßnahme.

Also bei mir läuft es nicht wie normal
krank - Reha - Wiedereingleiderung, sondern
krank - Wiedereingliederung - reha.

Die Reha ist mir wichtig, da meine Bewegung noch eingeschränkt ist und ich damit nicht leben möchte.

Wie ist es denn nun geregelt? Momentan bekomme ich Krankengeld von der KV, was ist nach meiner Wiedereingliedrung? Bin ich dann wieder arbeitsfähig und mein AG muss mich bezahlen? Bin ich weiter krankgeschrieben?

Soll ich die Wiedereingliederung abbrechen? Oder wie läuft das ganze?

Über eure Hilfe wäre ich dankbar.

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Hi Chris,

puh, Dein Fall scheint nicht ganz unkompliziert sein - und ich kann Dir da auch nicht viel helfen, da einige Infos fehlen. Aber vielleicht helfen meine Bemerkungen und Tipps ein wenig weiter.

a) Ich bin seit Juni krankgeschrieben, ich hatte einen Unfall.

War es ein Arbeitsunfall oder Privat?

b) Von wem wurde die Reha bewilligt? Von der Krankenkasse oder von der Rentenversicherung?

c) Ist die ambulante Reha ganztags oder "nur" ein paar Stunden am Tag?

Von der Beantwortung der Fragen hängt viel ab. Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, wirst Du auch andere Entscheidungsmöglichkeiten haben.

Kurz: Ich würde mit meinem Arzt reden, der kann Dir auf jeden Fall helfen.

Vielleicht grundsätzlich zur Beruhigung:

Entweder bekommst Du während der Reha Geld von der Krankenkasse oder von der Rentenversicherung, je nachdem wer der Träger ist und wie die Reha konzipiert ist. Einmal heißt es Krankengeld, einmal Übergangsgeld, vom Betrag her müsste es daselbe sein.

Du bekommst mit Reha-Ende in der Regel einen Reha-Abschlussbericht, dort wird dann auch geschrieben, wie Du entlassen wirst bzw. es wird eine Empfehlung gegeben, mit der Dein Arzt weiter arbeiten kann. D.h. heute kann theoretisch noch niemand sagen, wie es nach der Reha weitergeht.

Z.B. wurde ich nach einer Reha einmal arbeitsunfähig mit Empfehlung sechs Monate Wiedereingliederungsprogramm entlassen (dann bekommst Du wiederum Geld von einem der beiden Träger), andere wiederum arbeitsfähig (dann geht das normale Arbeitsverhältnis weiter). Das hängt vom Verlauf der Reha, von Deiner Genesung, von der Einschätzung der Ärzte, von Deinen Wünschen und Deiner Leistungsfähigkeit etc. etc. ab. Grundsätzlich kann es auch sein, dass Du dann eine weitere Wiedereingliederung machst - oder dass Du gleich voll wieder einsteigst - oder dass Du nochmal voll krank geschrieben wirst, oder, oder.

Ich weiß, dass es manchmal sehr unangenehm ist, nicht klar planen zu können, aber geh' erst einmal zu Deinem Arzt und besprich' mit ihm, was Du jetzt tun musst. Und ruf' die Krankenkasse an, die kann Dich in den Bürokratiesachen beraten. Aber vor allem schau', dass Du so schnell wie möglich die Reha beginnen kannst (manchmal sind die Wartezeiten da ja auch echt lang), damit es Dir bald wieder besser geht!

Gute Besserung wünscht Dir Agnes

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Hallo Agnes,

zu deinen Fragen

a) der Unfall war privat.

b)die Reha wurde von der Rentenversicherung genehmigt.

c) ambulante ganztags Reha !


Mir war nur nicht so ganz klar was nach der Wiedereingliederung passiert, ob man dann automatisch wieder arbeitsfähig ist oder nicht.

Die Reha versucht mich direkt im Anschluss an die Wiedereingliederung einzuplanen.

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Hallo,
ich bin seit März 2010 krank geschrieben (Burnout/Depression)und war im Juli/August zur Reha.Von der Reha wurde ich als arbeitsunfähig entlassen, mit dem Hinweis zu Hause eine Tagesklinik aufzusuchen. Mittlerweile habe ich eine TK gefunden und werde bald aufgenommen.
Auch habe ich mit meinem AG schon gesprochen, dass ich meinen bisherigen Arbeitsplatz nicht mehr ausüben will(der hat mich krank gemacht!). Daraufhin hat mir mein AG eine neue Stelle angeboten mit der ich auch einverstanden bin. Der AG ist auch darüber schon informiert, dass ich mit dem Hamburger Modell wieder einsteige.
Der AG möchte aber nun, dass ich nach der TK meinen vollen Urlaub 2010 - 6 Wochen - nehme, bevor ich mit dem Modell anfange! Meine Frage geht das überhaupt??Habe ziemlichen Bammel, dass mich das nach der TK wieder zurück schmeißt! Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
LG Pia

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Hallo Pia,

aus Arbeitgebersicht ist das schon nachzuvollziehen. Während der Wiedereingliederung besteht kein Urlaubsanspruch. Das bedeutet, wenn Du beispielsweise im November mit dem Hamburger Modell startest, das ganze bis ins Jahr 2011 läuft, Du in 2011 6 Wochen Urlaub aus 2010 plus 6 Wochen Urlaub aus 2011 also 12 Wochen Urlaub beanspruchen kannst. Damit sieht Dich Dein Arbeitgeber gerade ein 3/4 Jahr und er wird sicherlich befürchten, dass Du dann schlechter am neuen Arbeitsplatz (den Du ja schon während der Wiedereingliederung stundenweise besetzt hast) voll eingeplant werden kannst. Nimmst Du Deinen vollen Urlaub für 2011 nicht, schiebst Du eine Bugwelle Urlaub in das übernächste Jahr und das ganze wird immer unüberschaubarer.

Persönlich würde ich es vielleicht auch als angenehm betrachten, nach der anstrengenden Phase der TK nochmal ein wenig abschalten zu können, um mich auf die nächste Phase einstellen zu können. Doof sind dabei eigentlich nur die 6 Wochen selbst. Das ist ja sehr lang. Vielleicht kann man sich auf 4 Wochen einigen und Du nimmst (schriftlich vereinbart) 2 Wochen Urlaub mit in 2011.

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber Urlaub aber nur anordnen/bestimmen, wenn betriebliche Gründe hierfür sprechen. Bspw. bei Betriebsferien. Und auch eine Ablehnung von Urlaub muss betriebsbedingt begündet werden. Bspw. starker Auftragseingang, Unabkömmlichkeit des Mitarbeiters usw. Ansonsten hast Du die Entscheidung über Deinen Urlaub. Wobei ich mich in so einem Fall ungern streiten würde.

Gruß Thomas

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Hallo Leute,

ich habe folgendes Problem. Seit 2 Jahren bin ich arbeitsunfähig erkrankt, ausgesteuert, ALG-I Bezieher. Nun wurde mir eine Teil-EU-Rente bewilligt mit einem Restleistungsvermögen von 3 bis unter 6 Stunden. Mein AG will mir einen leidensgerechten Apl anbieten, auf meinem Wunsch mit 4 Stunden täglich. Es wird ein neuer Arbeitsplatz mit neuem Umfeld sein und ich möchte das gerne mit einer stufenweisen Wiedereingliederung erproben. Die Krankenkasse zahlt nicht - wegen Aussteuerung, die Agentur für Arbeit zahlt nicht, wegen Feststellung von Restleistungsvermögen und Rententräger zahlt ebenfalls nicht, aus demselben Grund. Da ich jedoch schon sehr lange aus dem Arbeitsprozess gelangt bin, mich selber nicht einschätzen kann, was ich noch schaffe und nicht, hätte jemand eine Idee, was ich noch anstellen kann oder welche Mittel es noch gibt für eine Wiedereingliederung?

Danke für Antworten.

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Hallo Pia,

auch einen ganz lieben Gruß von mir. Weiß denn dein Arbeitgeber, dass Du nach der TK Angst hast, wieder ins Loch zu fallen, und daher recht schnell mit dem Wiedereingliederungsprogramm anfangen möchtest? Hat dann ja auch krankheitsbedingte Gründe? Kannst Du offen mit ihm reden? Dann wäre so eine Lösung mit ca. zwei bis drei Wochen Urlaub und zwischendurch mal reinschnuppern ("Hallo" sagen, damit Du etwas hast, worauf Du Dich freuen kannst), bevor die Wiedereingliederung wirklich beginnt, vielleicht eine Möglichkeit.

Eine andere Möglichkeit, die es noch gibt (habe ich selbst mal gemacht, weil es mir lieber war), die jedoch von "Der Urlaub steht mir doch zu" oft garnicht wahrgenommen wird: Du kannst selbstverständlich auch etwas Urlaub verfallen lassen. Ich persönlich finde so etwas gegen Ende des Jahres nicht schlimm, vor allem wenn mir Freizeit vielleicht aktuell sogar Angst macht...

Viel Glück auf jeden Fall!

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Hallo Susi H.,

erst einmal klasse, dass der Arbeitgeber Dir eine Lösung angeboten hat. So etwas passiert nicht immer. Herzlichen Glückwunsch!

Ein Wiedereingliederungsprogramm beginnt in der Regel mit 3 bis 4 Stunden täglich, weniger ist es nur in absoluten Ausnahmefällen. Und da wärst Du ja schon bei Deinem Halbtagsjob.

Daher würde aus meiner Sicht ein Wiedereingliederungsprogramm wirklich nicht viel Sinn ergeben.

Wie wäre es denn, wenn Du mit Deinem Arbeitgeber vereinbarst, dass Du in der ersten Woche drei Stunden am Tag machst, und die fehlenden Stunden danach reinarbeitest? Gibt es vielleicht sogar Gleitzeitkonten? Dann könntest Du damit anfangen -selbstverständlich sollte der Arbeitgeber einverstanden sein.

Alles Gute auf jeden Fall!

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Hallo Pia, hallo Agnes,

die Idee mit "Etwas Urlaub verfallen lassen" fand ich erst total hahnebüchend. Dann jedoch dachte ich mir auch, dass es ja Urlaub aus diesem - bald vergangenen - Jahr ist, den ich sozusagen garnicht wahrnehmen konnte aufgrund der Krankheit, obwohl ich Anspruch habe.

Und 2011 kommt ja der neue Urlaubsanspruch, den Du, Pia, hoffentlich richtig genießen kannst, Hmm...

Den ganzen Urlaub würde ich nicht verfallen lassen, aber so blöd wie die Idee für mich am Anfang klang, finde ich sie nun doch nicht... Trotzdem: Überlege Dir, ob Du nicht wenigstens 1-2 Wochen Urlaub nach der TK machen willst. Denn die ist ja auch nicht unstressig, oder?

Pia, ich drücke Dir die Daumen!

Hallo Susi H.,

was mir bei Deinem Beispiel noch einfiel: Machst Du denn noch laufend Therapie oder hast Du Betreuung oder ähnliches? Gibt es bei Euch Integrationsbeauftragte im Unternehmen?? Oft gibt es da ja wirklich Möglichkeiten zum offenen Gespräch, so dass eine gute Lösung für Dich gefunden werden kann, auch wenn ein Wiedereingliederungsprogramm rechtlich nicht machbar ist?

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Hallo,

ich hab ein Problem, das ein wenig ähnlich ist, aber doch etwas kompliziert.
Meine Lebensgefährtin 37 Jahre alt, hat letztes Jahr im April 2009 einen Schlaganfall gehabt.
Nach Krankenhausaufenthalt von 10 Tagen war sie 6 Wochen auf Kur, dann ca. 2-4 Wochen Daheim Krank und dann gleich die Stufenweise Eingliederung angefangen.
Ich muss schon sagen, dass sie zu gutmütig war und wieder mit der Eingliederung so schnell angefangen hat, damit Ihre Kollegin in Urlaub fliegen kann. Wollte sie halt Ihr Gefallen tun. Das war ein Fehler.
Sie ist zu 50% Schwerbehindert seitdem. Also ist anerkannt worden.
Anfang Oktober fing sie dann mit der Arbeit Voll an.
Feb. 2010 Burn Out, Psychische Störungen, Blöde Kommentare vom Arbeitgeber, wie z.B. „das sich der Ordner Kaputt lacht, als er den Ausweis in Akten ablegte“ usw.
Seitdem Feb. 2010 ist sie wieder AU und war bei Integrationsamt und durch Hilfe vom netten Herrn hat sie dann Teilrente beantragt.
Leider ist es im Juli/August abgelehnt worden. Sie macht aber immer noch 4 Std. Eingliederung.
Sie hatte gehofft, das die Rente bewilligt wird und das sie im November dann Halbtags arbeiten kann. Nun das ist leider nicht der Fall.
Vor 2 Wochen hat die Krankenkasse angerufen und meinte, das die Wiedereingliederung eigentlich da wäre, wieder ins Arbeitsleben zu kommen und das es Ende Okt. endet usw. Der wollte Ihr irgendwie durch die Hinterwörter klar machen, das sie ab Nov. kein Krankengeld mehr bekommt und das sie dann wieder 4 Std. arbeiten soll. Dann bin ich ans Telefon und sagte was das soll? Ich sagte auch, das der Arbeitgeber sich gar nicht um die Eingliederung kümmert, das er Ihr noch nicht mal gefragt hat, wie es Ihr geht, geschweige denn, das er mit Ihr ein Gespräch geführt hat, wie es jetzt weiter gehen soll, das er den Eingliederungsplan nicht mal unterschrieben hat und das der versucht, sie raus zu ekeln und irgendetwas plant. Daraufhin sagte der Herr von der Krankenkasse, das man dann die Eingliederung als gescheitert erklären soll und sie soll zu Ihrem Arzt und mit Ihm reden. Ich fragte, ob da keine Finanziellen Nachteile dann für sie entstehen würden? Er: "NEIN". Letzte Woche kam ein Brief von der Krankenkasse und sie erklären die Eingliederung als gescheitert. Meine Lebensgefährtin erwähnte aber so was nicht bei Ihrem Arzt und auch nicht bei der KK.
Nun, was soll das?
Meine Frage jetzt:
Wenn Sie 4 Std. arbeitet und vom Chef Geld kriegt, was ist dann mit der anderen Hälfte des Gehalts? Sie hat ja dann nur einen halben Gehalt. Wie soll sie Miete, Auto, Versicherungen usw. alles bezahlen?
Von wem kriegt man Unterstützung?
Laut dem Herrn von Integratiosamt kriegt man nichts von der KKasse
Sie hat eigentlich 1,5 Jahre Anspruch auf Krankengeld, oder? Und sie hat bis jetzt zusammen ca. 1 Jahr Krankengeld gekriegt.
Darf die Krankenkasse einfach die Wiedereingliederung als gescheitert erklären?
Ihr Arzt ist leider auch nichts besonderes.
Kann uns Bitte jemand helfen. Wir sind damit schwer belastet.
Wären für Tipps Dankbar
Gruss
Brandon & Selina

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Hallo nochmal,

jetzt will der Neurologe auch keinen Einspruchsbescheid für die Rente ausstellen. Angeblich würde es nichts nützen, das mit denn Behörden wäre ein Hin und Her nur usw.
Was machen wir nun?
Bitte helft uns.
Im Moment ist alles gegen uns.
Da dreht man ja erst recht durch und psychisch noch mehr krank!
Da zahlt man Jahrelang Krankenbeiträge und Rentenversicherung usw. und dann wenn man es benötigt, wird einem nicht geholfen!
Brandon & Selina

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Hallo Ihr Beiden,

es tut mir echt Leid, wenn ich lese, wie viele Probleme Ihr zurzeit mit der Bürokratie habt.

Ich versuche erst einmal auf die erste Frage einzugehen:

a) Verstehe ich es richtig, dass sie das erste Wiedereingliederungsprogramm abgeschlossen hatte, und wieder voll arbeitete bis Anfang Oktober?

b) Wg. der Schwerbehinderung: Weiß der Arbeitgeber das, und gibt es in dem Unternehmen Deiner Partnerin Ansprechpersonen zu dem Thema?

c) Wg. der zweiten Krankschreibung: Ist sie jetzt mit anderen Diagnosen krank geschrieben als beim ersten Mal nach dem Schlaganfall?

d) Ist der Antrag auf Teilzeitrente abgelehnt worden und Ihr seid bisher nicht in Widerspruch gegangen? Oder vorsorglich doch?

e) Wann hat sie das zweite Wiedereingliederungsprogramm angefangen?

f) Wenn der Arbeitgeber den Wiedereingliederungsschein nicht unterschrieben hat, gilt das Wiedereingliederungsprogramm wirklich als gescheitert. Das hast Du der Krankenkasse erzählt, hat sie auch immer die Kopien des Scheins bekommen? Ist das wirklich so? Dann hat die Krankenkasse Recht, und die Wiedereingliederung ist wirklich gescheitert. Deine Partnerin hat nichts gesagt, aber das, was Du gesagt hast, kann ausreichen. Wobei - wenn dies der Fall wäre - die Krankenkasse Deiner Partnerin wirklich keinen Vorwurf machen kann, denn letztlich liegt die Verantwortung des Scheiterns dann am Arbeitgeber. Ein Tipp: Vielleicht fragt ihr schriftlich bei der Krankenkasse nach einer schriftlichen Begründung für ihr Handeln. Oder erklärt, dass das Telefonat ein Missverständnis war. Oder, oder... (aber nochmal: Wenn die Unterschrift des Arbeitgebers auf den Wiedereingliederungsscheinen fehlt, ist das Wiedereingliederungsprogramm nicht rechtens. D.h. Deine Partnerin arbeitet, obwohl sie krank geschrieben ist.

Darf ich fragen, was Deine Partnerin in den letzten Tagen nun gemacht hat? Weiter gearbeitet, obwohl das Wiedereingliederungsprogramm als gescheitert erklärt wurde? Hat sie eine weitere Krankschreibung? Weiß ihr Arbeitgeber davon? Er könnte eventuell noch ein Telefonat mit der Krankenkasse führen, um die Sache "gerade zu biegen".

g) Deine Partnerin gilt übrigens, wenn sie zuhause bleibt genauso wie während des Wiedereingliederungsprogramms, als krank geschrieben. Und der Anspruch auf Krankengeld liegt bei 78 Wochen bei derselben Diagnose. D.h. ihr kann eigentlich erst einmal nichts passieren, da sie wie Du schreibst noch ca. sechs Monate Krankschreibung frei hätte. Es sei denn, der medizinische Dienst der Krankenkasse untersucht sie und ist der Meinung, dass sie gesund ist. Sowas soll vorkommen.

h) Wichtig ist in der Tat, wie der Arzt reagiert. Schreibt er sie nach Scheitern des Wiedereingliederungsprogramms weiter krank oder gesund? Das allein zählt. Bei Krankschreibung (Krankenschein!!!) siehe oben. Bei Gesundschreibung müsste Deine Partnerin ab sofort gleich wieder Vollzeit arbeiten.

i) Wenn Deine Partnerin nur noch vier Stunden arbeiten kann und das Wiedereingliederungsprogramm nichts bringt, müsste sie theoretisch mit ihrem Arbeitgeber reden, und ihn um einen Teilzeitvertrag (Halbtags) bitten. Ob das geldtechnisch und jobtechnisch geht, weiß ich nicht. Aber das ist der theoretische Weg, den ich z.B. schon hinter mir habe. Es ist eigentlich ganz einfach:

- Halbtags arbeiten, Halbtagsgehalt.
- Krankschreibung: Krankengeld.
- Wiedereingliederung = Krankschreibung = Krankengeld.
- Teilzeit-EM/EU-Rente = Halbtagsgehalt und die Hälfte des Rentenanspruchs

j) Weiß der Chef eigentlich von dem Antrag auf Teilzeitrente?

k) Macht Deine Partnerin aktuell Therapie oder ähnliches? Oder anders: Inwieweit ist sie mit all ihren Problemen in Behandlung?

So, erst einmal diese Details. Gleich geht es weiter...

Herzlich, Susanne


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Hi,

und nun zu Eurem nächsten Beitrag:

Nochmals zum Verständnis eine Frage:

-
Habt ihr selbst Widerspruch gegen die Ablehnung der Rente eingerichtet? Und habt Ihr auch die Fristen eingehalten?

-
Hat der Neurologe begründet, warum er keinen Bescheid schreiben will? Wurde er denn von der Rentenversicherung aufgefordert? War Deine Partnerin denn schon beim Gutachter der Rentenversicherung? Hat sie noch andere Ärzte oder Therapeuten? Z.B. einen Hausarzt?

Und: Ist der Neurologe denn der Meinung, dass Deine Partnerin demnächst wieder voll arbeiten kann?

-

Meine Einschätzung:
Ohne Unterstützung der behandelnden Ärzte ist es wirklich sehr schwer. Daher denke ich, dass es sehr wichtig ist, die Gründe des Neurologen herauszubekommen bzw. zu wissen, ob er vielleicht doch nur auf die Aufforderung der Rentenversicherung wartet (vielleicht zur Erklärung: Wenn ihr vorab ein Schreiben einreicht mit dem Widerspruch, müsst Ihr seine Begründung bezahlen; wenn die Rentenversicherung ihn direkt anschreibt, muss die Rentenversicherung es bezahlen. Zudem hat der Arzt es leichter, weil die Rentenversicherung Formulare zum Ausfüllen schickt). Denn nur aufgrund des Papierkrams kann ein Arzt die Unterstützung für ein Rentenbegehren eigentlich nicht ablehnen - es sei denn, er ist der Meinung, dass Deine Partnerin demnächst wieder voll arbeiten kann.

Wichtig ist m.E. vor allem eine ambulante oder stationäre Therapie. Denn von dem, was ich bisher weiß, glaube ich nicht, dass die Rentenversicherung die EM-Rente bewilligt, solange Deine Partnerin bei ihren psychischen Problemen keine Therapie gemacht hat bzw. noch einmal in eine psychosomatische Reha gegangen ist. Solange kann sie als Argument geltend machen, dass sie noch nicht alle zur Verfügung stehenden Heilmethoden ausgenutzt hat.

Sorry, dass ich so viele Gegenfragen stelle. Aber solche Themen sind teilweise doch recht komplex - und da reichen die ersten Infos kaum aus.

Eine andere Frage: Seid Ihr Mitglied beim VdK oder SoVDK? Ich persönlich habe zwar keine guten Erfahrungen gemacht, aber diese Verbände haben vielen Leuten schon geholfen, v.a. wenn es um rechtliche Belange geht (kostenlose Rechtsberatung). In Eurem Fall wäre dies sicherlich ratsam.

Herzlich, Susanne

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Hallo Susanne,

vielen Dank erst mal für Deine nette und lange Antwort und werde es mal jetzt Schritt für Schritt durchgehen und beantworten, so gut ich es kann.
a) Das ist richtig. Sie hat am 8.4.2009 den Schlaganfall gehabt, bis 20.04.2009 war sie im Krankenhaus. Vom 20.04.2009 bis 25.05.2009 war sie auf Reha. Vom 26.05.2009-05.06.2009 war sie Krank geschrieben.
Vom 8.6.2009 hat sie die Wiedereingliederung angefangen für 4 Std.
Ab 18.07.2009 für 6 Std.
Ab 07.09.2009 für 7 Std.
Ab 28.09.2009 hat sie dann 8 Std. Voll (auf Bezahlung) gearbeitet bis zum 12.02.2010
Dann hat sie 1 Woche Urlaub genommen (weil der Chef meinte, wenn sie weniger arbeiten will, dann muss sie dafür Gleitzeit und Urlaub nehmen) und ab dem 22.02.2010 bis zum 05.03.2010 war sie krank
Dann hat sie 1 Woche gearbeitet 6Std. und hier wurden 2 Std. von Ihrer Gleitzeit abgezogen, somit hat sie eigentlich 8 Std. gearbeitet.
Ab dem 16.03.2010 bis 13.06.2010 war sie wieder krank
14.06.2010-11.07.2010 2. Wiedereingliederung für 2 Std.
12.07.2010-25.07.2010 Wiedereingliederung für 3 Std.
Und seitdem Wiedereingliederung für 4 Std.

b) Wegen der Schwerbehinderung: ja, der Arbeitgeber weiß Bescheid. Sein Kommentar zu dem Ausweiß: Miss Fifty, weil zu 50% Schwerbehindert und „Da lacht sich ja der Ordner kaputt, wenn wir die Kopie vom Ausweis ablegen“. Einen Anschprechpartner gibt es leider nicht. Sind zwar insgesamt ca. 30 Mitarbeiter, aber kein BR usw.
c) Nein, sie ist immer noch wegen dem Schlaganfall krankgeschrieben.
d) Der Antrag auf Teilzeitrente ist abgelehnt worden, Wiederspruch konnten wir bis jetzt nicht einlegen. Wiederspruchsfrist haben wir zwar verlängert, aber kein Arzt stellt einen Bescheid aus. Somit wissen wir jetzt nicht, was wir machen sollen.
e) Das 2. Wiedereingliederung hat sie angefangen am 16.06.2010
f) Ja, sie hat immer die Kopien von den Scheins bekommen, sie hat es von Ihrem Arzt unterschreiben lassen und da der AG nicht unterschrieb, hat sie es ohne Unterschrift vom AG an die KK gefaxt. Und das jedes mal so. Sie hat aber trotzdem gearbeitet, also besser gesagt sie hat sich an den Wiedereingliederungsplan gehalten. Geld vom AG hat sie nicht erhalten, sondern nur von der KK. Ja, sie arbeitet weiter, obwohl der Wieder.. gescheitert ist. In den letzten Tagen war sie 2 Tage daheim, wegen Erkältung, 1 Tag wegen Psychische Störung von der Arbeit wieder heulend Heim gegangen. Gestern war sie beim Neurologin, Heute wieder auf der Arbeit gewesen und wird wahrscheinlich weiter auf die Arbeit gehen. Eine weitere Krankschreibung? Nein, nur den Wiedereingliederungsplan. Der Arbeitgeber weiß Bescheid, kümmert sich aber nicht um die Mitarbeiter, um die Kranken erst gar nicht. Für Ihn sind die schon erledigt. Wenn AG nicht mal den Wiedereingliederungsplan unterschreibt und sofort jemanden für meine Frau einstellt, dann hat dies ja schon einiges zu sagen, oder. Er versucht nur aus allem gut rauszukommen und die Probleme machen, sind für Ihn erledigt.
g) Der Medizinische Dienst der Krankenkasse hat sie bereits untersucht und sie sind der Meinung, dass Sie krank ist und nicht Voll arbeiten kann.
h) Der Arzt wird sie weiterhin Krank schreiben denke ich, soviel wird er noch können. Sollte er das jetzt machen?
i) Mit dem AG kann man eben nicht reden. Da sagt er dann entweder KEINE ZEIT, oder wie sie z.B. den Attest vom Arzt hingelegt hat, das sie nur vorerst noch Halbtags arbeiten kann, sagte er: WAS SOLL ICH DAMIT?
j) Ja der Chef weiß, dass sie Teilzeitrente beantragt hat.
k) Nein, sie macht zur Zeit keine Therapien mehr, da Ihr Hausarzt meinte, das es irgendwann nichts mehr bringt und das die KK nicht mehr genehmigen usw.

So das war erst mal, von dem ersten Beitrag, nun kommt die Antwort von dem zweiten Beitrag.

1. Nein, wir haben noch keinen Wiederspruch eingelegt, da wir eben gehofft hatten, daß sie von ihrem Arzt eine Bescheinigung bekommt. Aber leider bekam sie weder vom Neurologin oder vom Hausarzt eine Bescheinigung.
2. Die Neurologin meint, das bringt nichts mit dem Wiederspruch, das ist nur ein Hin und Her von Papierkram. Sie soll sich ausheulen, in den Teppich beißen, rumschreien und versuchen an sich zu denken. Die Neurologin würde es auch gut gehen, wenn sie selbst nur 4 Std. arbeiten würde usw. Sie soll Übungen zu Hause machen und versuchen wieder gesund zu werden und schrieb sie zu einem Nervenarzt über.
3. Nein, die Neurologin ist auch der Meinung, daß sie nicht ganz gesund ist und 8 Std. nicht arbeiten kann.
4. Sie war auch schon bei einer Neurologin von der Rentenversicherung und dort wurde sie auch komplett untersucht und dann wurde es der Rentenversicherung das Ergebnis mitgeteilt. Wir haben die Unterlagen auch angefordert und dort steht drin, das sie nur 3-6 Std arbeitsfähig ist.
5. Bei wem sollte man dann die Ambulante oder Stationäre Therapie beantragen?
6. Nein, wir sind nicht Mitglied beim VdK oder SoVDK. Aber als einen Ansprechpartner haben wir einen Integrationsbeauftragten hier und den haben wir auch eingeschaltet und der regelt einiges mit dem AG. Am Freitag haben wir einen weiteren Termin bei Ihm und da werde ich diesmal mitgehen und Ihm auch die ganzen Fragen mal stellen. Er ist aber ein ganz Netter und der weiß genau, was für einer der Chef ist und hat Ihn auch durchschaut. Werde mich aber auch mal bei den Verbänden melden und die zur Rate ziehen.
7. Der Herr vom Integrationsamt versucht jetzt, das meine Lebensgefährtin ab dem 1. Nov. auf 4 Std. Basis arbeitet, gegen Bezahlung. Aber da ist eben die Frage mit dem Leistungsverlust. Was macht man mit dem fehlendem halben Gehalt? Wer kann da helfen und von wem kriegen wir Unterstützung. Fraglich ist sowieso, ob sie 4 Std. auf volle Leistung arbeiten kann. Denn jetzt während der Eingliederung ist sie immer noch belastet und kann auf Druck nicht arbeiten und kriegt Heulanfälle und Wutausbrüche usw. Da ist sie eher mehr belastet, als das sie wieder reinkommt. Ihr werden Tätigkeiten gegeben, die keiner machen will. Die Arbeit, die meine Lebensgefährtin gerne machen würde, übt jetzt die Neue Mitarbeiterin aus, die für meine Lebensgefährtin eingestellt worden ist. Ihre Kolleginnen akzeptieren Ihre Krankheit nicht oder auch besser gesagt, sie wissen gar nicht, worum es wirklich geht und was ein Schlaganfall wirklich ist und was es bewirken kann. Sie wissen von diesen Angelegenheiten noch gar nichts. Der Chef erzählt denen auch nichts. Weil es Ihm wahrscheinlich sehr peinlich ist, was er da macht und was da alles gerade passiert mit dem Integrationsbeauftragtem usw.
So, das war´s erst mal. Hoffe ich konnte jetzt einige nützlich Infos geben und man kann mit den Antworten etwas anfangen.
Hoffe auf weitere Hilfe und Tipps und BEDANKE MCIH SEHR HERZLICHST!
Gruß
Brandon & Selina


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Lieber Brandon, liebe Selina,

puh, das ist alles recht heftig.

Ich versuche mal so kurz wie möglich das Wichtigste zu nennen, was m.E. unbedingt und so schnell wie möglich zun tun wäre.

a) Geh' DRINGEND zum Arzt und lass' Dich krankschreiben, Selina. Zu welchem auch immer.

Grund: Mit der Scheiterungserklärung ist die Krankenkasse erst einmal aus der Pflicht, und Du arbeitest auf eigenes Risiko weiter. Zudem wird die Krankenkasse so ohne Krankenschein kein Geld weiter zahlen. Das ist höchst riskant. Daher: Erst einmal KRANK SCHREIBEN lassen, bis sich das alles geklärt hat.

b) Telefoniert DRINGEND mit der Krankenkasse.

- Fragt bitte bei der Krankenkasse nach, wie viel Tage Krankschreibung sie noch hat.

Hintergrund:
Wenn sie bisher immer mehr derselben Diagnose krank geschrieben wurde (und Wiedereingliederungsprogramm läuft ja offiziell auch unter Krankschreibung, auch wenn es keinen Krankenschein gibt), dann sind nicht mehr ganz soviele Tage übrig, oder?

- Dann besprecht mit der Krankenkasse, was zu tun ist wegen des Wiedereingliederungsprogramms. Fragt "dumm" nach. Denn wenn der Arbeitgeber wirklich nie unterschrieben hat, dann ist das Wiedereingliederungsprogramm gescheitert!!! Letztlich hätte Deine Freundin das Wiedereingliederungsprogramm so nie anfangen dürfen. Aber auch die Krankenkasse hat zudem nicht aufgepasst.

- Dann fordert das Gutachten des MDK DRINGEND an und faxt es ADHOC mit einem Widerspruch an die Rentenversicherung wg. der Teilzeitrente. Zu dem Widerspruch komme ich gleich noch.


c) Teilzeitrente:
Sprecht mit allen Ärzten, und fordert sie. Warum wollen sie keine Begründung für die Teilzeitrente erstellen, obwohl der MDK der Meinung ist, dass sie nicht mehr voll arbeiten kann? Und obwohl die Neurologin anscheinend auch der Meinung ist?
Fordert klare Aussagen (nicht Ausrede Papierkram u.ä.), sondern ganz klar:
- Wollen Sie die Begründung schreiben? Ja oder Nein.
- Wollen Sie unterstützen, dass meine Partnerin weniger arbeiten kann? Ja oder Nein.

Falls es da zu Schwierigkeiten kommt, kann Euch vielleicht der Integrationsbeauftragte helfen. Oder die Patientenberatung. Links folgen noch. Oder eben die Sozialverbände, von denen ich schrieb. Aber Ihr braucht dringend Unterstützung

Es kann hart werden, aber dann wisst Ihr, woran Ihr seid. Selina wird die Rente nicht bekommen, wenn selbst die Behandelnden Ärzte nicht der Meinung sind, dass sie notwendig ist. Möglich ist dann nur noch Ärztewechsel oder das Thema erst einmal vom Tisch fegen.

d) Wegen der Schwerbehinderung und Job:
Lasst den Integrationsbeauftragten mit dem Arbeitgeber sprechen; haltet Euch da zumindest persönlich im Gespräch raus oder zurück. Denn das alles kann sehr persönlich werden - und verursacht noch mehr psychische Probleme. Es kann sein, dass der Arbeitgeber entnervt kündigt, mobbt oder ähnliches. Es sieht ja jetzt schon fast so aus. Dann muss geklagt werden. Als Schwerbehinderte hat Selina da Vorteile, aber es gibt leider auch genügend Fälle, in denen es am besten ist, sich gleich einen anderen Job zu suchen. Denn so kann es ja nicht weitergehen im Job, oder? Egal, ob 4 oder 6 Stunden.

e) Wegen Therapie und Psychiater/Nervenarzt:
- Weiß der Hausarzt Bescheid über Selinas psychische Probleme?
- War Selina schon beim Nervenarzt? Was sagt dieser?
- Und hatte sie bereits Psychotherapie in Anspruch genommen?

Denn ich meine nicht Therapien wg. Schlaganfall wie Ergo etc. Ich meine ambulante Psychotherapie. Da muss der Hausarzt auch garnichts beantragen, und er hat erst einmal nichts damit zu tun.

- Selina kann und sollte selbst eine/n Psychotherapeuten/-in suchen, sich dort vorstellen, und die ersten fünf Stunden schauen, ob es passt. Dann fordert der/die Therapeut/in einen Konsiliarbericht vom Hausarzt oder Facharzt an. Den Antrag stellt der Therapeut. Mehr nicht.

M.E. sollte sie dies jedoch DRINGEND tun, damit sie lernt, mit der aktuellen Situation
besser umzugehen.

f) Verbände:
Ihr müsst da Mitglied sein.
Ein Verband reicht auch völlig aus. Aber erkundige Dich bitte.

g) Halbtagsgehalt:
Da kann ich Dir leider nur das schreiben, was ich schon geschrieben habe. Wenn Selina auf 4-Stunden-Basis arbeitet und auch einen solchen Vertrag bekommt, bekommt sie eben auch nur noch die Hälfte des Gehalts. Sollte sie in den Niedriglohnbereich fallen, kommt Hartz4 infrage. Ansonsten hat Selina in diesem Fall daselbe Los wie Mütter, die nur halbtags arbeiten können wg. Kinderbetreuung.

Später ist vielleicht die halbe EM-Rente eine Möglichkeit, das ein wenig auszugleichen - da müsst Ihr jedoch nun unbedingt widersprechen, ob mit oder ohne Ärzte. Sonst ist der Zug erst einmal abgefahren. Schickt das Gutachten des MDK mit. Auf eine Rentengutachterbeurteilung würde ich es in dem Fall jedoch ankommen lassen.

h) Falls alles Stricke reißen, falls der Arbeitgeber alles kaputt macht im Gespräch, falls es in dem Unternehmen garnicht mehr geht:
Selina kann aus gesundheitsbedingten Gründen selbst kündigen. Wenn sie von einem ihrer Ärzte ein Attest bekommt, dann kann sie sich mit Attest und der eigenen Kündigung beim Arbeitsagentur melden -sie bekommt dann keine Sperrfrist wg. Arbeitslosengeld (falls der Anspruch da ist). Von der Arbeitsagentur wird sie dann wahrscheinlich auch zum Arzt der Arbeitsagentur geschickt.

Ich hoffe, dass all die Informationen weiterhelfen. Ganz wichtig finde ich jedoch, dass Ihr die richtigen Schritte angeht und handelt, nachfragt und teilweise aber selbst bestimmt, was nun zu tun ist (Thema Teilzeitrente). Lasst Euch unterstützen von Sachverständigen, aber auch von Freunden. Denn das alles ist keine leichte Situation. Das weiß ich.

Alles, alles Gute, Susanne

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Hei Brandon, und Selina,

anbei noch die links zu den Themen

a) Wie schreibe ich einen Widerspruch?
http://www.sozialblog.com/blog/2008/01/widerspruch-was-muss-ich-beach.html

b)Rechtsberatung
http://www.sozialblog.com/blog/
2008/01/rechtsberatung-in-streitfallen.html

c) Psychotherapie:
http://www.sozialblog.com/blog/
2008/01/psychotherapie-ubernahme-der-k.html

d) Zweitmeinung von Ärzten:
http://www.sozialblog.com/blog/2008/03/habe-ich-das-recht-eine-zweitm.html

e) Schwerbehinderung/Rechte: http://www.sozialblog.com/blog/2008/08/schwerbehindertenausweis-uberb.html

f) Unabhängige Patientenberatung:
http://www.sozialblog.com/blog/2008/10/neue-bundesweite-hotline-der-u.html

g) Sozialverbände:
http://www.sozialblog.com/blog/2008/10/sozialverbande-die-mitgliedern.html

LG

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Hallo Susanne,

vielen Dank erst mal für Deine guten Verschläge und Tipps.
Also, ich war jetzt mit Ihr beim Rechtsanwalt und auch beim Integrationsamt.
Folgendes haben wir jetzt beschlossen.
Es ist so, das Selina nicht weiter auf die Arbeit gehen kann. Sie kann das psychisch nicht mehr mitmachen und sie wird eher mehr krank, als das sie sich eingliedert und das sie wieder ins Berufsleben rein kommt.
Sie hat jetzt von der Neurologin einen Überweisungsschein für einen Nervenarzt bekommen. Sie hat auch schon einen Termin, aber erst in 3 Wochen. Dort wird sie das alles nochmals schildern und diese wird sie dann zu einem Therapeuten überweisen. So soll dann Ihr geholfen werden, das sie mit der ganzen Situation klar kommt und auch das dann selbständig bewältigen kann.
Nun einpaar Fragen.
Sie hat normalerweise bis Ende Okt. Wiedereingliederung. Sie wird aber ab Montag nicht mehr auf die Arbeit gehen. Da die Krankenkasse ja die Wiedereingliederung als gescheitert erklärt hat, ist sie ja weiterhin krank.
Ab 1. November aber braucht sie jetzt wieder Krankmeldung. Denn sie wird ja nicht mehr auf die Arbeit gehen, sondern stattdessen Therapien machen. Da kann doch Ihr Hausarzt die Krankmeldung ja schreiben, oder? Denn beim Nervenarzt hat sie erst am 8. Nov. einen Termin.
Sie bezieht erst seit ca. 11 Monaten Krankengeld. Laut meinen Informationen hat sie doch noch Anspruch für 18 Monate. Allerdings hat uns der Integrationsamt empfohlen, nicht alles aufzubrauchen. Man sollte etwas Reserve haben, falls in den 3 Jahren noch was sein sollte.
Nach Informationen von Integrationsbeamten sollen wir die Ablehnung von der Rentenversicherung selbst Wiedersprechen und einen Wiederspruchbescheid schreiben. Die Ärzte schreiben ja keins.
Sie werden es zwar wieder ablehnen, aber dann können wir später einen neuen Antrag stellen. Das wäre besser hat er gemeint. Nun, jetzt muss ich mal schauen, was ich in dem Wiederspruch schreibe. Ich weiss, das nichts dabei rauskommt, aber probieren kann ich es ja. Also habe ich ab Heute einen Doktor Titel *grins*.
Diese Bürokratie nervt mich total. Irgendwann will man einfach nicht mehr. Man kann einfach nicht mehr. Ich als gesunder Mensch komm jetzt schon nicht mehr klar, wie soll denn eine Behinderte Person damit klar kommen?
Die gehören alle verklagt.
Danke, Liebe Susanne. Werde mir jetzt noch ein paar Sachen im Internet suchen.
Gruss
Brandon & Selina

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Hi,

das klingt doch gut. Manchmal ist es wirklich schwierig, bei all dem bürokratischen Chaos den Überblick zu behalten. Und da ist es richtig und wichtig, Experten an seiner Seite zu haben. Wegen der Krankschreibungen: Sprecht bitte den Hausarzt oder auch die Neurologin an, diese behandelt Selina ja jetzt schon. Später kann es auch der Nervenarzt machen. Aber das solltet Ihr jetzt schon regeln, nicht erst, wenn es soweit ist. Einer von den Ärzten wird dies hoffentlich übernehmen.

Ich drücke Euch auf jeden Fall die Daumen - und ganz wichtig: Behaltet die Nerven, und denkt daran, zwischendurch auch mal was Schönes zu machen - und diesem ganzen Chaos nicht zuviel Raum zu geben... es zehrt nämlich.

Herzlich, Susanne

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Lieber Brandon und Selina,

noch ein Tipp:

Ihr seid ja jetzt in guten Händen. Vor allem finde ich es klasse, dass Ihr auch bei einem Anwalt ward und seid!

Was ich noch gefunden habe und was wahrscheinlich für Euch nützlich sein kann, ist das Forum www.krank-ohne-rente.de - ich gehe davon aus, dass dort einige Mitglieder schreiben, denen es ähnlich wie Selina geht.

Da dort nur registrierte Nutzer lesen und schreiben können, habt Ihr einen geschützteren Raum als z.B. hier, habt noch mehr Austausch, und Ihr könnt dann auch mehr ins Detail gehen, was die Dinge "zwischen den Zeilen" angeht.

Herzlich, Susanne

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Hallo
Habe eine Frage zum Hamburger Modell.Bin im Sept.2009 an Brustkrebs erkrankt und seitdem krankgeschrieben.Im Jan.2011 möchte ich mit dem Hamb.Mod.anfangen.Mein AG ist einverstanden,möchte aber das ich vorher meinen Urlaub v 2010 nehme.Wie ist das mit der Bezahlg.Eigentlich bin ich ja während dieser Zeit arbeitsunfähig ubd bekomme Krankengeld.Auch mein AG weiß das nicht so recht.Bitte um Antwort.Danke Herzl.Grüße Simone

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Liebe Simone,

es ist eigentlich rechtlich nicht möglich, Urlaub während der Krankschreibung zu nehmen.

D.h. entweder Du bist krank geschrieben und arbeitest nicht oder eben im Wiedereingliederungsprogramm.

Oder aber Du bist gesund und kannst Deine Urlaubstage von 2010 "verbraten".

D.h. meiner Meinung nach kann nur eine individuelle Lösung her.

Entweder der Urlaub muss halt ins nächste Jahr geschoben werden. Oder Ihr findet eine unbürokratische Lösung. Oder Du lässt einen Teil des Urlaub verfallen.

Ansonsten machbar ist eigentlich nur noch eine Lösung, die jedoch Dir nicht zum Nachteil werden darf:

Dein Arbeitgeber setzt sich mit der Krankenkasse zusammen bzw. spricht sich mit ihr ab, erklärt ihr seine Wünsche, d.h. dass es ihm wichtig ist, dass Du Deinen Urlaub noch vor dem Wiedereingliederungsprogramm machst.

Z.B. können die ja absprechen, dass Du vor dem Wiedereingliederungsprogramm noch den Urlaub nimmst, in der Zeit jedoch gesund geschrieben wirst. Aber dass dies in Ordnung ist, und die Krankenkasse keinen Ärger macht, sollte schriftlich geregelt sein. Es darf wie gesagt m.E. nicht zu Deinem Problem werden.

Sorry, dass ich nicht mehr helfen kann, aber vielleicht hilft Dir das alles wenigstens ein bißchen weiter?!?

Herzlich, Agnes

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Liebe Agnes
Danke für deine Antwort werde mich dann mit meinem Arbeitgeber zusammensetzen und eine gemeinsame Lösung finden.Danke nochmals!!!

Herzlich Simone

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Hallo zusammen
hätte da auch mal eine frage und hoffe das ihr mir weiterhelfen könnt...

bin seid April 10 wegen Anpassungsstörung(aufgrund mehrerer Sterbefälle in der Familie) Krankgeschrieben...
war in einer Tagesklinik...
Phsycho Therapie wurde dringend empfolen...
doch leider nicht zu bekommen...da alle entweder voll oder nur Private nehmen..
hatte in dieser Zeit 3 MDK begutachtungen
die letzte Begutachtung ist nun der Meinung das ich ab 12.2 wieder voll einsatzfähig bin...und will ab da dann kein Krankengeld mehr zahlen..

ich arbeite in der Altenpflege...
ich bin aber gesundheitlich noch nicht soweit..
da ich definitiv zur zeit nicht stressbelastbar bin,und werde einen Wiederspruch einlegen...

hatte aber mir als Ziel gesetzt ab März mit Hamburger Modell anzufangen..b.z.w es zu versuchen
meine Frage nun..
Kann mir die Krankenkasse aufgrund dieser Beutreilung das Hamburgermodell verweigern???
hat jemand einen rat was ich tun kann/soll???
Vielen Dank schonmal im vorraus

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Hallo Daniela,

der MDK hat meist leider das letzte Wort, es sei denn, Du hast einen guten Haus- oder Facharzt, der sich gegen das Urteil stellt und Dir Rückendeckung gibt. Daher können wir Dir hier aus der Ferne auch schlecht weiterhelfen.

Ich empfehle Dir aber ganz, ganz dringend,
a) zu Deinem (Haus)arzt zu gehen, der Dich aktuell krankschreibt und mit diesem das weitere Vorgehen zu besprechen, und
b) sofern Du dies noch nicht gemacht hast, einen dringenden Termin bei einem Psychiater/in zu vereinbaren - damit hättest Du dann eine Facharztmeinung. Wenn diese beiden Ärzte das Hamburger Modell vertreten, und von sich aus Kontakt zum MDK bzw. zur Krankenversicherung aufnehmen, um dies zu erklären, kann es klappen.

Was ich nicht weiß, ist, ob dies für Dich ausreicht.

Nimmst du denn Medikamente, oder kommst Du aktuell ohne aus?

Eine andere - u.a. auch therapeutische Möglichkeit - ist, sich erst einmal ganz schnell in eine Fachklinik einweisen zu lassen, z.B. Akutpsychiatrie, aber auch Fachkliniken mit Spezialbehandlungsangeboten für Patienten mit Anpassungsstörung. Und Kliniken sind da manchmal schnell mit der Aufnahme - je, nachdem, wie akut es ist, vielleicht kennt Dein Arzt da ja auch eine gute. Wenn Dir dort nochmal bestätigt wird, wie es Dir wirklich geht, dann kann die Krankenkasse erst einmal nichts dagegen machen - und Du kannst an Dir arbeiten! Soweit ich weiß, gibt es auch Kliniken mit Nachbetreuung - somit kommst Du auch erst einmal über die Runden, wenn Du raus bist.

Eine andere Möglichkeit: Ambulante Therapie privat bezahlen. Das hängt sicherlich vom Geldbeutel ab, ist jedoch besser als immer mehr ins Loch zu rutschen, findest Du nicht auch?

Oder wenn Du gläubig bist: Seelsorge, die in den Kirchengemeinden angeboten wird. Wäre das was für Dich?

Denn es bringt Dir ja nichts, auf die ambulante Therapie zu warten - denn ich weiß auch, wie lange das manchmal dauern kann. Solange wird die Krankenkasse auch nicht warten. Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen!!!

Alles Gute, Agnes

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Hallo Agnes

erstmal vielen dank für die rasche Antwort...
als Med. bekomme ich zur Zeit nur Laif900

ich werde von Anfang an nur von einer Ärztin Krankgeschrieben...
von meiner Neurologin/Phsychologin(Fachärztin)
da sie bis heut im Urlaub war/ist kann ich mich mit ihr erst frühstens Mo. in Verbindung setzten...
und hoffe das sie mit mir diesen wiederspruch angeht...

seid anfang April versuche ich nun schon eine Phsychotherapie zu bekommen...
weder Tagesklinik,Krankenkasse,Ärtzin noch BIPP können mir in irgendeiner art behilflich sein...
werde von ponzius nach pilazius geschickt...
MDK Termine...Psychologen Gespräche der Krankenkasse...
jeder hört sich meine Geschichte an...
man wird bedauert....
aber hilfe bekommt man keine...das find ich echt Traurig...und dann das...das eine dame meint...schluss mit Lustig...sie können voll Arbeiten gehen...
ich arbeite mit Menschen zusammen...kranken Menschen...und denen gegenüber habe ich auch eine Verantwortung zu tragen...wie soll ich sie Pflegen wenn ich selbst nicht mal mit mir klarkomme...
das mit der Einweisung werde ich mir durch den Kopfgehen lassen...bisher war meine Familie zuhause der halt den ich für mich als sehr wichtig und sicher empfand...
als Krankegeld empfämgervon einem 30std.job
reicht das geld leider nicht aus um eine Therapie selbst zu zahlen...
aber ich werde am Mo. sehen was die Ärtzin sagt...
ich danke dir auf jedenfall..
lieben gruss
Daniela

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Liebe Daniela,

vielleicht hilft dir ja folgende Regelung weiter, die es wirklich gibt, und die Du auch im Gespräch mit der Psychiaterin (meld' Dich da als Notfall, bist ja einer wegen der Entscheidung des MDK) noch einbringen kannst. Vielleicht kann sie Dir helfen, das folgende bei der Krankenkasse durchzuboxen - Du hast ein Recht darauf!!!

Was mache ich, wenn es keine freien Therapieplätze bei Therapeuten mit Kassenzulassung gibt?
.


Viel Glück nochmals!!!

Herzlich, Agnes

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... und schau' zusätzlich mal nach (geführten) Selbsthilfe-/Therapie/Trauergruppen. Selbst wenn von einem privaten Therapeuten geleitet werden, ist dies nicht ganz so teuer wie Einzelstunden! Eventuell wäre das eine Möglichkeit der Überbrückung!

... was ich noch überlegte: Nochmal Tagesklinik? Hast Du da grundsätzlich gute Erfahrungen gemacht? Wäre das was für Dich? Dann wärst Du nicht ganz von zuhause weg...

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Hallo! Ich finde diesen Blog äußerst interessant und hilfreich.
Ich bin seit 6 Monaten krankgeschrieben und mache seit 1 Woche das hamburger Modell. Meine Ärztin hat den Arbeitsversuch wie folgt aufgeteilt: 1.Monat 4St. täglich - 2. Monat 6 St täglich 3. Monat 8 Stunden täglich. Nun kam diese Woche eine Brief der Krankenkasse das der MDK (Medizinscher Dienst der Krankenkasse) in dem steht das sie die Wiedereingliederung nur für 1 Monat unterstützen und ich dann wieder voll einsteigen soll mit der Begründung der medizinischen Unterlagen die Ihnen vorliegen (Reha Bericht) Meine Ärztin hat nun ein Fax geschickt in dem Sie aus medizinischen Gründen widerspricht. Meine Frage wäre ob die Krankenkasse das einfach so entscheiden darf obwohl vom Hausarzt das so abgesenget und vom Arbeitgeber genehmigt war? Wenn ja kann man da sonst noch irgendetwas unternehmen? Ich bin nicht in der Lage in 3 Wochen shcon wieder voll zu arbeiten und meine Hausärztin ist auch dagegen. Der Schwerbehindertenantrag wurde von der Ärztin vor 2 Monaten abgeschickt. Der MDK hat mich bis jetzt nicht zu einer Untersuchung vorgeladen.
Wäre toll wenn dazu jemand was wüßte.
Vielen Dank schon mal!

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Hallo,

erst einmal: Gut, dass Du so eine engagierte Ärztin hast!!!

Grundsätzlich ist es so, dass das Wiedereingliederungsprogramm ein Vertrag zwischen Arbeitnehmer (Krank), Arbeitgeber, Arzt und Krankenkasse ist. D.h. jede einzelne Partei hat ein Mitspracherecht. Die Krankenkasse als Geldgeber (denn sie bezahlt ja während der Wiedereingliederung Dein Krankengeld) sitzt da natürlich am längeren Hebel.

Ich würde mir jetzt jedoch noch keine allzu großen Sorgen machen, da
a) Deine Ärztin ja bereits einen begründeten Widerspruch losschickte. Auf den muss die Krankenkasse erst einmal reagieren.
b) Die Krankenkasse bzw. der beauftragte MDK bisher ja nur aufgrund von Papieren entschieden hat.

Interessant wäre nun natürlich zu wissen, was im Reha-Entlassbericht steht. Hast Du diesen vorliegen? Welche Empfehlung wird denn dort gegeben?

Was ich tun würde?
Ich würde mich immer ganz klar mit Deiner Ärztin absprechen. Lass' sie das regeln, und Du hältst Dich daran, was sie sagt!

Manchmal ist es einfach besser, wenn sich ein Arzt zwischen die Fronten stellt, dann ist der Patient ein wenig geschützter. War bei mir übrigens auch mal so, und ich war froh, dass mein Arzt das übernahm!!

Pass' gut auf Dich auf, und weiterhin gute Besserung - hoffentlich mit dem richtigen Zeitraum!

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Hallo,
ich brauche dringend Hilfe.
Ich bin jetzt ein 3/4 Jahr krank und war auch 1/4 Jahr in stationärer Behandlung. Nach 6 Wochen Krankheit im Juli letzten Jahres hat mein alter Arbeitgeber mich gekündigt (während ich im KH war). Jetzt habe ich endlich einen neuen Arbeitgeber gefunden (gleicher Beruf/Tätigkeit) der mich auch wiedereingliedern würde. Der Arzt hat den Antrag unterschrieben, der Arbeitgeber auch. Jetzt stellt sich die Krankenkasse quer und meint, dass sie dafür nicht zuständig sind. Sie zahlen mir meine Wiedereingliederung nicht. Ich bekomme noch Krankengeld und habe auch keien ALG oder dergleichen bekommen. Kann das sein?? Ich müsste am Montag schon das Arbeiten anfangen und heute hat die Krankenkasse mir das mitgeteilt. Ich weiß jetzt überhaupt nicht weiter. LG Sabrina

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Hallo Sabrina,

das ist eine harte Nuss - und ich kann nur dringend raten, sich so schnell wie möglich mit

a) Ihrem Arzt
b) der Unabhängigen Patientenberatung Patientenhttp://www.unabhaengige-patientenberatung.de/
c) evtl. mit einem Anwalt

in Verbindung zu setzen.

Und Sie müssen natürlich noch Ihren Arbeitgeber informieren. Aber bitte sprechen Sie erst mit der Beratung und mit Ihrem Arzt.

Ich selbst kann die Aussage der Krankenkasse nicht nachvollziehen, eventuell kann es daran liegen, dass es ein neuer Arbeitgeber ist - und ein Wiedereingliederungsprogramm ist "eigentlich" nur beim alten Arbeitgeber vorgesehen. Somit sind Sie ein Sonderfall - und oft werden diese erst einmal abgelehnt.

Das Blöde ist natürlich, dass die Krankenkasse solche Sonderfälle nicht von jetzt auf gleich entscheidet, der neue Arbeitgeber jedoch sicherlich nicht ewig warten wird.

Was ich mir überlegen würde (Aber Achtung: Das ist nun jedoch wirklich eine sehr individuelle Überlegung, die rein oberflächlich und aus der Ferne ist): Die Krankenkasse aus dem Spiel nehmen, Sich Gesund schreiben lassen, erst halbtags anfangen (dann eben Halbtagsgehalt) und dann, wenn es klappt, mehr Stunden... Wäre das eine Lösung? Das würde natürlich bedeuten, dass Ihr Arbeitgeber von Anfang an Gehalt bezahlen müsste, und Sie anfangs auf etwas Gehalt verzichten müssten... Aber Sie hätten den Hemmschuh nicht...

Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall bei den nervenaufreibenden Gesprächen professionelle und sachkundige Unterstützung und Ratschläge!

Alles, alles Gute!!!

PS: Es wäre schön, wenn Sie uns hier auf dem Laufenden halten könnten - interessieren würde es mich schon, wie sich so ein Fall vernünftig lösen lässt.

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Hi Sabrina,

hier noch eine Passage, auf die sich die Krankenversicherung beziehen könnte:

Wer kann eine stufenweise Wiedereingliederung erhalten?

Antwort: Grundsätzlich berechtigt sind arbeitsunfähige Versicherte, die ein Leistungsvermögen besitzen, das es ihnen ermöglicht, die bisherige Tätigkeit am bisherigen Arbeitsplatz teilweise auszuüben.

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Hallo alle miteinander,
ich kann hier auch etwas beisteuern und hoffe auf Rat, da ich verzweifelt bin.
Nach ca. 1 Jahr Arbeitsunfähigkeit wegen Mobbing`s habe ich eine 6 wöchige Reha Psychosomatik absolviert. Dabei wurde ich weiterhin Arbeitsunfahig entlassen weil bei einer Rückkehr am Arbeitsplatz eine Verschlechterung meines Gesundheitszustandes drohte. Auf drängen der Kkasse willigte ich zu einer Wiedereingliederung ein obwohl mir meine Bezugstherapeutin davon abriet.
Da ja während der Reha mein Arbeitgeber auch schon das betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) mir auferlegte hatte u. an das Ergebnis der Reha so Interesse zeigte dachte ich, es ist besser meine körperliche Leistungsfähigkeit für meine erst kürzlich erfolgreiche Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit (FaSi) sicherstellen. Schließlich war es der Grund, weswegen der Vorgesetzte mich schikanierte (gegner der Ausbildung).
Nachdem ich versuchte in Vorfeld zu klären (Betriebsarzt) welche Maßnahmen in der BEM getroffen werden, blieb es bei einem Erstgespräch von 10 Minuten was kein Konzept erkennen ließ. Es sollte sich nachher herausstellen, dass diese verpflichtung seitens des Arbeitgebers nur auf dem Papier steht. So auch die versuchten Gespräche vorab der Wiedereingliederung mit dem Vorgesetzten. Hier konnte 1 Monat lang kein Termin für ein Gespräch über die Rückkehr zum Arbeitsplatz gefunden werden. So habe ich mit schlechtem vorgefühl die Wiedereingliederung angetreten mit 4 Wochen 4Std. u. 2 Wochen 6Std., da eine Woche später meine Ausgliederung der Kkasse schon beginnt.
Wie befürchtet finde ich mich räumlich an einem anderen Arbeitsplatz vor, der kleiner u. daher voll mit meinen Möbeln steht, sodaß ich keine arbeiten am Schreibtisch ausführen konnte. Abgesehen davon, müsste ich erstmal mein Büro einrichten. Später sollte sich herausstellen, dass mein PC als Arbeitsmittel nicht mehr funktionierte u. somit 2 Wochen mit einem Notebook auskommen mußte. Des Weiteren eröffnete mir mein neuer Vorgesetzter (interne neue Besetzung) das ich diese „Chance der Eingliederung von Ihm ergreifen sollte“ und mit mir seine Arbeitsaufträge täglich ab 8:30 Uhr durchspricht. Zur Integration in Form eines gemeinsamen Büroarbeitsplatz mit einem Fachkollegen war er bei mir nicht bereit.
So musste es kommen, wie es auch geplant war, durch die täglichen neuen Arbeitsaufträge (Stellungnahmen, Ausarbeitungen) überreicht durch Kollegen, kam ich den Aufträgen nicht mehr nach, so dass ich Sie in der Freizeit überwiegend löste. Da halfen auch keine Beschwerden, vielmehr weißte man mich an eine Stempelkarte zu führen. Gesundheitlich war ich wieder soweit, dass ich Krankgeschrieben vom Hausarzt für 3 Tage zu Hause bleiben mußte. Auch hiernach war keine Einsicht oder etwa von Überwachung meiner Eingliederung gemäß beschränkte Arbeitsfähigkeit oder BEM zu spüren. Nachdem ich wieder 1 Woche auf ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten warten durfte wurde ich dann im beisein des Stellvertretters über meine geleisteten Arbeiten informiert, was einem Urteil der Anklagebank gleich kam. Da Protokoll geführt wurde, wollte ich nur, dass schnell alles vorbei ist.
Das war Freitag, der 16.02.2011, so dass ich keine Möglichkeit mehr hatte zum Psychologen zu gehen. Montag habe ich zwar die Arbeit noch angetreten, bin aber kurz vor Mittag zum Psychologen, so dass ich ab Dienstag 25.02.2011 danach für 4 Tage Krankgeschrieben wurde.
Kurzerhand liegt mir seit Freitag ein Schreiben vom Arbeitgeber vor, dass diese Wiedereingliederungsmaßnahme gescheitert ist.
Begründung: „Die Abeitsaufträge wurden trotz angesetzter großzügiger Zeit nicht in unterschriftsreifer Weitergabe geeignet erledigt. Aus Sicht der Fachabteilung u. Personalverwaltung kann keine Eignung u. damit Eingliederungsmöglichkeit in Ihre Funktion als Fachkraft für Arbeitssicherheit gesehen werden. Vor diesem Hintergrund gehe ich davon aus, das Sie nach dem 28.02. 2011 Ihre Arbeitsfähigkeit nicht wieder erlangt haben. Sollten Sie anderer Auffassung sein, werde ich Ihre Arbeitsleistung nur- und ausschließlich unter Vorbehalt einer vertrauenärzlicher Untersuchung- nach Vorlage einer ausdrücklichen Arbeitsfähigkeitsbescheinigung annehmen können. Dabei weise ich darauf hin, dass im Falle einer wider erlangte Arbeitsfähigkeit selbstverständlich auch die Arbeitsergebnisse von Ihnen andere sein müssen, als die während der Stufenweisen Widereingliederung erkennbaren Arbeitsergebnisse. Eine Durchschrift dieses Schreibens leite ich der Kkasse unmittelbar zu.“
Wie soll ich mich jetzt verhalten? Nachdem ich rausgefunden habe, das intern schon eine Stellenbesetzung auf meinen Arbeitsplatz gibt und diese zum 1.04. 2011 angetreten wird, macht es dies noch aussichtsloser. Ich war froh diese Stelle nach der Umstruktuierung zu bekommen, (seit 20 Jahren im Unternehmen) zumal Stabstelle, da abzusehen war, dass die anderen Abteilungen ausgesourst u. Tochtergesellschaften werden.
Wohlweislich habe ich auf Anraten der Reha zwar ein Schwerbehintertenantrag gestellt. Aber wie kann ich mich weiterhin schützen, dass ich nicht wieder in meine Depressionen verfalle. Schlafen muss ich bereits medikamentös?
Ich hoffe Ihr habt auch für mich ein paar Ratschläge? Ich bin froh, dass es solche Seiten gibt. Nur weiter so…….
Lg Heinz

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Hallo Heinz,

Deine Geschichte ist Wahnsinn - eine Riesensauerei, was Dein Arbeitgeber mit Dir macht.

Das alles fällt ziemlich klar ins Arbeitsrecht, denn für mich ist es klares Mobbing.

Deswegen kann ich Dir nur empfehlen: Wehr' Dich!! Was ich ganz, ganz schnell tun würde: Einen Anwalt für Arbeitsrecht suchen, mit ihm das alles be- und die nächsten Schritte absprechen. Wenn es bei Euch einen gibt, den Betriebsrat informieren. Und noch wichtiger: Zu den Gesprächen mit den Chefs Zeugen (evtl. Betriebsrat?) mitnehmen.

Die wollen Dich loswerden - vielleicht schaffst Du, dass sie Dich behalten müssen, vielleicht wirst Du gehen, aber wenn, dann soll es bitte teuer werden!

Alles erdenklich Gute - ich wäre froh, wenn wir Dir hier mehr helfen könnten, aber hier ist ein Arbeitsrechtler sicherlich die richtige Adresse!!!

Was ich noch gefunden habe, vielleicht hilft es Dir:

http://www.mobbing-zentrale.de/

Die stehen mit Rat und Tat zur Seite!!!

Herzlich, Agnes

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Guten Morgen zusammen

ich habe eine Frage zur "üblichen" Dauer einer Wiedereingliederungsmaßnahme, wenn es sowas denn gibt.

Bei mir ist es so, dass ich wegen Burnouts seit Anfang Januar (2011) krankgeschrieben bin. Ich gehe 1x pro Woche zur Therapie und alle paar Wochen zum Psychiater, nehme AD. Ich arbeite seit über 10 Jahren in meiner Firma, bin dort in einer Position, die nicht leicht ersetzt werden kann aufgrund meiner Erfahrung und meines Ansehens bei Kunden und Mitarbeitern.
Der Job ist recht anstrengend (ich weiß, das trifft auf uns alle im Forum zu!) und bringt neben vielen Kontakten und Kämpfen mit Kunden und vor Ort Einsätzen auch sehr viel internes Hickhack mit unseren Vorgesetzten sich. Diese Kombination aus Stress, viel Arbeit und permanenten Kämpfen hat bei mir letztlich zum Zusammenbruch geführt.

Meine Therapeutin emfpiehlt mir eine stufenweise Wiedereingliederung in zwei Schritten: 2 Monate 4 Stunden, 2 Monate 6 Stunden, dann wieder voll.

Nun habe ich gestern bei meiner Krankenkasse mal vorgefühlt, und die Dame dort hat sich furchtbar aufgeregt und meinte, das sei völlig unrealistisch - 6 Wochen, maximal und ganz selten 8 Wochen, mehr gibt es nicht. (Ansonsten solle ich halt generell meine Arbeitsstunden reduzieren, ein toller Vorschlag natürlich)
Sie meinte, ein Krebskranker, der 1,5 Jahre zuhause war, hätte eventuell Anspruch auf diese längere Wiedereingliederungsphase von 4 Monaten, aber ich hätte da keine Chance ("Es heißt ja zeitnahe Wiedereingliederung!").

Wie sind denn Ihre Erfahrungen? Was ist üblich (meine Therapeutin meinte im Übrigen, die von ihr empfohlene Dauer wäre üblich)?
Ich vermute mal, die Kasse sträubt sich immer ein bisschen, aber ich fürchte, nach der oben geschilderten Reaktion habe ich keine große Chance, den Plan in der Form genehmigt zu bekommen, wie er von meiner Therapeutin empfohlen wurde.

Für mich erscheinen 6-8 Wochen aber sehr wenig, da meine Krankheit etwas ist, was sich über viele Jahre in dieser Firma aufgebaut hat und ich wirklich viel Zeit brauchen werde, mein eigenes Arbeitverhalten und Denken zu ändern, um nicht sehr schnell wieder in die alten Muster zu verfallen.

Was kann ich tun?

Ich freue mich sehr über Ihre Antworten.

Liebe Grüße
Sela

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Hallo Sela,

das, was die Dame von der Krankenkasse sagt, stimmt einfach nicht.

Auch bei psychischen Krankheiten/Störungen ist die Dauer des Wiedereingliederungsprogramms oftmals länger.

Zumindest hatte ich vier Monate vorgeschrieben bekommen von der Reha-Klinik, andere in der Regel 8 bis 12 Wochen.

Mein Tipp: Lass' das von Deinen Ärzten/Therapeuten mit der Krankenkasse klären!!! Das heißt: Bitte am besten Beide darum, dieses Thema mit der Krankenkasse zu klären!!!

Du brauchst Deine Kraft für die Arbeit, nicht für diesen ganzen Kostenk(r)ampf, der letztlich nur die kurzfristige Sichtweise beinhaltet - und wir Patienten werden oft sehr schnell mundtot gemacht, weil wir halt auch nicht so tief im Thema stecken...

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Hallo Susanne

herzlichen Dank für Deine schnelle und hilfreiche Antwort!
Ich werde es nun über Arzt/Psychiater und Therapeuten versuchen, morgen geht's los. Ich hoffe, die können da mehr erreichen als ich Laie.

Und wenn's am Schluss auch keine vier Monate sind, so sollte man sich doch hoffentlich irgendwo in der Mitte zwischen 6 Wochen und 16 Wochen einigen können...hoffe ich mal.

Viele Grüße
Sela

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Hallo liebe Mitleser und Ratgeber,

weiß jemand, wie lange man arbeitsunfähig geschrieben sein muss, bevor man eine Wiedereingliederung starten kann? Man liest immer nur von "lange".

Konkret arbeite ich seit längerem in einem 20 Std./Woche Arbeitsverhältnis - meist auf Kosten meiner Gesundheit - ohne Arbeitsunfähigkeitsbestätigung in den letzten Wochen (die letzte war im Herbst 2010 für 5,5 Wochen). Es gibt eine nun fast vierjährige begleitende Krankheitsgeschichte mit sechs teils mehrere wochenlangen KH Aufenthalten.

Nun würde ich gerne, vom Arzt und Arbeitgeber gutgeheißen, im Rahmen einer Wiedereingliederung reduziert arbeiten (10 Std./Woche). Muss ich da zuerst "lange" (wie lange?) komplett arbeitsunfähig sein? Oder kann man sofort mit einem ersten Tag Arbeitsunfähigkeit mit einer Wiedereingliederung beginnen?

Der Arbeitgeber würde so zustimmen. Müsste ich aber erst "lange" komplett ausfallen hätte er ein Problem damit.

Danke.

P.S.
Im §74 SGB V steht auch nichts von einem Vorlauf, vor der Wiedereingliederung.

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Hallo

Bin zur Zeit im Hamburgermodell !!!Ich habe vor einen halben Jahr eine Reise gebucht. Nun habe ich einen Antrag bei meiner Krankenkasse gestellt mich für 3 Tage vom Hamburger Modell freizustellen.Das
Ergebnis war, die haben mich gleich wieder Gesundgeschrieben.
-Mein Arzt hat mir sein OK gegeben !!!!!
-Mein Arbeitgeber war auch einverstanden !!!!

Hat jemand Erfahrung mit diesen Thema ??
Gibt es Gesetze ???

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Hallo Bert,

da du laut Gesetz während des Wiedereingliederungsprogramms leider keinen Urlaub nehmen darfst, hat die Krankenkasse das Recht, das Programm zu beenden. Was sie aufgrund der Kosten natürlich gern gemacht hat - denn Deinen Urlaub will sie natürlich nicht bezahlen... Mehr kann ich dazu leider nicht sagen.

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An anonym@anonym.de

Zu Deiner Frage habe ich leider keine weiteren Informationen vorliegen.

Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass die Krankenkasse da etwas dagegen hat, da sie dieses Wiedereingliederungsprogramm ja bezahlen müsste -und ganz ehrlich, vom 1. Tag der Krankschreibung an gleich uns Wiedereingliederung ist nicht wirklich im Sinn des Erfinders.

Denn wenn die Arbeitsfähigkeit gefährdet wäre durch die vielen Krankenhausaufenthalte bzw. wenn Du auf Kosten Deiner Gesundheit arbeitest, dann würde die Krankenkasse zuerst auf eine Reha-Maßnahme verweisen - was dann ja auch die Rentenversicherung bezahlen müsste... danach könnte dann ein Wiedereingliederungsprogramm stattfinden, aber auch hier müsste dann die Reha-Klinik/-Einrichtung die Empfehlung für ein Wiedereingliederungsprogramm geben. Manchmal gibt es auch berufsbegleitende Reha-Maßnahmen, dies hängt jedoch davon ab, was bei Dir los ist.

Es tut mir Leid, dass ich keine andere Info geben kann. Kennt sich denn Dein Arzt da konkreter aus?

Herzliche Gruesse, Agnes

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Hallo

Ich habe da auch mal eine frage : bin seid längerer Zeit Krankgeschrieben und soll jetzt wieder in die Stufenweise Wiedereingliederung.
Mein Arzt hat mir den Wiedereingliederungsbogen ausgefüllt 2wochen mit 3Std und 2 wochen mit 5 Std leichte arbeit
und Keine Wochenenddienste.
War dann bei meinem Arbeitgeber um diesen Wiedereingliederungsbogen auszufüllen zu lassen, der sagte was mit leichte arbeit gemeint ist und warum keine Wochenendienste ich könnte ja dann in der Bin in der Altenpflege tätig

Viele grüße Kerstin

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ich könnte ja dann in der Woche mal einen Tag frei machen war dann die Antwort,meines Arbeitgebers
Meine frage ist es jetzt ob der Arbeitgeber es bestimmen kann was der Arzt darauf schreibt

Viel grüße Kerstin

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Liebe Kerstin,

vorweg:
Der Arzt bestimmt, unter welchen Bedingungen Du das Wiedereingliederungsprogramm beginnst. Deswegen ist er auch der erste Ansprechpartner, wenn der Arbeitgeber gegen die Bedingungen wäre.

Mein Tipp:
Geh' zu Deinem Arzt, sprich' mit ihm nochmal ab, was "leichte Arbeit" in Deinem Beruf bedeutet. Am besten ist, wenn er dies in den Wiedereingliederungsbogen mit hineinnimmt unter Bemerkungen o.ä. Dann gibt es auch keine Mißverständnisse.

Auch das Thema "Wochenenddienst" würde ich an Deiner Stelle nochmals mit Deinem Arzt ansprechen. Sollte er weiterhin dagegen sein, was ich nachvollziehen kann, dann ist das so. Bitte bedenke auch, dass Du in der Zeit weiterhin krankgeschrieben bist, von der Krankenkasse Krankengeld beziehst und die Bestimmungen des Wiedereingliederungsprogramms geltend sind. Denn solltest Du gegen die Absprachen mit Deinem Arzt am Wochenende arbeiten, wärst Du noch nicht einmal versichert. Das sollte auch einem Arbeitgeber einleuchten.

Viel Glück und alles Gute, Fee

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Hilfe!!!!

Bin seit 14 Monaten krank. Sollte heute mit der Wiedereingliederung beginnen, aber mein Arbeitgeber hat die Wiedereingliederung abgelehnt. Wie geht es jetzt weiter???
Muss ich sofort wieder mit der vollen Stundenzahl (39 Std./Wo) beginnen???
Mein Arbeitgeber hat signalisiert das er das Arbeitsverhältnis beenden möchte, bin seit 32 Jahren dort, 57 Jahre alt und Schwerbehindert mit 50 %. Kann ich verlangen wieder auf meinen alten Arbeitsplatz zu kommen??

Bin für jede Antwort dankbar.

Amelia

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Hallo Amelia,

es tut mir Leid, dass sich Dein Arbeitgeber so verhält. Ich rate Dir jedoch ganz dringend, Dich an einen Personalrechtler, an den Betriebsrat bzw. an einen Schwerbehindertenbeauftragten zu wenden. Denn hier geht es eindeutig um Arbeitsrecht; die Ablehnung des Wiedereingliederungsprogramms ist eindeutig nur ein Vorwand.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel, viel Glück für das, was du durchkämpfen möchtest. Aber hol' Dir da unbedingt juristische Unterstützung!

Ganz herzlich, Agnes

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Hallo Agnes,

vielen Dank für Deine lieben Worte. Ja, habe schon einen Termin beim Anwalt und bei der Gewerkschaft. Mein Chef versucht mit allen Mitteln mich zu verunsichern, aber ich habe auch noch den IFD eingeschaltet, da wir keinen Betriebsrat haben. Man stellt in den Raum das meine Vorgesetzte nicht mehr mit mir zusammenarbeiten wolle und dabei habe ich erfahren, das sie im September in Rente geht. Es ist also offensichtlich das da was nicht stimmen kann, denn ich habe ja noch vom letzten Jahr 7 Wochen Urlaub und für dieses Jahr steht mir auch noch was zu.
Wenn alle Stricke reißen werde ich meine Arbeitskraft wieder anbieten, ich denke man kann es nicht ablehnen, da mir ja noch nicht gekündigt wurde und bei einer Kündigung das Integrationsamt mitspielen muss.

Amelia

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Hallo,

ich bräuchte auch ganz dringend eure Hilfe!

Ich hatte am 24.04.2010 einen Arbeitsunfall durch den ich längere Zeit krank geschrieben war, also ließ ich auf anraten des Arztes gleich noch eine OP machen die längst überfällig war ( aus der OP wurden wegen Pfusch 3 OP´s).

Die Krankenkasse bezahlt seit ende Mai Krankengeld bis dato , zuvor hat die die BG bezahlt.

Seit Februar befinde ich mich nun endlich in der Wiedereingliederung und bin derzeit bei 5 Stunden die ich arbeiten darf!

Ich habe meine Arbeit vor dem Unfall geliebt, nur habe ich im Moment das Problem das ich dermaßen gemobbt werde, das ich nicht mehr dort arbeiten kann und dies auch nicht möglich ist, da ich direkt von meinem Vorgesetzten gemobbt werde.

Also, meine Frage ist, welches Geld wird beim Arbeitamt angerechnet wenn man durch den Arbeitgeber (er würde mir kündigen)gekündigt wird?

Das letzte Gehalt oder das Krankengeld?

Muss ich die Wiedereingliederung beenden vor einer Kündigung durch den Arbeitgeber und wieder voll arbeiten (Momentan ist kaum Arbeit da und ich käme nicht auf meine Sollstunden bei normaler Arbeit)?

Ich weiß nicht was ich tun soll, hoffe ich hab mich jetzt richtig ausgedrückt und ihr versteht mich!

Für eine Antwort wäre ich echt dankbar!

Gruß Elke

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Hallo Elke,

soweit ich weiß, wird das Arbeitslosengeld errechnet, indem Du Dein Einkommen aus den letzten zwölf Monaten nachweist, daraus erfolgt der Schnitt. So war es auf jeden Fall bei mir. Bei mir wurde die Krankengeld-Zeit nicht mit berücksichtigt.

Aber um ganz, ganz sicher zu sein, würde ich mich mit dem Arbeitsamt vorab in Verbindung setzen und um einen Beratungstermin bitten.

Oder was ich noch besser fände:
Einen Anwalt für Arbeitsrecht befragen.

Denn ich finde es mehr als schlimm, was Dir gerade passiert. Und vielleicht gibt es da auch andere Möglichkeiten als sich sofort kündigen lassen.

Es gibt auch die Möglichkeit,sich zu wehren - indem man ganz klar aufzeigt, dass man gemobbt wird, dass man unter diesen Umständen das Wiedereingliederungsprogramm nicht mehr weitermachen kann. Eventuell steht dann am Ende auch das Ende dieses Jobs, aber vielleicht erhältst Du noch eine Abfindung oder ähnliches? Denn es kann doch nicht immer der "Mobber" gewinnen, oder? Agnes hatte hier auch einmal einen link gepostet: Vielleicht können die Dir ja auch eine realistische Einschätzung geben?

http://www.mobbing-zentrale.de/

Also: Wenn Du Dich wehren magst - dann bitte mit Hilfe und Unterstützung. Denk' daran, Du darfst Dich wehren und Du darfst auch Hilfe in Anspruch nehmen. Grundsätzlich bräuchtest Du jedoch einen Anwalt und auch evtl. die Unterstützung eines Facharztes, der bescheinigt, dass es Dir wegen des Mobbings schlecht geht.

Zudem hast Du die Möglichkeit, selbst zu kündigen, wenn es aus ärztlichen/krankheitsbedingten Gründen keine Möglichkeit mehr gibt, diesen Job weiterzumachen. Mobbing zählt u.a. dazu.

Diesen Schritt ging ich damals, als meine Krankheit immer schlimmer wurde und ich aus dem Arbeitsleben einfach raus musste. Ein aussagekräftiges Attest meiner damaligen Neurologin reichte aus, um beim Arbeitsamt keine Sperre für das Arbeitslosengeld zu erhalten.

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Hallo Fee,

vielen Dank für die schnelle Antwort und die Anteilname, da gehts mir doch gleich viel besser.

Ende 2009 hatten wir Kurzarbeit im Betrieb, dann waren es 2010 vier Monate normal bis ich den Unfall hatte, das heißt wenn das Arbeitsamt die letzten 12 Monate vor dem Unfall nimmt wäre die Kurzarbeit mit drin, oder?

Ich hab ein super verhältnis zu meinem Chef und eine Abfindung will ich gar nicht anstreben, wie gesagt ich hab die Arbeit sehr gerne gemacht.

Nur mein Vorgesetzter hat Angst, das ich die Zeitarbeiterin vertreibe, die seit mitte meiner Krankheit da ist und was daraus noch alles werden kann....daran mag ich gar nicht denken.
Die Sticheleien reichen mir auch so schon.
Außerdem stichelt die Zeitarbeiterin schon mit!

Mir glaubt kein Mensch wie es mir vor morgen bzw. heute graut, mein Kollege hat scheints etwas zu unserem Vorgesetzten gesagt, weil die anderen Arbeiter z.b. in den Urlaub geschickt werden weil nicht viel Arbeit da ist und die Zeitarbeiterin aber ihre 8 Stunden arbeiten darf.

Na ja mal abwarten.

Das mit dem Neurologen wäre für mich gar kein Problem, er meinte ich hätte eine schwere Depression als ich letztes mal bei ihm war, aber das ist nicht so!

Ich denke es ist normal, das wenn ich zum Neurologen gehe nach so langer Kranheit und das erste was er zu mir sagt ist, ich solle nicht zu lange warten und die andere Hand auch operieren lassen, das ich dann meine Tränen nicht mehr halten kann!
Eigentlich wollte ich ja sein okay, das ich endlich wieder arbeiten darf!

Ich werde am Dienstag nochmal mit meinem Arzt reden was er meint und morgen gleich mal beim Arbeitsamt anrufen, der Anwalt ist mir momentan ein bisschen zu teuer.

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Hallo Elke,

bei Dir war und ist ja sehr viel. Bitte bedenke, dass Deine Gesundheit erst einmal das Wichtigste ist - und dass dann erst einmal alles andere kommt. Wichtig finde ich auf jeden Fall bei all den doch sehr komplizierten Rahmenbedingungen, dass Du mit dem Arbeitsamt sprichst, nicht nur am Telefon, sondern in einem direkten Beratungsgespräch - wie das mit Kurzarbeit etc. ist, weiß ich leider nicht.

Wegen Depression: Es gibt auch exogene Depressionen, d.h. Depressionen, die entstehen aufgrund externer Ereignisse (schwere Krankheit, Tod Angehöriger, Verlust Arbeitsplatz etc. etc.); diese können behandelt werden!! Und es ist kein Makel! Vielleicht nur als Gedankenansatz, falls Dein Neurologe das Thema wieder aufwirft. Es wird schon etwas dran sein.

Und auch wenn ich vielleicht nerve: Ich finde, Du solltest Dich noch einmal mit jemanden, der sich im Arbeitsrecht auskennt, unterhalten. Sei es durch eine ehrenamtlich Organisation (siehe die Website von oben), siehe Arbeitsamt, siehe VDK oder ähnliches. Denn mir kommt das alles nicht so ganz koscher vor... ich würde mich nicht so schnell kündigen lassen... kann jedoch natürlich auch akzeptieren, wenn Du Dich dafür entscheiden solltest.

Herzlich, Fee

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Hallo zusammen !
Siet Februar ist mein Mann in der Klinik wegen "Burn Out". Eine schrecklich Zeit, auch für mich.

Nun meine Frage:
Mein Mann wird voraussichtlich im Juni das "Hamburg Modell" starten. Wir haben Ende Juni bereits eine Flugreise festgebucht. Soll ich mich um eine Stornierung kümmern, oder gibt es Hoffnung für einen 2wöchigen Urlaub während des Hamburg Modells ? Der Urlaub dient doch auch der weiteren Genesung ?!

Danke für eine kurze Info

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Hallo,

erst einmal hoffe ich, dass Deinem Mann der Klinikaufenthalt auch gut tut und weiterhin gut tun wird.

Es ist natürlich auch blöd für Dich, jetzt "draußen" alles organisieren zu müssen. Gibt es denn auch die Möglichkeit des Partnergesprächs mit dem Therapeuten/Arzt? Das kenne ich aus psychosomatischen Kliniken.

Wegen des Urlaubs: Grundsätzlich ist Urlaub während der Wiedereingliederung gesetzlich NICHT vorgesehen.

Darüberhinaus darf sich Dein Mann während einer Krankschreibung (und das Wiedereingliederungsprogramm gehört ja nun mal dazu) nicht in ein anderes Land begeben ohne die Zustimmung der Krankenkasse.

Besprich' das doch noch einmal mit Deinem Mann und auch mit dem behandelnden Arzt (bzw. Dein Mann soll dies am besten noch einmal mit ihm besprechen).

Wenn das Wiedereingliederungsprogramm jedoch wirklich im Juni beginnt, sehe ich für den Urlaub schwarz.

Eine Idee: Vielleicht könnt Ihr ja noch vor Beginn des Wiedereingliederungsprogramms ein wenig wegfahren - während der Krankschreibung geht das ja, Erholung und Ruhe tut Deinem Mann sicherlich auch gut, denn so ein Klinikaufenthalt bzw. Therapie ist ja nicht unanstrengend - und sicherlich tut es Euch gut, nach einem langen Klinikaufenthalt wieder Zeit zu zweit zu haben. Und in Deutschland gibt es ja auch genügend schöne Orte, oder?

Herzliche Gruesse und gute Besserung für Deinen Mann!

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Hallo zumsammen,
ich habe seit mehreren Jahren Probleme mit meiner Halswirbelsäule. Nach dem ich deswegen im vergangenen Jahr ca. 8 Wochen ausgefallen bin und weitere Beschwerden mit meinen Händen/Armen hinzugekommen sind (operative Eingriffe zum Schmerzabbau wurden im ersten Quartal durchgeführt), bin ich aktuell schon wieder mehr als 8 Wochen arbeitsunfähig. Auf Vorschlag meiner behandelenden Ärzte habe ich bei meinem Arbeitgeber einen Antrag zur stufenweisen Wiedereingliederung eingereicht. Als Reaktion seitens meines Arbeitgebers habe ich ein Schreiben erhalten, in dem ich aufgefordert wurde "eine ausführliche Begründung Ihrer Ärtzin, warum die stufenweise Wiedereingliederung notwendig ist." zu liefern. Außerdem soll ich "Insbesondere ... auch auf die Anzahl der maximal zu leistenden täglichen Stunden" eingehen. Der Vorschlag meiner Ärztin sieht eine stufenweise Anhebung der Stunden beginnend mit 3 Stunden über 4 und 6 Stunden bis zur normalen Dienstaufnahme mit einigen Einschränkungen (z. B. keine schweren Sachen heben, nicht über Kopf arbeiten) vor.
Da meine Ärztin sehr verwundert reagiert und zum Ausdruck gebracht hat, dass die Forderung meines Arbeitgebers unüblich ist und für Sie einen erheblichen zeitlichen Aufwand bedeutet, würde ich gerne wissen, ob die Forderungen meines Arbeitgebers dem Grunde nach gerechtfertig sind. Eine Vorladung für ein Gespräch beim Betriebs-/Amtsarzt habe ich bisher nicht erhalten.
Gibt es hierzu eventuell für alle Seiten bindende gesetzliche Regelungen, Verordnungen? Welche ärztlichen Informationen muss/darf meine Ärztin überhaut weitergeben?
Da ich Beamter bin sind weder meine Krankenkasse noch ein RV-Träger an der geplanten Wiedereingliederung beteiligt.
Vielen Dank für die in diesem Blog zusammengetragenen Informationen und die Unterstützung.
Gruss, Steve

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Hi,

ich finde es auch verwunderlich - habe so etwas auch noch nie gehört.

Eine Einschränkung muss ich jedoch machen: Ich habe keine Ahnung, ob es bei Euch im Beamtenrecht irgendwelche Sonderregelungen gibt... da bin ich überfragt. Gibt es bei Euch denn eine Stelle, an die Du Dich wenden könntest?

Aber Deine Ärztin kann ja mal ein Schreiben aufsetzen, das deutlich macht, dass man an einer Wiedereingliederung nicht vorbei kommt. Eben guten Willen zeigen, gleichzeitig aber klare Grenzen aufzeigen, nämlich z.B. keine Details nennen, da sie ja eine ärztliche Schweigepflicht hat, und diese ernst nimmt - der Arbeitgeber muss nicht alles wissen (zumindest ist das in Deutschland so!!!).

Das müsste vorerst reichen!

Denn alles andere wäre Schikane von Deinem Arbeitgeber! Dann soll er Dich lieber zum Betriebs-/Amtsarzt schicken!


Was jedoch noch wichtig ist zu wissen: Rechtlich bindend ist die Wiedereingliederung nicht. Dein Arbeitgeber könnte die Wiedereingliederung auch ablehnen, man kann ihn nicht zwingen. Dann müsste er jedoch auch die Konsequenzen tragen, dass Du halt noch länger krank geschrieben bist, bis Du wirklich wieder richtig fit bist.

Viele Gruesse und weiterhin gute Besserung, Agnes


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Hallo Agnes,
vielen Dank für Deine Antwort. Ich hatte vorher parallel Kontakt zu unserem Personalrat (=Betriebsrat) aufgenommen. Die ersten Reaktionen gingen in die Richtung, dass die Kollegen sich ersteinmal selber in das Themengebiet einarbeiten müssen.
Mir ist klar, dass die stufenweise Wiedereingliederung abgelehnt werden kann. Für mich ist eben auf Grund meiner aktuellen Situation unverständlich, weshalb es der Gesetzgeber versäumt hat, neben der Ablehnungsmöglichkeit durch den Arbeitgeber auch festzulegen, wie weit die Informationsgewinnung/-sammlung des Arbeitgebers gehen darf (Datenschutz). Die normalen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen enthalten i. d. R. auch keine detaillierten Angaben über die Gründe.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende, Steve

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hi Steve,

ganz ehrlich? Ich glaube nicht, dass der Gesetzgeber da etwas versäumt hat. Das Arztgeheimnis gilt!

Das, was hier nicht stimmt, ist Dein Arbeitgeber, der sich über das Arztgeheimnis hinweg setzen möchte!

Alles Gute, Agnes

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Hallo Steve,

ich glaube, dass der Gesetzgeber da garnichts vernachlässigt hat. Denn grundsätzlich gilt die Schweigepflicht des Arztes, das Arztgeheimnis.

Wie gesagt, ich weiß nicht, ob im Beamtenrecht was anderes steht. Aber da sind die Kollegen ja dran - wobei ich es auch nicht wirklich klasse finde, dass die es nicht auf Anhieb wissen... sowas sollte ja nicht nur einmal vorkommen, oder?

Dein Arbeitgeber ist m.E. derjenige, der hier klar Grenzen überschreitet und das Arztgeheimnis missachtet!

Alles Gute, Agnes

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Ich bin seid dem 25.3.2010 zu hause hatte einen schweren auto unfall , jetzt zu meiner planung, hatte am mittwoch eine op wo mir mein metall aus dem arm genommen wurde, nun wollte ich ab dem 14.6,11 mit der widereingliederung anfangen nur bei mir stehen noch zwei weitere op´s an mettal endfernung linkesbein ende dies jahres und rechtesbein im frühjahr 2012.

nun meine frage wenn ich die wider eingliderung mache, hatte ich mir vorgenommen das in 6 wochen durch zu ziehen, da wir ab 25.7 Geschlossenen Urlaub haben das heist auf arbeit ist keiner was mache ich denn dann wenn ich der meinung bin das meine eingliederung doch länger als 6 wochen dauert???
ich kann ja nicht arbeiten da ja keiner da ist.
die probleme die hier einige schreiben da bin ich echt froh das ich die alle nicht auch noch habe, das ok von meinem Arzt habe ich schon die arbeit weis bescheid und die krankenkasse auch schon, ich brauche nur noch den zettel vom arzt und einen termin beim werks arzt. ich hoffe nur das das alles so klappt wie ich es mir gedacht habe.

ich hoffe jemand weis wie das in meinem fall laufen könnte mit dem geschlossenen urlaub ???

Lg Jana

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Hallo Jana,

erst einmal Gute Besserung!

Zu Deiner Frage:

Lass' Dir vorher von Deinem Arbeitgeber bestätigen, dass ab dem 27.07. Betriebsurlaub ist, und dass in dieser Zeit sozusagen keine Möglichkeit gegeben ist, zu arbeiten.

Dann lass' Dir von Deinem Arzt eine Bescheinigung ausstellen, in der er eine Schätzung über die Dauer des Wiedereingliederungsprogramm abgibt.

Setz' Dich bitte danach mit Deiner Krankenkasse in Verbindung, sollte es hier Überschneidungen geben.

Ansonsten ein pragmatischer Tipp:

Wenn es irgendwie möglich ist, mache das Wiedereingliederungsprogramm über die sechs Wochen, gönn' Dir danach den Erholungsurlaub und steig' dann wieder voll ein.

Herzliche Gruesse, Agnes

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Hallo,
bei mir läuft z.Z. die Wiedereingliederung mit 14 Tage je 4 Stunden und 14 Tage je 6 Stunden. Mein Gehalt bekomme ich anteilig als Krankengeld von der Krankenkasse, also kein Gehalt vom Arbeitgeber. Kann ich jetzt, da mir mein AG ja kein Gehalt zahlt, meine Sollstunden während der Wiedereingliederung (100 Stunden) auf Null setzen? Mir zahlt ja die Krankenkasse das Gehalt und mein AG hat ja dadurch auch Vorteile, da ich trotzdem meine Arbeit für ihn verrichte.

Gruß, Carsten

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Hallo Carsten,

als "Sollstunden" sehe ich Minus-Stunden, stimmt das?

Also Stunden, die sich im Stundenkonto angesammelt haben, und die noch abgearbeitet werden müssen aus irgendeinem Grund??

Ist diese Definition korrekt?

Von meinem Verständnis heraus hat das eine (Sollstunden abarbeiten) und das andere (Wiedereingliederungsprogramm) nichts miteinander zu tun. Denn natürlich bezahlt die Krankenkasse das Gehalt, klar hat Dein Arbeitgeber auch seinen Nutzen. Gleichzeitig hast Du ja aber die Möglichkeit, Dich wieder langsam an die Vollzeitstelle "ranzutasten" und auch zu schauen, ob das mit Deinem aktuellem Kräftehaushalt gut klappt.

Daher meine persönliche Meinung: Ich würde die Sollstunden nicht auf 0 setzen - nicht als Arbeitnehmer, nicht als Arbeitgeber. Aber ich weiß auch, dass ich da eine sehr strenge Haltung habe.

Falls Du es trotzdem angemessen findest und Du Dich traust, frag' doch (bitte vorsichtig) beim Arbeitgeber nach...

Alles Gute, Susanne

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Hallo Susanne,
danke für die Antwort.
Also die Sollstunden sind die Stunden der Wiedereingliederung im Monat Mai = 100 Stunden (10 Tage je 4 Stunden + 10 Tage je 6 Stunden). Da bin ich mir nicht sicher, ob das richtig vom AG ist, diese als Sollstunden während meiner Wiedereingliederung anzusetzen. Schließlich zahlt ja die Krankenkasse die Stunden. Da ich ja arbeite und mir dafür natürlich auch Stunden aufschreibe, wären dass ja bei Sollstunden= 0, ja alles Über- oder Mehrstunden. Wenn ich die jetzt z.B. abbummel, hat ja mein AG wieder dadurch Kosten. Aber dafür hab ich ja auch an seinen Projekten gearbeitet. Ganz schön verwirrend. Werd nochmal vorsichtig nachfragen:)

Gruß, Carsten

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Hallo Carsten,

ach so, jetzt habe ich es verstanden. Ich hatte gedacht, Du hättest die Sollstunden vorher schon angesammelt...

Für mich sieht es einfach so aus, dass Dein Arbeitgeber eine Brücke baute, denn so kann er ja auch wie Du auch gut nachprüfen, ob Du Dein Wiedereingliederungsprogramm (also die 100 Stunden, nicht weniger und ganz wichtig: Auch nicht mehr!!!) gepackt hast. Denn Dein Arbeitgeber ist ja mit verpflichtet, darauf zu achten, dass Du die Stunden einhältst (eben nicht weniger, aber auch nicht zuviel Überstunden machst, die für Deine Heilung eventuell nicht gut wären, siehe Burnout etc.).

Mit dem Verständnis finde ich es völlig in Ordnung, wie er das macht. Hilft Dir das ein wenig weiter?

Herzlich, Susanne

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Hallo Susanne,

so in die Richtung hab ich auch schon gedacht. Ist schon OK, so wie das jetzt geregelt ist.
Danke für deine Hilfe.

Gruß, Carsten

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Hallo,

mache auch gerade HM für 6 Stunden. Hab auf Anweisung der Firma an einem Lehrgang teilgenommen der länger ging und wollte die Zeit, welche drüber war an einem anderen Tag abbummeln. Hab jetzt einen Eintrag in meine Personalakte bekommen weil ich mich einer Dienstanweisung widersetzt hätte die besagte ich dürfe nicht länger als diese 6 Stunden arbeiten. Ist sowas möglich?

Gruß Trixi

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Hallo, ich habe eine frage die ohl noch nicht vorgekommen ist.
Ich bin nach einer Krebsdiagnose mehrmals operiert worden und habe nach reha eine wiedereingliederung gemacht. Diese lief bis zum 20.5. am 23.5. hatte ich Schmerzen und es wurde anschließend schon am mittwoch wieder eine OP fällig. Da ich ab den 21. wieder gesund war und die Arbeit am 23. wieder aufgenommen hatte aber den tag wieder Krank geschrieben wurde wird von der krankenkasse diese 3 tage nicht bezahlt! Dieses solle gesetzlich der arbeitgeber übernehmen.
Um schnelle Antwort wäre ich sehr sehr dankbar.
Gruß
Hans-jürgen

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Hallo Trixi,

puh, harte Nummer...

Zum Verständnis noch eine Nachfrage:

Sehe ich es richtig, dass Du aktuell im Wiedereingliederungsprogramm täglich nur 6 Stunden arbeiten solltest? - Und dass Dein Engagement während des Lehrgangs dazu beigetragen hat, dass Du nun den Eintrag bekommst? Oder wurde dieser erst angekündigt, als Du um "Abbummeln" gebeten hast?

Wenn dem so ist:
Der Arbeitgeber kann das Wiedereingliederungsprogramm als "Dienstanweisung" bzw. "Absprache" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bezeichnen. Ja! Und er kann auch so vorgehen, wenn er es unbedingt möchte bzw. befürchtet, dass Du so die Wiedereingliederung gefährdest, weil Du "schon wieder zuviel arbeitest"...

Grundsätzlich empfinde ich dieses Vorgehen jedoch eher als Schikane. Ein "normaler" Arbeitgeber würde wahrscheinlich erst einmal nur ein Gespräch mit Dir führen und mit Dir klären, warum Du länger geblieben bist, dass dies nicht gewünscht ist und dass Ihr das ja vereinbart habt etc. etc.

... wobei ich natürlich nicht weiß, wie Euer Verhältnis ansonsten ist, warum Du krank geschrieben bist (sollte es z.B. Burnout sein, dann kann ich Deinen Arbeitgeber sogar verstehen; bei anderen Krankheiten wäre ich wütend!)...

Mein Tipp:
Wenn Du das Geld und die Nerven haben solltest, geh' zum Betriebsrat oder zu einem Arbeitsrechtler, um Dich beraten zu lassen. Bzw. sprich' auf jeden Fall mit Deinem Arzt darüber...

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Hallo Hans-Jürgen,

erst einmal wünsche ich Dir von ganzem Herzen
GUTE BESSERUNG!!!

Wegen Deiner Frage:

Ich folgere mal aus Deinen Zeilen:

a) Wiedereingliederung bis 20.05.
b) Danach gesund geschrieben
c) Am 23. wieder krank geschrieben

Dann hat die Krankenkasse das Recht, die Tage, die Du ja auch "normal gearbeitet" hast und gesund geschrieben warst, als "normale Arbeitstage" zu bewerten.

D.h. für diese Tage steht Dir Dein anteiliges Gehalt vom Arbeitgeber zu.

Ein Tipp: Wenn Dein Arbeitgeber da Ärger machen sollte, lass' ihn das mit der Krankenkasse klären. Die haben das gelernt, studiert - und sollten es wissen...

Halt' Dich da raus, es ist zu nervig. Und Du hast genug damit zu tun, die Krankheit zu bewältigen.

Hilft Dir das ein wenig weiter?

Herzliche Gruesse, Susanne

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Danke, der 20. war Freitags,gesund am Sa und So. Mo bis Mittag gearbeitet dann den Tag wieder krank geschrieben. Ist doch nichts anderes als das die Wiedereingliederung gescheitert ist. Jetzt zahlt die krankenkasse erst wieder ab den 24. Dienstag. Und der Arbeitgeber zahlt nicht da ich ja ab Montag wieder krank war und sa. und so. nicht gearbeitet wird.

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Hallo, ich denke, Susanne hat Recht.

Auch wenn ich gut verstehen kann, dass Du und auch der Arbeitgeber dies anders sehen.

Eine etwas kulantere Krankenkasse würde da eventuell auch anders reagieren, aber grundsätzlich darf sie das, denke ich mal.

Die Papiere, also schwarz auf weiß, sagen das zumindest aus. Dein Arzt hat Dich wieder gesund geschrieben... d.h. da hat er auch eine Verantwortung. Mit dieser Einschätzung hat er Dir - zumindest für diese drei Tage - den Status als normaler Arbeitnehmer gegeben, d.h. auch normales Gehalt.

Und ehrlich gesagt, wundere ich mich etwas über Deinen Arbeitgeber. Denn "Gesundschreibung" gilt nun mal, dem hat er ja auch zugestimmt. Und drei Tage Gehalt zahlen ist ja nun wirklich nicht die Welt.

Mein Tipp: Lass' die Beiden (Krankenkasse und Arbeitgeber) das regeln, zur Not geh' bitte zum Arbeits-/Sozialrechtler, damit Du die drei Tage irgendwie noch reinbekommst. Denn es kann ja nicht sein, dass Du der Dumme bist...

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Ich bekomme kein Gehalt, wieso denken alle das man sa. und So. bezahlt bekommt. Der Dumme ist der Patient da die Krankenkasse und der arbeitgeber nicht zahlt.

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Hallo, wer kann mir weiterhelfen.

Ich war 2010 zwei Monate wg. Burn Out/Depressionen krank geschrieben, bin dann zwei Monate bis zur Reha auf eigenen Wunsch wieder arbeiten gewesen. Anfang 2011 war ich 8 Wochen zur Reha und bin arbeitsunfähig entlassen wurden. Bin immer noch krank und bekomme Krankengeld. Möchte gerne wieder arbeiten gehen und mein Arzt hat mir das Hamburger Modell vorgeschlagen.

Nun meine Frage:
Muß der Beginn des Hamburger Modell´s (HM) unmittelbar an meine Krankschreibung anknüpfen oder habe ich die Möglichkeit vor Beginn des HM noch meinen Jahresurlaub zu nehmen. Also, Krankgeschrieben mit Krankengeld, Gesundschreibung, dann Jahresurlaub mit Lohnzahlung Arbeitgeber und danach Beginn HM?

Wäre schön, wenn ihr mir helfen könntet.


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Hallo Katja,

ich weiß es leider nicht. Aber ich denke, die entscheidende Stelle wird Deine Krankenkasse sein.

Normalerweise muss das Hamburger Modell nahtlos weiterlaufen nach der Krankschreibung - denn es dient ja letztlich genau dazu, nämlich Dich nach einer längeren Krankschreibung wieder ins Berufsleben zurückzubringen...

Daher müsste es für Dich eine Ausnahmeregelung geben. Ob die in Deinem Fall mit Deiner Krankenkasse möglich ist, weiß ich daher nicht.

Daher mein Tipp:

a) Entweder vorsichtig bei der Krankenkasse selbst nachhaken oder
b) Deinen Arzt nachhaken lassen (dieser sollte dann aber auch noch eine triftige Begründung aus dem Ärmel schütteln, warum es genauso gehandhabt werden soll)

Auf jeden Fall würde ich es nicht einfach so "laufen lassen" ohne das O.K. der Krankenkasse.
Das könnte schiefgehen.

Viel Glück!

PS: Warum nicht erst Wiedereingliederung und dann in den Urlaub fahren, wenn Du gesund bist? Das geht doch auch... Dann baut Dir die Krankenkasse auch keine Hürden... (denn bitte achte darauf, dass Du während einer Krankschreibung ja z.B. auch nicht ins Ausland darfst etc.)

Gibt es für Dich keinen anderen Weg?

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Hallo Agnes,

vielen lieben Dank für Deine schnelle Antwort.

Den Auslandurlaub habe ich kurz nach meiner Reha gebucht, weil ich fest davon ausgegangen bin, dass ich bis dahin längst wieder arbeitsfähig bin. Außerdem sind wir leider an die Schulferien gebunden. Zudem sollte der Urlaub meine absolut leeren Batterien aufladen.

Ich bereue es täglich, das wir den Urlaub gebucht haben. ;-(

Danke für Deine lieben Worte

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hallöchen

ich bin seit 5 monaten krank geschrieben wegen einem bandscheibenvorfall...op hatte ich noch keine...ich war jetzt 4 wochen in der reha..was leider auch nicht geholfen hat.zur zeit mache ich auch das hamburger modell mit und bin bei 4 stunden täglich.eigentlich bin ich nach 2 stunden schon nicht mehr fähig zu arbeiten.....trotzdem ziehe ich die 4 stunden durch....was passiert denn nun weiter..auf 6 stunden brauch ich gar nicht erst gehen das schaffe ich definitiv nicht.....
ich weiss echt nicht wie es weitergehen soll und komm mir total allein vor.....es bringt auch nichts wenn ich AU zuhause bleibe...davon wirds auch nicht besser.....wielange kann ich 4 std arbeiten....

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Hi,

das tut mir total Leid, dass es Dir nicht besser geht...

Du schreibst leider nicht, wie lange Du nun schon vier Stunden täglich im Wiedereingliederungsprogramm arbeitest... denn hiervon ist ja dann auch abhängig, wie lange Du eventuell noch auf 4 Stunden bleiben kannst... In der Regel kannst Du da schon einige Wochen so arbeiten, bevor Du weiter steigerst - irgendwann hakt die Krankenkasse nach, wenn es zu langsam geht.

Aber ich habe das Gefühl, dass bei Dir aktuell etwas ganz anderes ansteht: Ein ausführliches und ehrliches Gespräch mit Deinem behandelnden Arzt!

Leider können wir Dir hier nämlich nicht weiterhelfen, denn letztlich muss das der Arzt entscheiden, wie es weitergeht. Hast Du denn mit ihm schon ehrlich darüber gesprochen, dass Du "eigentlich" nach zwei Stunden schon kaputt bist - und dass Du Dir nicht vorstellen kannst, auf sechs Stunden zu gehen? Irgendetwas muss dann ja passieren... eventuell doch OP oder, oder... ?

Aber wie gesagt, dies ist eine vorrangig ärztlich- medizinische Entscheidung - die wir aus der Ferne und als Laien sowieso nicht treffen können.

Viel Glück und vor allem gute Besserung wünscht Agnes


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Hallo,
soll am Montag 25.07. wieder Wiedereigegliedert werden nach dem Hamburger-Modell in dem Wiedereingliederungsplan ist vereibart das ich 4h an 5 tagen/kalenderwoche wieder arbeiten soll. Das erste meine Firma setzt mich jetzt MO,Di,Do,Sa,So ein weil sie mich am wochenend brächten bekomme ich Mi und FR frei.Das zweite ist ich soll am alleine arbeiten da mein Chefin in Urlaub ist geht das überhaupt?
Bitte Antworte schnell.
Danke erstmal im vorraus

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Hi,

erst einmal vorab ganz wichtig: Dies ist keine juristische oder arbeitsrechtliche Beratung, sondern nur eine Antwort, die aufgrund einiger Erfahrung und Basiswissen in diesem Thema gegeben wird!!!

Ich denke, das hängt von Deinem Arbeitsvertrag (ist es bei Euch normal, dass auch am Wochenende gearbeitet wird? Wenn ja, sehe ich kein Problem. Wenn nein, eher) und von Deinem Arzt (ist er der Meinung, dass Du zwei Tage Ruhe brauchst zwischendurch oder denkt er, dass es ok ist?) ab.

Daher kann ich da nicht soviel dazu sagen. Bzgl. des anderen Themas, eben, dass Du ohne Chefin arbeitest: Hier sehe ich erst einmal kein Problem - mit einer Voraussetzung: Es muss gewährleistet werden, dass Du wirklich nur 4 Stunden arbeitest - und aufgrund des Urlaubs Deiner Chefin nicht doch länger bleiben musst. Das solltest Du auf jeden Fall noch einmal vorsichtig abklären.

Viel Glück! Herzliche Gruesse, Geneviève

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Hallo zusammen,

in einem frühen Beitrag (17.11.08) von ThomasP. wurde folgendes erwähnt: "6. eine elektronische Zeiterfassung wird innerhalb der Wiedereingliederung nicht vorgenommen".
Gibt es dazu eine rechtliche Grundlage? Bei uns müssen die Wiedereingliederer/innen die Stempeluhr drücken und der AG konnte nicht so recht erläutern warum, außer um sicher zu gehen, dass die Kollegen/innen auch nur die vereinbarte Zeit arbeiten.
Habt Ihr dazu Informationen?

Gruß
CK

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@ Christiane

Eine Rechtsnorm fällt mir gerade nicht ein. Aber es ist gegen alle Logik hier eine Zeiterfassung zu machen. Außer ein Betriebsrat hat (was ich nicht glaube) dem zugestimmt und eine Betriebsvereinbarung geschlossen oder es handelt sich um eine Regelung im Beamtenreht, da könnte ich mir sowas auch noch vorstellen.

Grundsätzlich ist die betriebliche Wiedereingliederung eine therapeutische Maßnahme. Also keine Sache, bei der man eine Arbeitsleistung oder etwas ähnliches schulden würde. Zusätzlich kommt noch hinzu, dass man in dieser Zeit weiterhin Arbeitsunfähig geschrieben ist. Also erhält man Krankengeld und kein Arbeitsentgelt, somit entfällt auch der Anspruch des Arbeitgebers auf eine geschuldete und nachzuweisende Arbeitszeit.

Siehe auch:

http://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/bewerbung-einstellung/schritt-fuer-schritt-zurueck-in-die-arbeitswelt/

Das Argument des AG, dass er sehen möchte, das der Arbeitnehmer nicht mehr macht finde ich seltsam. Jeder Arbeitnehemr wird aus eigener Vernunft nur das machen, was ihm gerade zugemutet werden kann und was sein Arzt für vertretbar hält. Ein Freund von mir ist gerade in so einer Phase. Er hat geglaubt, 3 Stunden am Tag sind easy. Doch das war nix, er hat schnell verstanden, dass er nach mehreren Wochen krankheitsbedingter Pause alles ruhig angehen muss und wartet geduldig die nächste Stufe ab. Ihm würden "Überstunden" nicht im Traum einfallen.

Ich hoffe, Dir geholfen zu haben. Ansonsten gerne wieder Fragen.

Gruß Böckler

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"Das Argument des AG, dass er sehen möchte, das der Arbeitnehmer nicht mehr macht finde ich seltsam. Jeder Arbeitnehemr wird aus eigener Vernunft nur das machen, was ihm gerade zugemutet werden kann und was sein Arzt für vertretbar hält. "

Sorry, aber auf diese Zeilen möchte ich doch noch etwas antworten.

Bitte bedenkt, dass es -zig Betriebe, Unternehmen, Konzerne und Agenturen gibt, in denen Überstunden an der Tagesordnung sind - und in denen beileibe nicht vom Vorgesetzten darauf geachtet wird, dass der "Wiedereinzugliedernde" die Max-Stundenzahl arbeitet.

Und da arbeiten viele dann doch mehr, um vor den anderen Kollegen nicht blöd dazu stehen, um keine dummen Sprüche zu ernten, um ihre Arbeit zu schaffen etc. etc.

Da spielt der Begriff "Vernunft" auch eine Rolle: Bin ich vernünftig und arbeite soviel wie mein Arzt vorschreibt, damit ich schneller gesund werde? Oder bin ich vernünftig und arbeite immer ein wenig mehr, damit mein Arbeitgeber keinen Grund sieht, mich zu mobben und mich irgendwann rauszuwerfen?

Zudem gibt es das Krankheitsbild "Burnout" - da muss auch eher darauf geachtet werden, dass der/die Wiedereingliederungs-Kollege nicht gleich wieder zuviel macht...

Zumindest kenne ich genügend Fälle, in denen das mit der Max-Stundenanzahl nur eine Richtgröße war, die meist um 1 bis 2 Stunden erhöht wurde - natürlich nicht unbedingt zum Wohlbefinden des Patienten. Das Wiedereingliederungsprogramm stagnierte dann halt irgendwann bei einer Zahl, d.h. die Sprünge dauern länger.

Ein sehr persönliches Beispiel von mir:
Ich höre noch heute den Satz meines Arztes, der dem Gutachter erklärte, warum ich seit Wochen die 4-Stunden-Hürde auf dem Plan stehen habe - und es keine weiteren Sprünge nach oben (5 oder 6) gibt - "Die Patientin arbeitet in dem Unternehmen eh schon wieder 6... wenn ich sie auf 6 heben würde, würde sie gleich wieder Vollzeit arbeiten..."

Dass ich in der Regel mehr arbeitete als 4 Stunden, war dem Betriebsklima und dem Arbeitsaufwand geleistet - niemand hätte mir die Arbeit abgenommen... den Druck bekam ich trotzdem, auch wenn ich kein Gehalt, sondern Krankengeld bekam...

Lange Rede, kurzer Sinn...

Was ich damit sagen möchte:

Der Idealfall sieht so aus, dass ein Wiedereingliederungsprogramm auch von Unternehmensseite gern gesehen wird - aber in vielen Fällen ist es einfach nur lästig. Und es wird schnell darauf gedrängt, wieder "normal" zu arbeiten.

Wenn Arbeitgeber bzw. die direkten Vorgesetzten den Sinn und Zweck dieses Programms nicht begreifen (wollen), wenn die Parole "Krank = Schwach und nicht mehr leistungsfähig" in einem Unternehmen gilt, dann tut ein Betriebsrat, Personalwesen z.B. gut daran, an einer Stempelkarte "festzuhalten", um zu sehen, ob die Programme von den Betreffenden überhaupt eingehalten werden können! In vielen Unternehmen ist das Stempeln sowieso inzwischen eher "Schutz der Arbeitnehmer" als Schikane. Denn nur so können die teilweise immensen Überstunden gemessen werden...

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Hallo,

ich habe mal ne Frage zur Wiedereingliederung,
ich war jetzt über ein halbes Jahr zu Hause wegen einer Schulter-OP ich arbeite in einer Pflegeinrichtung für Schwerstpflegefälle hauptsächlich Komapatienten

Wiedereingliederungsbeginn mit 4 Stunden für 3 Wochen danach Erhöhung 6 Stunden.

Der erste Arbeitstag war ok,zwei leichte Bewohner alleine zu versorgen, und einen mit einer Kollegin zusammen. Am zweiten Tag 4 schwere Bewohner ca 80-100 kg alleine zu versorgen in der Grundversorgung.

Ich bin voll geplant und soll in meinen 4 Stunden morgens 4-5 Bewohner versorgt haben.

Müsste man in einer Wiedereingliederung nicht zusätzlich geplant werden?

Ich will nochmal mit meiner Ärztin reden ( war leider im Urlaub die Woche) KK hat zum Abbruch geraten.

Was ist mit Wochenenddiensten und den Zuschlägen für die Wochenenden, da ich nicht in der Lohnfortzahlung bin. Man ist anscheinend der Meinung das ich lange genug zu Hause war und nun Wochenenddienste schieben kann.

Danke schon mal für die Antworten

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Hi,

reden Sie bitte mit Ihrer Ärztin.

Sie entscheidet ja mit, ob die Wiedereingliederung zur Gesundung und Reintegration beiträgt oder nicht.

Was sie z.B. tun könnte:

a) das Formular für die Wiedereingliederung einfach klarer formulieren (also z.B. 4 Stunden NUR werktags...).

oder

b) das Wiedereingliederungsprogramm

stoppen.

Dass Wiedereingliederungsleute zusätzlich eingeplant werden, kenne ich so nicht. Inwiefern es realistisch ist, 4-5 Bewohner in den 4 Stunden zu versorgen, das kann ich nicht beurteilen. Sie sicherlich schon. Und da wäre ein Gespräch mit dem Arbeitgeber von Ihrer Seite sicherlich angebracht. Ich denke, dass wäre auch nur fair!

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Hi,
ich habe mir bei privaten Arbeiten kurz vor Weihnachten den rechten Daumen fast komplett (außer ein bißchen Haut) mit der Handkreissäge abgeschnitten.
Der Daumen und alles im Daumen wurde wieder zusammen "geflickt".
Seit Ende Jan. bekomme ich nun Krankengeld.
Den Daumen (Hand)kann ich noch nicht wieder richtig einsetzen (zu 40% vielleicht).
Meine Frage: Sollte ich schon wieder mit einer Wiedereingliederung anfangen oder warte ich damit lieber noch? Den ich muss momentan noch fast täglich zur Ergotherpie.
Ich arbeite zu 60% am Schreibtisch und den Rest im Außendienst.
Kann mir vielleicht jemand einen Tip oder Rat dazu geben.

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Hi,

das tut mir echt Leid mit dem Unfall...

Wegen des Wiedereingliederungsprogramms: Außendienst hört sich auf jeden Fall noch sehr schwierig an, während Innendienst eventuell schon mal möglich wäre??? Letztlich entscheidet das aber Dein Arzt wegen des Wiedereingliederungsprogramms. Wie sieht dieser denn die aktuelle Situation?

Ein gutes Vorankommen in der Ergotherapie und viel Glück weiterhin!

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Hallo Zusammen,

bin gerade durch Zufall auf diese Seite bekommen und hoffe das hier vielleicht jemand einen Tipp geben kann.
Vor ca. einem Jahr wurde bei meinem Bekannten ein neues Schultergelenk eingesetzt. Danach kam das übliche Prozedere wie Rhea...
Dann folgte ein zwei Tage Wiedereingliederung die dann aber vom Werksarzt wieder unterbrochen wurde...nun ist es dann doch soweit und die Eingliederung ist begonnen. Zuerst sprach der Arzt von drei Monaten, der Arbeitgeber möchte aber 6 Monate. Nun kommen wir zu dem eigentlichen Problem. Keiner zahlt und er hängt finanziell natürlich absolut in der Luft was ich in einem Staat wie den unseren nicht verstehen kann. Der Arbeitgeber ist ja in so einem Fall auch raus aus der Nummer. Die Krankenkasse sagt nein das muss das Arbeitsamt übernehmen, das Arbeitsamt sagt nein wir sind nicht zuständig...als Laie ist man da ja total aufgeschmissen. Kann jemand hier etwas dazu sagen?
Würden uns sehr freuen!
Gruß

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Hi,

um Eure Situation beurteilen zu können, bräuchte man schon mehr Infos.

Ich fasse mal zusammen, was ich verstanden habe:

Euer Bekannter ist seit längerer Zeit krank geschrieben.

Hier stellt sich dann die Frage, wie lange er bereits krank geschrieben ist - über 78 Wochen oder noch unter 78 Wochen?

Grundsätzlich ist es, dass innerhalb dieser 78 Wochen die Krankenkasse weiterhin Krankengeld bezahlt.

Falls Euer Bekannter jedoch bereits länger als 1,5 Jahren (78 Wochen) wegen derselben Sache krank geschrieben war bzw. ist, müsste er sich aussteuern lassen, also ALG 1, wenn er Anspruch darauf hat. Oder ALG 2, wenn er keinen Anspruch (mehr) auf ALG 1 mehr hat.

Zum Wiedereingliederungsprogramm kann ich nur soviel sagen:
Die 3 Monate von dem Arzt klingen sehr realistisch, 6 Monate Wiedereingliederung werden wahrscheinlich weder Krankenkasse noch Arzt unterstützen. Kann es sein, dass der Arbeitgeber da nur Geld sparen will, weil er in der Zeit kein Gehalt zahlen muss?

Rechnet doch bitte noch einmal nach, wie lange Dein Bekannter bereits in Krankenstand ist - und lasst Euch von der Krankenkasse nochmals detailliert und schriftlich erklären, warum sie der Meinung, ist, nicht zuständig zu sein. Und lasst Euch auch erklären, wer nach Meinung der Krankenkasse zuständig ist.

Und Dein Bekannter sollte unbedingt nochmals mit dem Arzt sprechen - denn der Arbeitgeber kann sich nicht gegen die Regeln stellen, die der behandelnde Arzt im Wiedereingliederungsprogramm aufstellt. Oder ist es der Werksarzt, der von sechs Monaten spricht?? Normalerweise sind die Regeln, die der behandelnde Arzt aufstellt, bindend für alle Parteien.

Notfalls wendet Euch bitte an einen Anwalt, denn oft kann nur ein Rechtsexperte in so einem Fall helfen - und das sind wir hier ja nicht!

Viel Glück und alles Gute!!!

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Bin seit Anfang Januar in der Wiedereingliederung,jedoch mehr krank als auf Arbeit.Ist die Wiedereingliederung dann gescheitert? Sie würde nur noch bis zum 16.03.12 gehen.Gruß Ines Nord

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Hi,

Sie schreiben leider nicht, wie viele Tage und weswegen Sie während des Wiedereingliederungsprogramms krank geschrieben wurden. Daher können wir auf den uns vorliegenden Informationen leider keine weitere Aussage treffen.

Wie fühlen Sie sich denn, wenn Sie daran denken, in knapp einer Woche wieder voll zu arbeiten? Und wie sieht das Ihr Arzt?

Das sind zwar die weichen Faktoren, aber die dürften zusätzlich eine wichtige Rolle spielen bei der Frage, wie es bei Ihnen weitergeht.

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Hallo,
vielleicht kann mir jemand von euch helfen.Mein Mann ist seit 24.01.2011 krank geschrieben. Sein Krankengeld läuft am 04.05.2012 ab. Er möchte aber ab dem 16.04.2012 eine Wiedereingliederung machen in seiner Firma. Wer zahlt ab dem 05.05.2012 für ihn? Wo ist er versichert?
Ich wäre froh über jeden hilfreichen Tip. Danke

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Hallo,

ich gehe davon aus, dass Dein Mann bereits ein Schreiben von der Krankenkasse erhalten hat, in dem steht, dass das Krankengeld am 04.05. ausläuft? In der Regel steht in dem Schreiben dann auch, welche weiteren Schritte anstehen, damit Dein Mann weiterhin a) krankenversichert ist, und b) bei andauernder Krankschreibung auch Krankengeld erhält.

Normalerweise steht spätestens nach 1,5 Jahren (78 Wochen) Krankschreibung eine Aussteuerung aus der Krankenkasse an. D.h. es gäbe danach kein Krankengeld mehr.

Bei weiterer Arbeitsunfähigkeit und der Nahtlosregelung steht dann der Gang zur Agentur für Arbeit an, wo bei bestehendem Anspruch ALG 1 bezahlt wird, auch wenn man weiterhin als arbeitsunfähig gilt.

Die Agentur für Arbeit würde dann auch die Kosten für das Wiedereingliederungsprogramm übernehmen - sofern sie das Programm genehmigt! Eine Untersuchung durch einen Arzt der Agentur für Arbeit wird in der Regel dann jedoch zusätzlich stattfinden... Das ist der Normalfall!

Daher mein Tipp:
Dein Mann sollte sich so schnell wie möglich bei der Agentur für Arbeit melden bzw. nochmals mit der Krankenkasse in Verbindung setzen, um die Möglichkeiten eines Wiedereingliederungsprogramms zu überprüfen.

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hallo,
mein Bekannter ist seit fast 1,5 Jahren krankgeschrieben (knapp unter 72 Wochen)und kurz vorm Ende seiner Reha-Maßnahme.

Beim letzten Arbeitgeber wurde ihm dann nach 6 Monaten Krankheit gekündigt (Kleinstbetrieb).

Hat er trotzdem Anspruch auch Wiedereingliederung, falls der (letzte) Arbeitgeber damit einverstanden wäre?

Danke

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Hi,

Dein Bekannter sollte unbedingt in der Reha-Maßnahme und auch bei seinem ehemaligen Arbeitgeber klären, ob eine Wiedereingliederung grundsätzlich möglich wäre. Denn die Reha-Einrichtung wird ja in ihrem Entlassbericht auch eine Empfehlung gibt, die mehr oder weniger bindend ist. Und eine Sozialberaterin könnte mit ihm auch klären, welcher Kostenträger eine Wiedereingliederung in seinem Fall übernehmen würde.

Da Dein Bekannter nämlich schon so lange krank geschrieben ist, dürfte bald die Aussteuerung aus der Krankenkasse anstehen. Hat er denn diesbezüglich bereits Post von der Krankenkasse erhalten? Wenn die Aussteuerung ansteht, muss sich Dein Bekannter sowieso beim Arbeitsamt melden.

Und nach allem, was Du schreibst, wäre das Arbeitsamt wahrscheinlich auch die Stelle, die theoretisch das Wiedereingliederungsprogramm genehmigen müsste und dann auch die Kosten tragen würde. In Ausnahmefällen ist dies möglich!

Ich hoffe, ein wenig weitergeholfen zu haben... alles Gute!

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Hallo,

auch ich habe eine dringende Frage u hoffe,dass mir hier jemand helfen kann.
Bin seit 3 Monaten krank geschrieben...es war ein Wege Unfall und habe mein Arm gebrochen!
Dies musste operiert werden!
Nun mache ich eine Wiedereingliederung 3h am Tag!
Bekomme noch Krankengymnastik,überwiegend vormittags,da ich meinen Arm noch immer nicht strecken kann und ich mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden bin!
Da ich im Einzelhandel arbeite und Körperlich schwere arbeiten muss, gerade Abends wenn alles weggeräumt wird....darf ich nun die 3h Abends absolvieren....
soo mit wird eine Kraft weniger benötigt und ich muss Abends ma wieder Schmerztabletten zu mir nehmen!
Is das der Sinn einer Wiedereingliederung??????

Danke schon mal vorab!!

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Hi Dani,

ich denke, dass Du mit Deinem behandelnden Arzt reden solltest, der das Wiedereingliederungsprogramm bzw. die damit verbundenen notwendigen Arbeitsbedingungen steuert. Denn er weiß am besten (evtl. nach Absprache mit dem/der Physiotherapeuten/in), welche Belastung für Deinen Arm aktuell zumutbar und gesundheitsfördernd ist (bzw. bei welcher Belastung Du Deine weitere Genesung gefährdest).

Am besten ist es, wenn Dein Arzt in dem Wiedereingliederungsformular, in dem ja u.a. festgesetzt wird, wie viele Stunden Du aktuell absolvieren sollst, noch zusätzliche Bemerkungen mit einfließen lässt (es gibt dafür auch eine Extra-Spalte).

Z.B. kann Dein Arzt dort vermerken, zu welchen Bedingungen das Wiedereingliederungsprogramm absolviert werden kann.

Also z.B.
- mit welcher körperlicher Belastung (z.B. gibt es hier die Möglichkeiten von "wenig, mittel, stark"),
- zu welcher Tageszeit bzw. mit welchen aktuellen Einschränkungen (z.B. nicht beugen, nicht schwer heben, keine einseitige Belastung) momentan gerechnet und damit auch gearbeitet werden sollte.

Der Arbeitgeber muss sich dann an die Vorbedingungen halten, wenn er Dich in der Wiedereingliederung einsetzt. Aktuell hat er da wahrscheinlich garkeine weiteren Angaben, an denen er sich orientieren kann.

Deswegen: Rede am besten mit Deinem Arzt, welche Bedingungen aktuell sinnvoll sind. Danach kannst Du dann Deinen Arbeitgeber aufklären und mit diesem absprechen, wie es weitergehen kann.

Viel Glück und vor allem gute Besserung!

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hallo,
habe mal eine frage zum hamburger modell. befinde mich zurzeit wegen schwerhörigkeit/depression/burnout auf einer fünfwöchigen reha und soll direkt danach mit der wiedereingliederung starten. eine woche später beginnen bei uns jedoch zwei wochen schulferien und ich möchte die einfach gern mit den kindern verbringen, die ich jetzt fünf wochen nicht sehe. geht das überhaupt? aus ag-sicht und auch aus meiner sicht wäre es doch besser, den ganzen dieses jahr noch nicht genommenen urlaub (mindestes vier wochen) vor dem start der wiedereingliederung zu nehmen. aber wenn ich mit urlaub unterbreche - wer zahlt dann die wiedereingliederung? aus meiner broschüre der rentenversicherung geht hervor, dass ich im anschluss urlaub nehmen darf, wenn ich gesundgeschrieben bin. und wenn ich krankgeschrieben bin, muss ich sofort mit arbeiten anfangen? das ergibt aus meiner sicht keinen sinn :-(

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Hallo schreiberin,

sorry, dass ich jetzt erst schreibe. Wegen des Wiedereingliederungsprogramms und der anschließenden ferien (herbstferien?) kann ich dir nur raten, direkt vor ort dies in der Reha zu besprechen. Es gäbe sicherlich die Möglichkeit, Dich nach der Reha erst einmal für eine Woche noch krank zu schreiben (auch damit Du wieder in den Alltag reinkommst). Aber wie schon geschrieben, das müsstest Du mit Deiner Reha-Klinik und am besten noch mit Deinem ambulant behandelnden Arzt vorab, am besten gleich, besprechen. Argumentier* da bitte, dass Du nicht gleich nach der Reha hoppla-hopp Familie, Haushalt und Wiedereingliederung unter einen Hut bringen kannst, sondern dass du eine gewisse Zeit brauchst, um das zu packen.

Für einen richtigen Urlaub sehe ich jedoch eher schwarz.

Viel Glück, gute Besserung und alles Gute!!

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Hallo,

bei uns in der Firma hatte ein Kollege einen Freizeitunfall und mußte am linken Arm mehrfach operiert werden. Nach längerer Arbeitsunfähigkeit erfolgt nun die Wiedereingliederung. Gemäß Wiedereingliederungsplan hat er jeweils 3 Wochen lang erst 3 Std., 4 Std. und 5Std. bei einem 8 Std.-Arbeitstag gearbeitet. Nun sagt sein behandelner Arzt er könne 8 Std. arbeiten mit Einschränkungen am Arbeitsplatz (Nicht schwer heben mit diesem Arm). Zeitpunkt der vollen Arbeitsfähigkeit - nicht absehbar.
Kann der Arbeitgeber nun Schwierigkeiten machen, wegen dieses Einschränkung bzw. weil kein Enddatum genannt wird. Wer zahlt nun das Gehalt.

Gruß
Peter

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Hallo Peter,

bei dieser Entscheidung sind Arzt und Krankenkasse entscheinend.

Nach den von dir geschilderten Aussagen des Arztes stellt sich bei mir die Frage:

"Schreibt er den Patienten weiterhin krank
(also Krankengeld und weiterhin Status der Wiedereingliederung)
oder
trotz der noch bestehenden Einschränkungen wieder gesund (also Arbeitsfähigkeit und volles Gehalt)?

Zudem sollte natürlich berücksichtigt werden, in welchem Beruf der Kollege arbeitet und inwieweit die genannten Einschränkungen die volle Ausübung seiner Tätigkeit behindern...

Daher mein Tipp:

Dein Kollege soll sich an seinen Arzt wenden und klären, welcher Status gegeben ist.

Erst dann kommt im nächsten Schritt Krankenkasse oder Arbeitgeber ins Spiel...

Mehr kann ich aufgrund der obigen Infos hierzu leider nicht sagen!

Alles Gute und viel GLück!!!

PS: Meine Logik sagt, dass durch die Einschränkung noch keine volle Arbeitsfähigkeit gegeben ist, d.h. das Wiedereingliederungsprogramm kann noch nicht beendet werden. Aber wie schon angemerkt: Das ist meine rein subjektive Logik...

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Nachtrag:

Ein anderes Thema für Deinen Kollegen sollte sein, sich zu erkundigen, ob sein linker Arm langfristig nicht (mehr) belastbar ist. Dann könnte das Thema "Antrag auf Schwerbehinderung" und "Betriebliches Eingliederungsmanagement" zu tragen kommen, eventuell sogar ein Wechsel an einen Arbeitsplatz ohne große Belastung für den Arm?!?

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Hallo,

ich soll nach ein paar Wochen Pause ( nach einer OP ) nun nach dem Hamburger Modell wieder anfangen zu arbeiten.

Nun habe ich den Betriebsrat, den ich dazu um Rat gefragt habe, so verstanden, daß ich in der Wiedereingliederungszeit ZUSÄTZLICH zum normalen Personal mitlaufe ( ist ein Industriebetrieb mit jeder Menge Helfern, die den gleichen Job machen, die fordern immer soviele Leute an, wie sie brauchen, hauptsächlich Leiharbeiter ) und NICHT einfach "normal" mitarbeiten soll.

Der BR meint auch, ich könne jederzeit eine Pause machen, wenn es nicht mehr geht, also nix von wegen die Pausenzeit nacharbeiten.

Im WE-Vertrag sind ja ausserdem Arbeitsbeginn und -ende eingetragen.

Auch hätten Vorgesetzte im Fall der Wiedereingliederung NICHT das Recht, einen zu bedrängen, mehr Leistung zu bringen oder Ähnliches, es habe mir quasi keiner was zu sagen, da ich ja weiterhin krankgeschrieben und freiwillig und unentgeltlich für den Arbeitgeber da sei.

Das ist dann doch wohl richtig, oder ?

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Hi,

ich gebe zu, dass ich nicht ganz verstehe, worauf Du hinaus willst. U.a. habe ich auch das Gefühl, dass der Betriebsrat sehr defensiv gegenüber dem Arbeitgeber eingestellt ist. Dies kann an Erfahrungen liegen, am Umfeld - das weiß ich nicht. Ich persönlich würde jedoch erst einmal offener an das Wiedereingliederungsprogramm rangehen - auch gegenüber dem Arbeitgeber.

Fakt ist auf jeden Fall , dass Du im Wiedereingliederungsprogramm in der Zeit, die der Arzt für Dich festschreibt, arbeiten solltest. Das heißt, wenn der Arzt drei Stunden festlegt, dann sind dies auch drei Stunden Arbeit, die m.E. dann auch geleistet werden sollten - und wenn Du da zwischendurch Pausen benötigst, ist das ok. Trotzdem sollte eine reine Netto-Arbeitszeit von z.B. drei Stunden geleistet werden. Pausen sollten m.E. schon separat gerechnet werden.

Wobei Du rechtlich zu nichts verpflichtet bist, da hat der Betriebsrat natürlich Recht.

Gleichzeitig sehe ich es jedoch so:
Das Wiedereingliederungsprogramm ist ein Training, ein Training, um Dich wieder auf den Stand der vollen Arbeitsfähigkeit zu bringen. Und das Training solltest Du um Deiner Willen ernst nehmen, d.h. auch die Stunden arbeiten, die auf dem WE-Vertrag stehen. Die Anzahl der Stunden würde ich als Netto-Arbeitszeit sehen. Als Brutto-Arbeitszeit würde ich dann "Arbeitsstunden laut Arzt" plus eventuelle Pausen sehen...

Ich kenne den WE-Vertrag bisher so, dass die Stundenanzahl im Vertrag vom Arzt festgelegt wurde - und nicht Arbeitsanfang und Arbeitsende. Vielleicht schaust Du da noch einmal nach bzw. sprichst mit Deinem Arzt darüber.

Und wenn Du die festgelegte Stundenanzahl nicht schaffen würdest (Pausen einbeziehen müsstest etc.), dann müsste Dein Arzt darauf reagieren und die zu leistende Arbeitszeit nach unten korrigieren.

Bzgl. Leistungsforderungen:
Du hast schon Recht, dass Vorgesetzte in einem Wiedereingliederungsprogramm nicht auf mehr Leistung drängen dürfen.

Gleichzeitig sollte es jedoch kein Freibrief sein, Arbeit zu verweigern. Denn natürlich dürfen und müssen sie Dir Arbeitsaufträge etc. geben. Du bist ja in der vorgeschriebenen Zeit anwesend um zu arbeiten - und da hat der Arbeitgeber auch die Pflicht, Dich angemessen zu beschäftigen. Und in dem Sinne hat er Dir dann schon "...etwas zu sagen."

Wie gesagt, würde ich persönlich im Wiedereingliederungsprogramm schon darauf achten, dieses "mit dem Arbeitgeber" anstatt "gegen den Arbeitgeber" zu beginnen. Denn wenn Du nur blocken würdest - wie ich die obigen Zeilen des Betriebsrates interpretiere - wäre das für die zukünftige Zusammenarbeit nicht unbedingt förderlich.

Daher mein Rat:

Achte auf Deine Rechte, aber nimm' das Wiedereingliederungsprogramm und die empfohlene Arbeitszeit auch ernst. Wenn Du etwas nicht schaffst, spiel' da mit offenen Karten - auch gegenüber dem Arzt. Eventuell muss dann der WE-Vertrag abgeändert werden (z.B. Einschränkungen, Pausen).

Viel Glück!

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Hallo,
bin in der Wiedereingliederung.
Schichtarbeiter. 2 Wochen 4 Std und dann 2 Wochen
6 Std. Meine Frage: Arbeitsbeginn ist um 6.00 Uhr und um 8.00 Uhr eine 15 Min Pause. Muss ich bis um 10.00 Uhr (wären 4 Stunden) arbeiten, oder hänge ich die Pause ran, also bis um 10.15 Uhr?
Bei der täglichen Arbeitszeit hat mein Arzt die Pausen mit eingerechnet (falls das wichtig ist)

Ich habe hier im Forum schon 2 Antwortmöglichkeiten gelesen.... Arbeitszeit ist reine Arbeitszeit (Pause ranhängen) und da man krank geschrieben ist, bedeuten 4 Stunden auch nur 4 Stunden inkl. Pause. Was stimmt denn nun und
könnte man das irgendwo mal nachlesen? Es scheint da große Unstimmigkeiten drüber zu geben? Ich arbeite in einem Großkonzern. Jeder Betriebsrat sagt was anderes, ebenso die Mitarbeiter der BKK, hab dann einfach mal eine andere KK angerufen und wurde auch da durch sämtliche Abteilungen weitergeleitet? Es muss doch feste Regeln geben, oder nicht?

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Hallo Markus,

ich denke, dass jedes Gesetz genügend Spielraum für Interpretationen lässt. So auch hier. Daher ein Tipp in Hinblick auf Deine festgelegte Arbeitszeit: Dein Hausarzt hat das Sagen und kann in dem Formular für das Wiedereingliederungsprogramm unter Bemerkungen eintragen, wie er die aktuellen 4 Stunden versteht: Mit oder ohne Pause? Brutto oder Netto... Sein Verständnis entscheidet hier.

Aber um allen Beteiligten etwas mehr Klarheit zu verschaffen, sollte er eben klar und deutlich schreiben, was für ihn mit den 4 Stunden gemeint ist (ich persönlich interpretiere die 4 Stunden eher als "Netto" - also ohne Pausen, was hier jedoch nichts zur Sache tut).

Herzliche Gruesse und gute Besserung!!!

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Ich habe eine Frage: Ich war seit Mitte Juli wegen psychischer Erkrankung krankgeschrieben, habe heute, (16.10.) das Wiedereingliederungsverfahren aufgenommen..
Der Wiedereingliederungsplan ausgestellt vom behandelten Arzt sieht so aus:
16.10.-27.10. 4 Stunden
29.10.-10.11. 6 Stunden
Danach wieder regulär 8 Stunden/Tag
Gehören nun Woche 5 u 6 zur Wiedereingliederung, zahlt da weiterhin die Krankenkasse oder aber wieder der Arbeitgeber?
Ferner: ich arbeite im Einzelhandel und aktuell ist für kommenden Sonntag, 21.10. ein verkaufsoffener Sonntag angesagt, an dem ich auch 4 Stunden arbeite...Im "gesunden Zustand" habe ich die Wahl entweder (Sonntagsarbeit) die doppelt geleistete Stundenzahl entweder auf das Gehalt on top zu bekommen, oder ab als Überstunden abzufeiern...
Da ich aber z.Zt. nur Anspruch auf Krankengeld habe - welche Möglichkeit gibt es da?
Antwort itte gerne per e-mail an mich:
peterwolf.kl@web.de

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Hallo Peter,

ich poste die Antwort auch hier, da ich weiss, dass einige Leser Anteil nehmen. Parallel geht sie jedoch auch per Mail an Dich raus.

Zu Deinen Fragen:

a) Woche 5 und 6 sind wieder regulär acht Stunden am Tag, also bist Du m.E. dann aus dem Wiedereingliederungsprogramm draußen und solltest auch den "alten Lohn" vom Arbeitgeber erhalten. Damit keine Missverständnisse auftreten und alle Beteiligten Bescheid wissen, würde ich dies jedoch bei der Krankenkasse und auch beim Arbeitgeber nochmal ansprechen.

b) Wegen der Sonntagsarbeit: Ich frage mich da ehrlich, für wie viele Tage in der Woche Dein Arzt das Wiedereingliederungsprogramm vorgesehen hat: 5, 6 oder gar 7 Tage die Woche?

Oder anders ausgedrückt:
Inwieweit sind in Deinem Wiedereingliederungsprogramm solche Sondereinsätze abgedeckt?

Streng genommen glaube ich, dass Du da nochmals beim Arzt nachhaken müsstet, um überhaupt das OK für die Sonntagsarbeit zu erhalten, denn ich gehe schon davon aus, dass die Erholungszeit des Wochenendes gut und wichtig für Deine Genesung ist. Frage ist ja auch, ob Du da versichert bist, wenn was passiert...

Weniger streng gesehen würde ich sagen:
Mach' den Sonntagsdienst, aber schau', dass Du dafür zeitnah einen anderen Tag mit vier Stunden frei bekommst! Diese Lösung würde dem herkömmlichen "Überstunden abbauen" ähneln, würde jedoch auch die notwendige Erholungszeit mit berücksichtigen.

Ich hoffe, dass ich mit den Antworten ein wenig weiterhelfen konnte!

Gute Besserung weiterhin und nimm' das Wiedereingliederungsprogramm ernst!

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Ich fange mit einem zweiten Versuch der Wiedereingliederung als kassenaufsicht an. Aufgrund eines bandscheibenvorfalls kann ich nicht mehr an der Kasse sitzen. Die erste Wiedereingliederung musste ich aufgrund dessen abbrechen. Nun hat mein Arzt für die Eingliederung empfohlen, mich nicht an der Kasse einzusetzen. Mein Arbeitgeber hat der Eingliederung zugestimmt. Kann mein Arbeitgeber mach der Wiedereingliederung verlangen, dass ich aicb wieder an der Kasse eingesetzt werde?

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Hallo, erst einmal von dieser Seite gute Besserung! Ihr Arzt wird hier entscheidend sein bzw das, was er im Wiedereingliederungsformular aussagt. Dort gibt es ja Platz für Anmerkungen. Und je nachdem, wie die Antwort ausfällt, kann der Arbeitgeber entscheiden. Also: Bleibt es nur eine schriftliche oder mündliche Empfehlung,kann der Arbeitgeber Dich nach eigenem ermessen, Du kannst jedoch auf die Empfehlung aufmerksam machen in der Hoffnung, dass der AG dies einsieht. Am besten wäre es für Dich jedoch, wenn der behandelnde Arzt bei den Anmerkungen das "Nicht an der Kasse sitzen" als (absolute) Bedingung für einen positiven Ausgang der Eingliederung formulieren würde. Dann müsste der AG sich auf jeden Fall an die Anweisungen des Arztes halten. Alles Gute!

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Vielen Dank für die rasche Antwort.

Im Formular steht im Bemerkungsfeld "(keine Kasse)".
Hatte nochmal ein Gespräch mit meinem Arbeitsgeber. Er hat mich ermutigt aber auch deutlich gemacht, dass der Job an der Kasse zu meinem Berufbild gehört und dass er diesen nach der Wiedereingliederung auch definitiv einfordern wird. Natürlich kann ich nun in der Wiedereingliederung die Kassiertätigkeit vielleicht umgehen. Jedoch besteht dann die Gefahr, dass ich nach der Wiedereingliederung einen Rückfall bekomme. Da ich meinen Job nicht verlieren will, haben wir vereinbart, ab der fünften Woche die Kassiertigkeit wieder langsam aufzunehmen.

Vielen Dank!

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Hallo
ich bin seit mitte Dezember 2012 arbeitsunfähig und hatte seine 6-wöchige Reha in deren Anschluss nun die Wiedereingliderung anfangen soll.
Ich bin jetzt seit ein-einhalb Wochen zu Hause und nächste Woche soll es losgehen.
Mir geht es psychisch aber noch nicht gut genug um wieder in die Firma zu gehen. Mein Hausarzt rät mir auf Grund meines Gesundheitszustandes dazu noch zuhause zu bleiben und mich dort erstmal wieder zurecht zu finden. Die Wiedereingliederung also zu verschieben.

Ist die Wiedereingliederung dann noch möglich?
Wer bezahlt dann die Wiedereingliederung?

(Krankenkasse hat von Mitte Dez. bis Ende Feb. Krankengeld bezahlt, ab Beginn der Reha bezahlte die RV das Übergangsgeld. Die Wiedereingliederung wurde von der Reha aus alles gestartet.)

Viele Grüße Linja

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Hallo,

a) Ja, die Wiedereingliederung ist auch nach einer Krankschreibung nach der Reha noch möglich. Ich selbst habe erst zwei Wochen nach Ende der Reha wieder angefangen, im Wiedereingliederungsprogramm zu arbeiten - mein Hausarzt hatte mich nach der Rückkehr auch erst einmal noch zwei Wochen krankgeschrieben.

b) Grundsätzlich bezahlt die Rentenversicherung, wenn die Reha von der Reha-Klinik aus organisiert und mit dem Arbeitgeber abgesprochen wurde. In der Regel wird die berufliche Tätigkeit dann jedoch auch direkt nach der Reha Wenn alles erst später nach der Rückkehr abgesprochen wird und die Reha um einiges später beginnt, ist es meist Fall der Krankenkasse.

Nun hat sich bei Ihnen einiges verschoben. Ein Einzelfall, der jedoch nicht selten vorkommen dürfte...

Ich gehe davon aus, dass in Ihrem Fall die Entscheidung, ob Sie entweder Überbrückungs- oder Krankengeld erhalten, zwischen Renten- und Krankenversicherung gefällt wird.

Mein Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, vielleicht kann er einiges für Sie klären. Oder Sie reden mit einem Ansprechpartner Ihrer Krankenkasse. Denn Sie müssen sich ja spätestens mit einer erneuten Krankschreibung (die Sie ja benötigen, wenn Sie sich wieder krankschreiben lassen, um noch zuhause zu bleiben) an die Krankenkasse wenden. Diese wird dies dann sicherlich mit der Rentenversicherung direkt regeln.

Sorry, dass ich keine allgemeingültige Antwort geben kann. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall Gute Besserung!!!

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Hallo,

ich befinde mich gerade innerhalb einer Reha und möchte nach dem Hamburger Modell wieder in meine Beschäftigung(en) zurück. Dabei habe ich die konkrete Vorstellung über meine Zweitbeschäftigung (geringfügige Beschäftigung mit ~10 Std./Woche) die Wiedereingliederung für einen Zeitraum von sechs Monaten zu beginnen, um dann meine Erstbeschäftigung (Lehrer mit ~80% Stelle) mit hinzuzunehmen. In den bisherigen Gesprächen mit meinem Arzt war die Arbeitsunfähigkeit das Hindernis zum stufenweisen Wiedereinstieg, sprich, wenn ich für die geringfügige Beschäftigung arbeitsfähig bin, so wäre ich dies auch für meine Lehrertätigkeit. Ich sehe dort nicht den Zusammenhang, da ich einen 'sanften' Wiedereinstieg über meine geringfügige Beschäftigung als die für mich sinnvollere und effektivere Vorgehensweise erachte. Meine Frage wäre nun, auf welche gesetzliche Grundlage bzw. Argumentation kann ich mein Vorhaben stützen? Ein direkter Wiedereinstieg nach der Reha in meine Lehrtätigkeit wäre eine zu starke Belastung für mich und von meiner geringfügigen Beschäftigung will ich mich nicht trennen, da sie mir ans Herz gewachsen ist. So gesehen stehe ich dem stufenweisen Wiedereinstieg ein wenig ratlos gegenüber.

Danke für Ihre Mühe und einen entspannten Tag noch!

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Hallo zusammen,

erstmal ein ganz großes Lob an diese Seite.

Nun habe auch ich Klärungsbedarf: seit 1/2 Jahr bin ich AU, würde gerne das HM machen, AG lehnt in einem persönlichen Gespräch ab.Ich habe vorher in Teilzeit gearbeitet, und hatte jetzt im Gespräch auch angeboten, den alten Urlaub als Anrechnung für Stunden zu nehmen; d.h. ich arbeite nur 2 oder 3 Stunden/Tag (AG überlassen) für die ersten Wochen, und für die fehlende tägliche Arbeitszeit wird der alte TU aufgebraucht. Wurde nicht positiv aufgenommen. Dazu kommt noch, dass eine erneute OP in 3 Monaten anstehen würde. Also erneuter Ausfall für ca 8 Wochen, danach, wenn keine Komplikationen auftreten wieder volle Erwerbstätigkeit.
Ich weiß, dass der AG nach neuestem Stand zustimmen muss, aber ich hatte die andere Sache angeboten, weil ich nicht gerne "einklagen" würde.
Was haltet Ihr davon?
vielen Dank im voraus...

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Hallo Taria,

erst einmal danke für das Lob!

Gleichzeitig tut es mir unheimlich Leid, dass Dein Arbeitgeber aktuell sowohl das Wiedereingliederungsprogramm als auch Dein sehr hilfreiches Angebot (alter Urlaub zur Anrechnung der Stunden)abgelehnt hat. Gibt es denn von seiten des Arbeitgebers eine Begründung, warum er sowohl das Wiedereingliederungsprogramm als auch Dein Angebot ablehnt? Wie groß ist denn das Unternehmen, in dem Du arbeitest? Gibt es einen Betriebsrat, eine etwas neutralere Personalabteilung oder einen Betriebsarzt oder ähnliches? Hast Du denn in diesem Zusammenhang schon einmal mit der Krankenkasse gesprochen? Und was sagt Dein Arzt dazu?

Wäre es grundsätzlich nicht sinnvoll, erst nach der zweiten OP wieder voll oder dann erst im Wiedereingliederungsprogramm einzusteigen - und die Zwischenzeit für Reha etc zu nutzen (oder den Urlaub abzubummeln)?

Eine Frage liegt mir noch auf dem Herzen: Du schreibst, dass Du Teilzeit arbeitest. Wie sieht denn Dein Teilzeitjob aktuell aus? Kann es sein, dass Dein AG der Meinung ist, dass das Wiedereingliederungsprogramm sich deswegen nicht lohnt, weil es zuwenig Stunden wären - und es besser wäre, gleich voll einzusteigen?

Ich gebe zu, dass ich ein solches Programm wahrscheinlich auch nicht einklagen würde, wenn ich an dem Job hängen würde... denn die Frage ist, was Du dadurch gewinnst - außer einem völig verärgerten Arbeitgeber.

Ich weiß nicht, ob Dir das weiterhilft, aber meist liegen zuwenig Informationen vor, daher versuchen wir, durch weitere Fragen zu unterstützen...

Viel Glück!

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Hallo,
vielen Dank für die hilfreichen Informationen auf dieser Seite. Das es in der Wiedereingliederungsphase keinen Urlaub gibt habe ich gelesen, aber wie verhalte ich mich richtig? Ich(bald 60)bin seit Anfang April wegen einem komplizierten Fussbruch krank und bekomme jetzt Krankengeld. In zwei Wochen möchte ich mit einer Wiedereingliederung beginnen,damit der Fuss am Anfang nicht so stark belastet wird. Der behandelnde Arzt und mein Arbeitgeber, wo ich schon seit 24 Jahren beschäftigt bin, sind damit einverstanden. Nun habe ich aber schon seit Jahresbeginn für Anfang Juli 3 Tage Urlaub eingereicht, da mein Vati seinen 80. Geburtstag feiert. Er wohnt 500km entfernt und ich möchte seinen Ehrentag schon mit ihm verbringen. Wie verhalte ich mich, Wiedereingliederung unterbrechen, später beginnen?
Über eine Antwort und Tipps würde ich mich freuen, vielen Dank.

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Hallo Traudel,

es ist immer wieder daselbe Problem.

Rein rechtlich gesehen müssten Sie es so machen, wie Sie geschrieben haben: Wiedereingliederung für die drei Tage unterbrechen und für die Geburtstagsfeier Urlaub machen.

In der Praxis wird der Urlaub vom Arbeitgeber manchmal auch während des Wiedereingliederungsprogramms zugesagt, eben, weil auch der Arbeitgeber bei den Regelungen oft nicht genau Bescheid weiß. Solange nichts passiert, ist es kein Problem. Aber wenn etwas passieren sollte, gibt es ein rechtliches Problem.

Mein Tipp:
Rufen Sie Ihren Krankenkassenbetreuer an und fragen Sie einfach "dumm" nach, was Sie tun sollen. Betonen Sie dabei vor allem, dass es sich nicht um Erholungs- oder Spaßurlaub dreht, sondern um den 80. Geburtstag Ihres Vaters.

Falls Sie sich für die rechtlich wasserdichte Lösung (Wiedereingliederung unterbrechen, Urlaub nehmen, dann Wiedereingliederung wieder beginnen) entscheiden sollten, klären Sie bitte auch Ihren Arbeitgeber auf, dass Ihnen für die drei Tage Urlaub dann das volle Gehalt vom Arbeitgeber zusteht. Das wird oft vergessen...

Viel Glück für die Entscheidung und viel Spaß auf dem Geburtstag!

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Hallo Witus,

Ihr Eintrag scheint untergegangen zu sein. Entschuldigen Sie bitte unser Versehen! Gleichzeitig stehen wir Ihrer Frage aber auch genauso ratlos gegenüber wie Sie.

Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr Wunsch rechtlich begründbar ist. Denn bei dem Wiedereingliederungsprogramm wird vorausgesetzt, dass es einen Hauptjob ist, mit dem Sie Ihren Lebensunterhalt verdienen und über den Sie ja später auch eine Altersrente erhalten. In diesen sollen Sie ja wiedereingeglieder werden, nicht in Ihren Nebenjob.

Wenn da Begründungen greifen sollen, kann ich daher nur auf die medizinisch-psychologische Seite verweisen.

Sorry, dass wir hier nicht weiterhelfen können.

Trotzdem viel Glück! Ich würde mich auch sehr freuen, zu lesen, wie es weitergegangen ist!

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Habe eine Frage: Nach 8 Monaten Krankheit bemühe mich um SWE, die 10 Wo. laufen soll. Möchte allerdings höchsten 6 Stunden lang arbeiten und ggf. entscheiden, ob ich meine Stelle reduziere. Mein Chef stellt Bedingungen und will unbedingt, dass ich die letzten 3 Wo. mit 8 Stunden arbeite. Darf er das überhaupt? Er droht, sonnst die WE-Massnahme abzulehnen. Danke für die Antworten.

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Hallo,

ein Wiedereingliederungsprogramm sieht schon vor, dass am Ende die normale bzw. frühere Arbeitszeit täglich gearbeitet wird. Da kann ich Deinen Chef schon verstehen! Denn letztlich will er den Beweis noch innerhalb des Wiedereingliederungsprogramms, dass Du wieder in der Lage bist, voll zu arbeiten - und nicht erst, wenn Du wieder gesund geschrieben bist.

Gleichzeitig finde ich es persönlich immer schwierig, schon von Beginn an ein Wiedereingliederungsprogramm durchzuplanen und festzulegen, wie viele Stunden in wie viel Wochen gearbeitet wird. In so einem Plan wird ja kaum mit eingeplant, dass es besser oder schlechter laufen kann...

Aber wenn Dein Arzt und Dein Chef dies so wollen, dann ist so.

Was machbar wäre, dass Du die Zeit kürzt mit der vollen Arbeitszeit - m.E. sollten da zwei Wochen à acht Stunden schon reichen, drei müssen es echt nicht sein.

A propos: Hat Dein Chef denn begründet, warum er möchte, dass Du die letzten drei Wochen acht Stunden arbeitest? Gibt es betriebliche Gründe wie z.B. Urlaub von Kollegen, bestimmte Projekte oder ähnliches?

Besprich' dies am besten auch mit Deinem behandelnden Arzt, der entscheidet ja letztlich, wie das Wiedereingliederungsprogramm auszusehen hat.

Dein Arbeitgeber aber muss da dann auch zustimmen. Meine Meinung? Auch wenn dieser im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungs-management die Pflicht hat, Dir eine Wiedereingliederung anzubieten, sollten seine Forderungen auch ernst genommen werden. Kompromisse wären da m.E. schon sinnvoll.

Wenn Du jedoch jetzt schon darüber nachdenkst, die Stelle zu reduzieren, dann solltest Du dies auch vorab mit Deinem Chef bereits klären - denn das würde dann ja auch heißen, dass Du Dein Wiedereingliederungsprogramm auf eine ganz andere Basis stellst - und dass Dein Chef da auch überlegen muss, wie er das regelt. Ich fände es daher schon fair, dass er Bescheid weiß. Denn das Wiedereingliederungsprogramm ist ja auch eine gemeinsame Sache.

Gibt es denn bei Euch einen Betriebsrat, Betriebsarzt o.ä.? Vielleicht kann der Dir im Gespräch noch einmal konkret vor Ort helfen, denn es geht ja nicht nur um die formellen Rechte, sondern auch um die Frage, wie in einer bestimmten Unternehmenskultur mit solchen Fragen umgegangen wird.

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Ich bin seid einem Jahr krank geschrieben u. sollte jetzt am 06.01.14 mit dem Hamburger Modell anfangen zu arbeiten. Ich bin Marktleiter in einem Disconter. In meinem Antrag auf Wiedereingliederung steht eine Einschränkung, dass ich nicht mehr als 5 kg heben darf. Mein Arbeitgeber ist damit nicht einverstanden, lehnte das Hamburger Modell ab u. bat mich von der Ärztin diese Einschränkung rauszunehmen. Dann dürfte ich anfangen. Ist das Rechtens, darf er das verlangen?

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Hallo Heike,

wenn Du keine Einschränkungen während der Arbeit hättest, dann könntest Du ja auch gleich wieder voll zum vollen Gehalt arbeiten.

Nein, im Ernst: Dein Arbeitgeber kann nicht verlangen, dass der Arzt die Einschränkung bzgl. des Gewichts, das Du heben darfst, beim Wiedereingliederungsprogramm rausnimmt.

Aber er kann sich leider erst einmal weigern, das Wiedereingliederungsprogramm nicht gutzuheißen und muss dann jedoch damit leben, dass Du eben so lange krankgeschrieben zuhause bleibst, bis Du wieder richtig heben kannst. Ich als Arbeitgeber würde da dann doch froh sein, wenn mein Mitarbeiter wenigstens ein paar Stunden da ist.

Rechtlich handelt er damit gegen das Gesetz, da er im Rahmen eines Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) nach langer Krankheit ein Wiedereingliederungsprogramm anbieten müsste. Gleichzeitig gibt es da jedoch viele Grauzonen - und es trauen sich nicht viele Mitarbeiter zu klagen, denn letztlich wollen sie ja ihren Job behalten.

Gibt es bei Euch denn einen Betriebsrat (evtl. arbeitest Du in einer Discounter-Kette?)? Der könnte Dich bei Deinem Wunsch nach einer Wiedereingliederung unterstützen bzw. dem Arbeitgeber auch nochmals klarmachen, dass Dir im Rahmen einer Betrieblichen Eingliederungsmaßnahme die Wiedereingliederung rechtlich zusteht... und dass die Einschränkungen während des Wiedereingliederungsprogramms notwendig sind, um Deine Genesung nicht zu gefährden. Das sollte eigentlich jedem Arbeitgeber einleuchten.

Halte uns doch bitte auf dem Laufenden, wie letzlich entschieden wurde! Denn die Erfahrungsberichte helfen auch wieder anderen Betroffenen weiter!

Alles, alles Gute, viel Glück und natürlich weiterhin gute Besserung!!!

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Hallo,

ich habe eine Frage, die mich so richtig fertig macht. Ich bin seit Januar 2013 wegen schwerer Depression und Borderliner krankgeschrieben. Ab Mai war ich 6 Wochen in einer Klinik. Ab September habe ich mit der Wiedereingliederung angefangen, die ich Mitte Dezember abbrechen musste, weil es mir psychisch wieder sehr schlecht ging. Hatte erst im Dezember einen ambulanten Therapieplatz gefunden.

Nun bin ich krankgeschrieben und wollte im Februar in den Urlaub fliegen, mit meiner Freundin zu ihrer Familie. Ich hatte mich so darauf gefreut und es ist auch schon länger gebucht.

Kann ich diesen Urlaub antreten? Meine Psychaterin und Psychologin befürworten ihn, damit ich mal rauskomme aus dem Trott. Ich gehe sonst kaum noch aus dem Haus und esse oft tagelang nur Nudeln, damit ich nicht einkaufen gehen muss.

Ich bin verbeamtet und habe Angst mit meinem Arbeitgeber darüber zu sprechen. Ach und seit Dezember habe ich 30% Behinderung bekommen.

Bitte helft mir.

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Ich kann nur folgende Antwort geben:

Rechtlich ist es nicht vorgesehen, dass Sie während der Krankschreibung ins Ausland bzw. in den Urlaub fliegen.

Was Sie tun können (und was ich früher einmal getan habe und was auch durchging, da bei mir das Klima bei der Krankheit eine Rolle spielte), damit alles rechtlich korrekt läuft: Legen Sie der Krankenkasse ein Attest Ihrer Fachärzte vor, die bestätigen, dass der Urlaub Ihrer Gesundung zuträglich ist.

Wenn die Krankenkasse den Urlaub dann genehmigt, können Sie beruhigt fliegen.

Eine Frage habe ich jedoch noch, die Sie sich selbst beantworten sollten: Sie schreiben, dass Sie kaum aus dem Haus und auch nicht mehr einkaufen gehen wegen Ihrer Erkrankung. Sind Sie sicher, dass Sie dann den - sicherlich nicht unanstrengenden - Urlaub schaffen?

Was ich zudem nicht verschweigen möchte:
Es gibt sicherlich auch Leute, die krankgeschrieben sind und die wegfliegen, ohne der Krankenkasse Bescheid zu sagen. Wenn dies nicht bekannt wird, haben diejenigen Glück. Falls da etwas schiefläuft, möchte ich nicht in deren Haut stecken. Kurz: Ich würde es nicht tun.

Mehr kann ich ihnen leider nicht raten. Aber ich wünsche Ihnen eine gute Entscheidung, mit der Sie gut leben können und vor allem gute Besserung!

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Hallo,

erstmal ein ganz großes Lob an diese tolle Seite...

Nun habe auch ich ein Problem, in bezug auf meine Wiedereingliederung, nach mehreren OP`s am Bewegungsapperat ( Knie und Hüfte).
Und zwar hatte mein AG dieser zugestimmt, aber ich soll meine Tätigkeit jetzt alleine am Arbeitsplatz als vollwertige Arbeitskraft über die vorgegebenen Stunden einsetzen, mit der Begründung: man könnte schließlich keinen zweiten AN mir an die Seite stellen, ich wäre ja schließlich kein Berufsneuling und könnte ja alles.(Bin Radiologieassistentin).
Absprache in bezug auf Erleichterung wurden abgeblockt...Gesprächsbereitschaft gleich null, trotz mehrfacher Versuche meinerseits.
Weiß nicht, wie ich mich dann in der Woche, in der ich alleine eingeteilt bin, verhalten soll, da es termintechnisch sehr eng gesteckt ist und selbst im fitten Zustand schwer zu bewerkstelligen ist...Kommentar war noch: wenn Du nach Deiner vorgegebenen Zeit mit den Patienten nicht fertig bist, musst Du halt länger machen...???
Lieben Gruß

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Hallo,

wie läuft das denn bei Ihnen normalerweise im gesunden Zustand? Sind Sie dann auch allein?

Dann hätte der Arbeitgeber theoretisch das Recht, von Ihnen auch zu verlangen, dass Sie in den vorgegebenen Stunden die Arbeit machen...

Gleichzeitig ist jedoch der Kommentar "wenn Du nach Deiner vorgegebenen Zeit mit den Patienten nicht fertig bist, musst Du halt länger machen...???" jedoch völlig unangebracht. Sie MÜSSEN laut Wiedereingliederungsvertrag nach der vorgegebenen Zeit Schluss machen (auch wenn dies oft lax gesehen wird, ist dies so!), darauf sollten Sie auch nochmals hinweisen!

Ein Tipp:
Bitten Sie Ihren Arzt, Ihre Tätigkeit in den vorgegebenen Stunden näher zu definieren, also z.B. "nur mit Unterstützung einer Kollegin" oder "Nur Tätigkeit X, Y und Z, Tätigkeit W kann noch nicht geleistet werden." o.ä. Dann wären Sie auf der sicheren Seite! Die Diskussion mit Ihrem Arbeitgeber bringen nämlich nichts, lassen Sie daher andere Vertragspartner (Arzt, Krankenkasse) dies für Sie erledigen.

Alles Gute!

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Hallo!

Ich bin seit August 2013 im Krankengeld und habe mich jetzt entschieden eine berufliche Wiedereingliederung zu beginnen. Aus gesundheitlichen Gründen kann ich dies nicht bei meinem bisherigen Arbeitgeber tun, da die strukturellen Bedingungen maßgeblich zu meiner Erkrankung geführt haben. Glücklicherweise habe ich eine neue Anstellung gefunden und der neue Arbeitgeber ist mit einer stufenweisen Wiedereingliederung einverstanden. Jetzt bekomme ich aber von der Krankenkasse die Info, dass ich bei einem neuen Arbeitsplatz keine Wiedereingliederung machen kann. Es würde kein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zustande kommen. Nachdem ich diverse male mit Krankenkasse, Rentenversicherung und Arge telefoniert habe, bin ich ratlos. Ich scheine nur wählen zu können zwischen direkt Vollzeit zuarbeiten (Schichtdienst) oder zu kündigen und dann arbeitslos zu sein.
Ich hoffe dass mir jemand, trotz dieses sehr speziellen Falls, weiter helfen kann!

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