Viele schimpfen über das Gesundheitssystem, viele ärgern sich über erhöhte Beiträge, über Reformen etc. Und ja, es gibt auch viel zu bemängeln. Gleichzeitig kenne ich einige Mitmenschen, denen nicht klar ist, für welche Leistungsbereiche die Gesetzlichen Krankenkassen überhaupt bezahlen, welche Leistungsbereiche hohe Kosten verursachen - und warum die Kosten in einer alternden Gesellschaft immer weiter steigen.

Daher möchte ich in den nächsten Beiträgen einige Details und Zahlen erläutern - denn ich finde es immer besser, wenn jeder weiß, wovon eigentlich gesprochen wird. Fangen wir an  mit den:

 

Ausgaben für einzelne Leistungsbereiche der GKV (2009 in Mrd. EUR);

Ärztliche Behandlung: 27,78; Arzneimittel: 30,74; Krankenhausbehandlung: 56,10;
Krankengeld: 7,24; Fahrkosten: 3,49; Schwangerschaft/Mutterschaft: 3,29;
Vorsorge- und Reha-Leistungen: 2,45; Häusliche Krankenpflege: 2,90;
Hilfsmittel: 5,22; Heilmittel: 4,30; Sonstiges: 5,83 
Zahnärztliche Behandlung (ohne Zahnersatz): 8,22; Zahnersatz: 3,03  
 

Quelle: Die WELT vom 26.07.10 - Amtliche Stastik, GKV

 

 

 

 

Wenn Ihr Arzt im Urlaub ist, wird die Vertretung in der Regel noch einmal die Praxisgebühr einfordern. Sollten Sie diese in dem betreffenden Quartal jedoch schon bezahlt haben, reicht es aus, die entsprechende Quittung vorzulegen - und Sie sind von der erneuten Zahlung befreit. 

Achten Sie daher bitte darauf, die Quittung über die bezahlte Praxisgebühr immer aufzuheben und bei einem Vertretungsbesuch mitzunehmen.

Sollten Sie die Quittung bei der vertretenden Praxis vergessen, gibt es Hoffnung auf das Entgegenkommen des Arztes: Sie müssen dann zwar erst einmal die Praxisgebühr bezahlen. Aber es gibt in vielen Praxen die Möglichkeit, dass Sie später - bei Wiedervorlage der Quittung - die Gebühr zurück erstattet bekommen. Bitte denken Sie jedoch daran, dass Sie auf diese Absprache keinen Rechtsanspruch haben!

Quelle: DIE WELT vom 26. Juli 2010  

Berichtet wurde ja schon über den geplanten Zusammenschluss der beiden Gesetzlichen Krankenversicherungen (siehe: DAK und BKK Gesundheit: Fusion zum 01.10.2010 ). Letzte Woche wurden die Fusionsgespräche jedoch abgebrochen.

Fee, Du hattest den richtigen Riecher;-)

Auf der Website www.medizinrechts-beratungsnetz.de können Sie ab sofort auch  online einen Beratungsschein anfordern, wenn Sie einen Rat im Medizinrecht benötigen. Geben Sie Ihre Daten ein, und Sie erhalten einen Beratungsschein für ein kostenloses Orientierungsgespräch. Weitergehende Dienstleistungen dürften jedoch etwas kosten - was ja aber auch verständlich ist.

Weitere Informationen finden Sie unter:

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Ab sofort haben Versicherte bei der Techniker Krankenkasse (TK) den Anspruch auf drei zusätzliche Vorsorge-Untersuchungen, zwei im Kinder- und eine im Jugendalter.

Zusätzlich zur U9 werden
- die U10 für Kinder im Alter zwischen sieben und acht und
- die U11 für Kinder im Alter zwischen neun und zehn Jahren
angeboten.

Zudem übernimmt die TK ab sofort die Kosten für eine weitere Jugend-Vorsorge-Untersuchung, die J2 im Alter zwischen 16 und 17 Jahren.

Quelle:
aerztezeitung: TK bietet erweiterte Kindervorsorge

Auch wenn der Beschluß der Koalition noch nicht durch alle Instanzen ging, so zeigen die aktuellen Ergebnisse doch, in welche Richtung es gehen wird: Krankenkasse wird deutlich teurer.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  1. Der allgemeine Beitragssatz steigt von 14,9 auf (wieder) 15,5 Prozent, so dass Arbeitnehmer in Zukunft 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent vom Einkommen zahlen müssen. Der Arbeitgeberbeitrag wird allerdings eingefroren - was für die Zukunft heißt, dass künftige Ausgabensteigerungen allein von den Versicherten getragen werden müssen.

  2. Versicherte sollen eine vom Einkommen unabhängige Prämie (heute noch: Zusatzbeitrag) bezahlen, die jede Kasse selbst festlegt - in beliebiger Höhe. Das heißt wiederum: Die Zusatzprämie ist nicht wie bisher als Prozentsatz vom Bruttoeinkommen zu berechnen, sondern wird als einkommensunabhängige Prämie mit einem festen Euro-Betrag festgelegt.

  3. Geplant ist zumindest, dass die Kassen weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nur noch über die Zusatzprämien (bisher: Zusatzbeiträge) abfedern können. D.h. wiederum: Die steigenden Kosten des Gesundheitswesens werden von den Beitragszahlern übernommen. Gleichzeitig hat der Beitragszahler über die Zusatzprämien wiederum die Möglichkeit, einzelne Krankenkassen sowohl über den Preis als auch über das Angebot vergleichen zu können.
     
  4. Ein Sozialausgleich ist nur noch dann vorgesehen, wenn die - jährlich neu berechnete - durchschnittliche Zusatzprämie aller Kassen zwei Prozent des individuellen Lohneinkommens übertrifft.

  5. Was ein wenig untergehen wird in der allgemeinen Presse: Es wurden auch etliche Einsparungen im Gesundheitssystem beschlossen, welche Otto Normalverbraucher jedoch eher indirekt mitbekommen wird (z.B. Verwaltungskosten bei den Krankenkassen, Arzneimittel, Kliniken, Zahnärzte, Hausarztverträge). Über diese wird z.B. auf der FAZ  Website im Detail berichtet.
       

Weitere Quellen:
Spiegel Online: Die Rösler-Revolution

Sueddeutsche: Kompromiss in der Gesundheitspolitik 

 

Laut der ärztezeitung haben DAK und BKK Gesundheit vor, im Oktober 2010 unter dem Namen DAK Gesundheit zu fusionieren. Damit wäre die neue Krankenkasse die zweitgrößte Gesetzliche Krankenkasse nach der Barmer GEK.

Beide Krankenkassen haben bereits Zusatzbeiträge erhoben. Daher kam es immer wieder zu Gerüchten über Finanzschwierigkeiten, vor allem bzgl. der DAK. Was mich als Mitglied von einer dieser beiden Krankenkassen ein wenig irritiert: Warum gehen zwei "Fußkranke" zusammen?

Wir werden es sehen...

 

 

... und bin ziemlich durcheinander. Wahrscheinlich wäre es für Gesunde Stress, innerhalb der kurzen Zeit drei Arztberichte anzufordern - egal, ob schriftlich, telefonisch oder persönlich. Aber bei mir ist gerade emotionales Chaos, denn...

- mit dem aktuellen Antrag auf Rentenverlängerung muss ich ja schon akzeptieren, dass ich (immer noch) krank bin. Die Angst vor Bewertung ist nun riesig...

- früher hat die Rentenversicherung die Arztberichte von den Ärzten direkt angefordert, wovon ich zwar dann nichts mitbekam eventuell (Thema: Will ich alles mitbekommen?), aber ich wurde auch in Ruhe gelassen.

- es ist Monatsanfang (d.h. High-Life bei den Ärzten, und kaum Termine)

- es ist Urlaubszeit (krieg ich alle noch zu fassen, bevor sie in ihren wohlverdienten Urlaub abzischen?)

- ich bräuchte aktuell eigentlich richtig Ruhe, da die Erschöpfung ziemlich groß ist.

-  mit der Ansage, dass ich die Arztberichte möglichst binnen fünf Tage wieder abholen soll, verlagert die Rentenversicherung den Druck, die Berichte fertig in die Post zu stecken, auf die Patienten - nicht wie bisher auf die Ärzte (die ließen sich teilweise Wochen bis Monate Zeit, weil sie nicht mehr hinterherkamen). Und nun muss ich meine Ärzte drängeln, was ich garnicht mag.

Und ich merke, dass ich es einerseits begrüße, das Prozedere in der Hand, und damit auch den Überblick zu haben, gleichzeitig unter Druck gerate. Gleichzeitig kochte das Thema "Gutachter" wieder hoch, vor dem ich ja riesige Angst habe nach einem Erlebnis vor einigen Jahren. 

Alles hat zwei Seiten...  

Zumindest konnte ich Ende letzter Woche alle meine Ärzte kontaktieren und die Arztberichte wegschicken. Sie sind zumindest noch da, und wollen es auf jeden Fall versuchen, die Berichte auszufüllen, können jedoch nichts versprechen.

Ende dieser Woche versuche ich dann eben, alle wieder einzusammeln. Und fragt mich nicht: Ich bin heilfroh, dass inzwischen alle drei ihre Praxen im demselben Stadtgebiet  haben...

 

 

 

Die Monate verrinnen, die Genesung schleicht - und die Tugend, die frau am meisten benötigt, ist: GEDULD.

Und so bin ich in diesem Frühling damit konfrontiert worden, dass ich wohl oder übel den Antrag auf Verlängerung der EM-Rente stellen muss. Die Zeit, die mir erst einmal bewilligt wurde, reicht leider nicht aus. An eine berufliche Tätigkeit ist aktuell leider garnicht zu denken.

Gesagt, getan:

Zuallererst gilt es natürlich, sich mit den wichtigsten Ärzten zu besprechen. Was bei mir sehr einfach war, alle sind derselben Meinung: Rente ist notwendig. OK!

Dann das Bürokratische, in erster Linie das richtige Formular. Der Antrag auf Verlängerung der EM-Rente ist wie viele andere Formulare auf der Website der http://www.deutsche-rentenversicherung.de/ zu finden. Das Formular selbst ist unter Sonstige Formulare versteckt:  Formular: Antrag auf Weiterzahlung einer Rente wegen Erwerbsminderung 

Ca. vier Monate vor Ablauf der Frist sollten Sie den Antrag dann stellen. Darauf weist auch die Deutsche Rentenversicherung auch immer wieder hin. Eventuell werden Sie auch ca. fünf Monate vor Ablauf der Frist noch einmal angeschrieben von der Rentenversicherung, die darauf hinweist, dass Ihre Rente bald ausläuft, und dass Sie bei Notwendigkeit einen Verlängerungsantrag stellen müssen. Was bei mir auch der Fall war, und was ich sehr gut fand.

Kurze Erläuterung zu den vier Monaten vor Ablauf der Frist:
Diese Zeit kalkuliert die Rentenversicherung ein, um den Antrag fristgerecht bearbeiten zu können. Und Sie riskieren damit auch nicht, dass Sie plötzlich ohne Geld da stehen, nur weil Sie den Antrag zu spät gestellt haben bzw. Sie noch nicht wissen, wie die Rentenversicherung entschieden hat.

Das Formular ist relativ leicht auszufüllen. Was bei gelegt werden kann und auch sollte, sind eventuell vorrätige Krankenhaus- oder Arztberichte, die in der letzten Zeit erstellt wurden. Die Rentenversicherung erwartet übrigens nicht, dass Sie weitere Berichte/Gutachten/Atteste nur für den Zweck der Rentenverlängerung erstellen lassen. Auch haben mir meine Ärzte davon abgeraten.  

Denn
a) fragt die Rentenversicherung im Formular nach Ihren behandelnden Ärzten, und wird diese selbst kontaktieren, falls sie Fragen hat,
b) müssten Sie die Gutachten vorab selbst bezahlen,
c) sieht die Rentenversicherung diese Art von Gutachten/Attesten oft als Gefälligkeit von seiten Ihrer Ärzte, d.h. der Inhalt wird nicht übernommen. 

So hatte ich zwei Anlagen zu dem Antrag:
a) die Liste meiner behandelnden Ärzte (die Zeilen im Formular sind wirklich zu eng, als da mehr als zwei Ärzte reinpassen würden)
b) einen Klinikbericht von meinem letzten Krankenhausaufenthalt, der von seiten meiner Ärzte als aussagekräftig genug gewertet wird.

Um ganz sicher zu sein, habe ich den Antrag nicht weggeschickt, sondern bin dann persönlich bei der regionalen Rentenberatung vorbei gegangen (diese finden Sie hier: Rentenberatung in Ihrer Nähe ), um die Unterlagen noch einmal durchschauen zu lassen. Denn sicher ist sicher. Ich möchte nicht, dass alles schiefgeht, nur weil ich eine Frage falsch beantwortet habe...  

Die Rentenberaterin war sehr nett und hilfsbereit, drückte gleich den Eingangsstempel drauf und erklärte mir das weitere Prozedere. Keine besonderen Vorkommnisse.

Das war vor vier Wochen. So langsam komme ich ins Grübeln, habe Angst vor einer eventuellen Absage, vor einem bösen Gutachter, vor... ja, vor dem "Nicht-Ernst-Genommen werden", vor einem Loch... Und ich merke, wie ich langsam doch nervöser werde, wenn ich morgens nach der Post schaue...

Es bleibt spannend. Wobei ich auf Spannung gut verzichten kann. Mal schauen, wie es weitergeht...  

   

  

 

   

 

 

In den letzten Wochen schwirrt einem der Kopf: Rösler stellt ein neues Konzept vor, 30;- EUR Kopfprämie will er pro Versichertem haben, letztlich fällt das Konzept jedoch durch, weil u.a. die CSU dagegen ist (siehe auch u.a.:Spiegel online: Röslers Prämie wird abgespeckt ). Er muss in den nächsten zwei Wochen einen neuen Vorschlag vorstellen, in dem die bereits bestehenden Zusatzbeiträge "weiterentwickelt" werden sollen. Die Arbeitgeber fordern, dass jede/r Versicherte pro Arztbesuch 5,- EUR bezahlt. Zudem werden die ersten Gerüchte über Röslers Rücktritt laut. etc. etc. etc.

Kurz: Es wird viel geschrieben, viel aus politischen Kreisen geredet, angegriffen, wegdiskutiert, spekuliert. Vielleicht vermisst die/der eine oder andere auch manches Thema in diesem Blog. Ich für mich zumindest habe jedoch entschieden, hier zu schreiben, um anderen zu helfen, in diesem Bürokratie-Dschungel einen besseren Durchblick zu haben, sich auf Neuerungen einstellen zu können und konkrete Hilfestellungen zu bekommen. Daher liegt mir nichts daran, die Leser hier zu verunsichern durch Eventualitäten, Spekulationen, Diskussionen und/oder Berichten über die Lage des Gesundheitsministeriums.

Denn entscheidend ist für mich eines: Bisher hat sich konkret und praktisch für die Bundesbürger und Versicherten der Gesetzlichen und Privaten Krankenkassen noch nichts geändert. Sobald konkrete Änderungen und Neuerungen politisch entschieden und damit rechtlich bindend sein werden, werde ich auch darüber schreiben. Aber nicht jetzt - das Hin und Her macht einen ja kirre... und genau das Gegenteil möchte dieser Blog ja bewirken.